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American Gangster mit Denzel Washington und Russell Crowe
American Gangster mit Denzel Washington und Russell Crowe
© Universal Pictures International Germany GmbH

TV-Tips für Samstag (14.5.): Russell Crowe tritt Denzel Washington auf die Füße

ZDF zeigt "American Gangster"

Längeres Aufbleiben ist am Samstagabend für die Spielfilmperlen angesagt - und besonders lohnt es sich, den Abend im ZDF zu verlängern, das Ridley Scott's ausladenden Kriminalfilm "American Gangster" im Nachtprogramm zeigt.

"Illuminati", Pro7, 23:00 Uhr

Der Harvard-Symbolexperte Robert Langdon (Tom Hanks) versucht, Morde im Vatikan aufzuklären und einen terroristischen Anschlag auf den Kirchenstaat zu verhindern.

2003 hatten Columbia Pictures die Rechte an den Dan Brown-Romanen "Angels and Demons" ("Illuminati") von 2000 und "The Da Vinci Code" ("Sakrileg") von 2003 erworben, als "The Da Vinci Code" ein Welterfolg wurde. Statt der eigentlich ersten Geschichte um den Symbole-Forscher Robert Langdon gingen Columbia zuerst den zweiten Roman "The Da Vinci Code" an, da Regisseur Ron Howard ("Rush") vielleicht nicht zu Unrecht meinte, dies sei der wesentlich bekanntere der beiden Romane und damit der bessere Türöffner zu einer erfolgreichen Kriminalfilmreihe.

2006 kam "The Da Vinci Code" auf die Leinwände, wurde ein gigantischer Erfolg mit weltweit 758 Millionen Dollar Umsatz und damit der zweiterfolgreichste Streifen hinter "Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest". Damit war die Fortsetzung mit "Angels and Demons" gesetzt, für den die Dreharbeiten im Februar 2008 beginnen sollten. Doch der Streik der Drehbuchautoren machte den Filmemachern einen Strich durch die Rechnung - erst im Juni konnte Howard in Rom mit der Arbeit beginnen.

Neben dem Regisseur kamen mit Drehbuchautor Akiva Goldsman, Kameramann Salvatore Totino und Komponist Hans Zimmer die Hauptprotagonisten von "The Da Vinci Code" zurück, ebenso wie Hauptdarsteller Tom Hanks. Die Katholische Kirche erteilte keine Drehgenehmigung für den Vatikan oder die römischen Stadtkirchen, so dass man in den Palast von Caserta und die Biblioteca Angelica auswich, die für das Innere des Vatikans und dessen Bibliothek einstanden. Der Rest entstand in den Sony Studios in Los Angeles in einer Kombination aus Nachbauten und computergenerierten Bildern.

Der ersten Dan Brown-Adaption war vorgeworfen worden, dass sie viel zu langsam und dialoglastig war - bei dieser Fortsetzung bemühte sich Ron, auf das Gaspedal zu drücken und lieferte einen flotten Nervenkitzel mit schönen Schauwerten ab, dessen Handlung allerdings abwechselnd unglaubwürdig und schlichtweg lächerlich flippert.

Allgemein wurde "Angels and Demons" als etwas stärker als der Vorgänger wahr genommen, aber auf bescheidenem Niveau, wie die überwiegend negativen Kritiken zeigten. Mit 486 Millionen Dollar weltweit wurde die Columbia Pictures-Produktion wieder ein Riesenerfolg, blieb aber deutlich unter dem Ergebnis von "The Da Vinci Code". Das reichte, um den vierten Roman "Inferno" anzugehen, den Howard, Hanks & Co. im Oktober in die Filmtheater bringen werden.

Kritiker Matthew Razak schrieb im "Examiner": "Ein wunderbares Stück cineastischer Schaumschlägerei, die die Augen auf die Leinwand bannt und das Gehirn wenigstens teilweise beschäftigt hält."



"American Gangster", ZDF, 00:50 Uhr
In den Siebzigern arbeitet ein Detektiv (Russell Crowe) daran, das Drogenimperium von Frank Lucas (Denzel Washington), den Heroin-König von Manhattan, zum Einsturz zu bringen.

Dieser Kriminalfilm wird den Managern bei Universal Pictures einige graue Haare beschert haben. 2000 kaufte das Studio die Rechte an einer Geschichte im "New York"-Magazin, das den Aufstieg und Fall des Drogenschmugglers Frank Lucas beschrieb. Jener war ein Krimineller aus dem US-Bundesstaat North Carolina, der sich in New York City niederließ und Heroin aus Vietnam an Bord von US-Armeemaschinen ins Land schmuggeln ließ.

