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Drive - Tagsüber Stuntman, nachts Fluchtfahrer:...ling)
Drive - Tagsüber Stuntman, nachts Fluchtfahrer: Driver (Ryan Gosling)
© Universum Film © 24 Bilder

TV-Tips für Samstag (16.7.): Ryan Gosling gibt Gas

ARD zeigt "Drive"

Das Sommerloch schlägt zu, und die Fernsehsender haben in Sachen Spielfilme wenig zu bieten. Immerhin ist auf Sat1 "Indiana Jones" im Einsatz, während der mit Abstand sehenswerteste Streifen am Samstagabend erst weit nach Mitternacht auf die Mattscheibe kommt: Die ARD zeigt "Drive" im Nachtprogramm.

"Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels", Sat1, 20:15 Uhr

Der berühmte Archäologe Dr. Henry "Indiana" Jones (Harrison Ford) wird in einen sowjetischen Plan verwickelt, der sich um geheimnisvolle Artefakte dreht, die als Kristallschädel bekannt sind.

Das gibt es wohl selten: Dass die Kritiker einen Popcorn-Film mehr mögen als die Zuschauer. "Indiana Jones and the Kingdom of the Crystall Skull" dient als besonders anschauliches Beispiel dieses Phänomens: Während die Medien Harrison Ford's Rückkehr zu seiner bekanntesten Rolle willkommen hießen und den Abenteuerfilm als spannend lobten, rümpfen viele Fans die Nase, und einige wünschen sich offen, der Film wäre nie gedreht worden. 2009 "gewann" der Film sogar die Goldene Himbeere als "Schlechteste Fortsetzung".

Die Filmemacher rund um Regisseur Steven Spielberg und Produzent George Lucas werden das verschmerzen können, denn ihr Werk wurde ein gigantischer Erfolg an den Kinokassen: Weltweit kamen 786 Millionen Dollar zusammen, womit der Streifen der zweiterfolgreichste des Jahres hinter "The Dark Knight" war - und mit Abstand der umsatzstärkste der "Indiana Jones"-Reihe. Schaut man sich allerdings die Zuschauerzahlen in den USA an, dann war der vierte Part der schlechtbesuchteste, und auch in Deutschland war er mit 2,8 Millionen Besuchern kein Überflieger.

Schon 1993 wollte Lucas einen vierten "Indiana Jones"-Streifen anschieben und bat um Ideen der Drehbuchautoren. Alles in allem werkelten acht verschiedene Autoren, darunter M. Night Shyamalan ("After Earth"), an Entwürfen herum. Doch keiner überzeugte Steven Spielberg. Erst das Skript von David Koepp, der bereits mit Spielberg an den "Jurassic Park"-Filmen und an "Krieg der Welten" zusammengearbeitet hatte, hatte in den Augen des Filmemachers Potential. Es griff mit den Kristallschädeln eine Idee auf, die bereits in einer Folge der Fernsehserie "Young Indiana Jones" aufgetaucht war. 2006 gab der Produzent bekannt, dass er, Spielberg und Koepp das Drehbuch fertig gestellt hätten.

Gedreht wurde - bis auf eine Szene an den Iguacu-Wasserfällen - ausschließlich in den USA, so in Kalifornien, New Mexico, Hawaii (das den Dschungel von Peru darstellt) und Connecticut. Im Gegensatz zu George Lucas, der auf digitale Photographie schwörte, ließ Spielberg auf Filmmaterial drehen, um im Einklang mit den vorherigen "Indiana Jones"-Filmen und deren old school-Aussehen zu bleiben. In diesem Sinne versprach Spielberg auch, weitgehend auf computergenerierte Bilder zu verzichten, aus denen Lucas' "Star Wars"-Filme fast ausschließlich bestanden hatten. Trotz dieses Versprechens kamen sie dann aber aus Praktikabilitätsgründen doch verstärkt zum Einsatz - selbst das Erdhörnchen zu Beginn ist nicht echt und sorgte für viel Spott. Bei den Stunts hingegen setzte man tatsächlich auf die Arbeit von Stuntmen und verzichtete auf CGI-animierte Menschen. Insgesamt kamen 450 CGI-Effekte zum Einsatz.

Während die ersten drei "Indiana Jones"-Abenteuer den billig produzierten Abenteuerfilmen der dreißiger und vierziger Jahre, die Spielberg als Kind gerne gesehen hatte, ihre Reverenz erwiesen, fügt dieser 1957 spielende Streifen alle Motive der (Film-)Zeit der Fünfziger an: Die Atombombe, Außeridische und die kommunistische Sowjetunion, welche das Dritte Reich als Schurkenstaat ablöst, spielen eine Rolle. Spielberg jongliert handwerklich perfekt mit Action, Querverweisen auf die vorherigen "Indiana Jones"-Teile und Filmzitaten. Nichts ist hier besonders originell, soll es auf einer Meta-Kinomythos-Ebene vielleicht auch gar nicht sein, sondern Altbekanntes - auf das natürlich die Werbekampagne für die 185 Millionen Dollar teure Paramount-Produktion besonders abstellte - wird liebevoll und kreativ variiert.

Bei den Britischen Filmpreisen wurden die Spezialeffekte nominiert. Kritiker Austin Kennedy schrieb im "Sin Magazine": "Der Film kann nicht mit den ersten drei mithalten. Aber er ist eine spaßige, unterhaltsame Tollerei mit einigen klassischen Indy-Momenten."



"Drive", ARD, 00:50 Uhr
Ein mysteriöser Hollywood-Stuntman und Mechaniker (Ryan Gosling) arbeitet nachts als Fluchtfahrer und bekommt Schwierigkeiten, als er seiner Nachbarin (Carey Mulligan) aushilft.

Wer sich jemals gefragt haben mag, wie wohl die Kreuzung zwischen einem Programmkinofilm und einem Action-Kracher aussehen würde, bekam 2011 von Regisseur Nicolas Winding Refn die Antwort mit diesem Thriller. Der Däne lieferte hyper-stilisiertes Kino, eine perfekte Symbiose aus Musik, Gewalt und sich einbrennenden Bildern. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von James Sallis aus dem Jahr 2005.

Als "Drive" bei den Filmfestspielen in Cannes aufgeführt wurde, erhielt er eine viertelstündige Standing Ovation des Publikums. Die Kritiker waren fast durch die Bank begeistert: "Nicolas Winding Refn's atmosphärische Gestaltung, Gosling's schiere Präsenz und ein Soundtrack am Rande der Perfektion machen 'Drive' zu einem phantastischen Film", jubelte zum Beispiel Kritikerin Kristal Cooper, während Tom Glasson befand: "Ohne Zweifel der coolste Film des Jahres. Ein stilisierter Genre-Film, der die Genres ständig wechselt."

Für 15 Millionen Dollar produziert, konnte die Independent-Produktion weltweit 76 Millionen Dollar erlösen. Sie gewann darüber hinaus 74 Preise und war für weitere 120 Preise nominiert. Der Tonschnitt lag für einen "Oscar" im Rennen (es gewann indes "Hugo Cabret").



"Jeder Tod hat seinen Preis", ZDF, 01:50 Uhr
Ein Mann (Clovis Cornillac), der den Tod seines Sohnes untersucht, findet schreckliche Wahrheiten über die Pharmaindustrie heraus.

Regisseur und Drehbuchautor Thomas Vincent drehte seinen französischen Kriminalfilm von 2008 unter anderem in Paris, Bois-Colombes und dem Département Vosges sowie in Burkina Faso und auf den Philippinen. Der Film erhielt nur schwache Kritiken und war mit lediglich 214 000 Besuchern in unserem Nachbarland ein Misserfolg; hierzulande startete er direkt auf Disc.

Ein amerikanischer Zuschauer findet: "Wegen des gleichen Inhalts könnte man diesen Film mit 'The Constant Gardener' vergleichen, aber dieser Streifen mit dem herausragenden Clovis Cornillac ist ziemlich komplex und vermeidet einfache Antworten."



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