Antoine Fuqua ("Southpaw"), der 2001 so erfolgreich mit Denzel Washington bei "Training Day" zusammen gearbeitet hatte, wurde als Regisseur engagiert, aber im Oktober 2004 - vier Wochen vor dem geplanten Drehbeginn - gefeuert. Das Studio erklärte, man habe unterschiedliche künstlerische Auffassungen gehabt. Schlussendlich ging es um Geld: Universal wollten das Budget bei 80 Millionen Dollar halten und hielten das für unvereinbar mit einer Reihe von Wünschen des Filmemachers, der zudem begonnen hatte, das Drehbuch von Steven Zaillian ("The Girl with the Dragon Tattoo") umzuschreiben.

Universal sagten das Projekt ganz ab, was das Studio mindestens 30 Millionen Dollar kostete: 20 Millionen Dollar gingen an Washington und 5 Millionen Dollar an Benicio del Toro als Teil der Vetragsvereinbarung für den Fall eines platzenden Projekts.

Doch Drehbuchautor Zaillian blieb am Ball und gewann Anfang 2006 Ridley Scott für das Projekt, der wiederum seinen damaligen "A Good Year"-Schauspieler Russell Crowe mit an Bord bringen konnte. Universal Pictures starteten die Produktion daraufhin mit dem zurückkehrenden Washington erneut. Im Sommer 2006 und damit gut zwei Jahre später als ursprünglich geplant liefen die Kameras dann also doch noch. Und schlussendlich wurde es mit Kosten in Höhe von 100 Millionen Dollar auch hier teurer als veranschlagt.

Scott wollte den Film so authentisch wie möglich halten und drehte über vier Monate an 180 verschiedenen Orten in New York City - damals der Rekord bei Filmen mit den meisten Drehorten. Der Filmemacher hatte allerdings Probleme, den Stadtteil Harlem so einzufangen, wie er in den Siebzigern ausgesehen hatte - die rasante Gentrifizierung machte Aufnahmen schwierig. Denzel und Russell hatten vor den Dreharbeiten die lebenden Vorbilder für ihre Rollen getroffen, um ihre Parts ebenfalls so realitätsnah wie möglich zu gestalten.

Die Mühen lohnten sich: "American Gangster" ist eine ungeschminkte und unterhaltsame Rückkehr zu klassischen Gangsterfilmen - dem amerikanischsten aller Genres - bei dem die Hauptdarsteller aus allen Rohren feuern, vorzüglich inszeniert und überzeugend in der Milleuzeichnung. Das Werk erhielt 2007 hervorragende Kritiken und wurde mit einem Einspiel von weltweit 266 Millionen Dollar ein Erfolg. Ruby Dee erhielt als "Beste Nebendarstellerin" eine "Oscar"-Nominierung, ebenso die Ausstattung.

Kritiker Matthew Pejkovic schrieb in "Matt's Movie Reviews": "Wenn dieses epische Kriminaldrama von seiner Geschichte her auch nicht besonders originell ist, so ist seine Ausführung doch exzellent."



"Der Fremde am See", Arte, 01:55 Uhr
Im Sommer an einem See verliebt sich Franck (Pierre Deladonchamps) in Michel (Christophe Paou), einen attraktiven, potenten und tödlich gefährlichen Mann. Franck weiß darum, will seine Leidenschaft mit Michel aber dennoch ausleben.

Nicht ganz zufällig hat Arte dieses französische Drama ins Programm genommen: Regisseur und Drehbuchautor Alain Guiraudie hat mit seinem neuen Film "Rester vertical" gerade die Wettbewerbssektion der Filmfestspiele von Cannes eröffnet. 2013 war er mit "Der Fremde am See" ebenfalls in Cannes zu Gast und konnte die Auszeichnung als "Bester Regisseur" im Nebenwettbewerb "Un Certain Regard" gewinnen.

Zu Recht: Sexy, intelligent und mit schwarzem Humor bedient "L'inconnu du lac" erwachsene Kinogänger, die gerne einen zum Nachdenken anregenden Streifen sehen wollen. Das Werk wurde fast einhellig von der Kritik gepriesen - die Zuschauer waren zurückhaltender - und war für acht Französische Filmpreise nominiert: Bester Film, Beste Regie, Bestes Orginaldrehbuch, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bester Ton und Patrick d'Assumçao als Bester Nebendarsteller. Über einen César freuen konnte sich Pierre Deladonchamps, der als Bestes Nachwuchstalent geehrt wurde.

Guiraudie drehte den Streifen als kompletten Außendreh ohne Studioaufnahmen am Lac de Sainte-Croix unweit der Verdonschlucht. Die Sexszenen sind echt, wurden allerdings von Körperdoubles durchgeführt.

Kritiker Ray Pride lobte in "Newcity": "Klassisch konstruiert, so unnachgiebig in seinem Spannungsaufbau wie jeder aktuelle Thriller, ist dies ein meisterhaftes Werk - übersichtlich, doch üppig, formell mechanisch und doch stets überraschend."



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