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American Hustle - Jennifer Lawrence und Amy Adams
American Hustle - Jennifer Lawrence und Amy Adams
© Tobis Film

TV-Tips für Sonntag (24.7.): Betrüger im Auftrag des FBI

Pro7 zeigt "American Hustle" in Free TV-Premiere

Da sag noch mal einer, dass im Sommer nur Wiederholungen laufen: Pro7 überrascht angenehm mit der FreeTV-Premiere von "American Hustle" im Hauptprogramm, dem Star-besetzten und "Oscar"-nominierten Trickbetrüger-Drama.

"American Hustle", Pro7, 20:15 Uhr

Ein Trickbetrüger (Christian Bale) und seine verführerische Partnerin (Amy Adams) werden von einem FBI-Agenten (Bradley Cooper) gezwungen, für ihn zu arbeiten, um korrupte Politiker auffliegen zu lassen.

"Manches von dem hier ist tatsächlich passiert", heißt es in einer Einblendung zu Beginn dieses Dramas. Tatsächlich basiert die Columbia Pictures-Produktion lose auf den Begebenheiten der FBI-Operation Abscam. Die Bundesermittler setzten 1978 einen verurteilten Trickbetrüger ein, um in ihrer ersten großen Aktion gegen korrupte Amtsträger diverse Politiker auffliegen zu lassen. FBI-Mitarbeiter gaben sich als Geschäftsleute aus dem Nahen Osten aus und versprachen in auf Video aufgezeichneten Gesprächen Geld im Gegenzug für politische Unterstützung zu Gunsten eines ungenannten Scheichs.

2010 stand das Drehbuch "American Bullshit", mit dem Eric Warren Singer diese Ereignisse dramatisierte, auf der Liste der "heißesten noch nicht verfilmten Drehbücher". Columbia wollten Ben Affleck ("Argo") inszenieren lassen, aber am Ende fiel das Projekt an David O. Russell ("Joy"), der sich das Skript nochmal vornahm, die Charaktere karikaturenhafter zeichnete und der Handlung mehr komödiantische Züge verlieh. Gedreht wurde von März bis Mai 2013 in New York City, in Worcester und Boston im US-Bundesstaat Massachusetts, wobei die Arbeiten durch das Bombenattentat auf den Boston Marathon unterbrochen wurden.

Wunderbar witzig und herausragend besetzt, macht der Streifen seine Schwächen mit unbändiger Energie und Russell's unglaublich dynamischer Regie wett. Die Kritiker waren ausnahmslos begeistert, und das Werk landete auf vielen Jahresbestenlisten, erhielt zehn "Oscar"-Nominierungen als "Bester Film", für Regie, Original-Drehbuch, Ausstattung, Kostüme, Schnitt sowie die vier Schauspieler Amy Adams, Jennifer Lawrence, Christian Bale und Bradley Cooper. Kein Goldjunge konnte gewonnen werden, dafür gab es immerhin drei Golden Globes als "Bester Film" sowie Adams und Lawrence. Auch kommerziell war die 40 Millionen Dollar teure Produktion mit einem weltweiten Umsatz von 251 Millionen Dollar erfolgreich.

Kritiker Jason Best schwärmte in "Movie Talk": "Der Film sprudelt voller Energie und Witz, dahin rollend mit einem Schwung, welcher der schnellen Auffassungsgabe und den Täuschungsmanövern seiner Trickbetrüger entspricht."



"Borat", Arte, 20:15 Uhr
Der kasachische TV-Moderator Borat (Sacha Baron Cohen) wird zusammen mit einem Dokumentarfilmteam in die USA geschickt, um über das Land zu berichten. Doch Borat ist mehr daran interessiert, Pamela Anderson ausfindig zu machen und zu heiraten.

Jagshemash! Man mag es kaum glauben, aber "Borat" ist ein "Oscar"-nominierter Film. Das Drehbuch des britischen Hauptdarstellers Sacha Baron Cohen und seinen Mitstreitern lag im Rennen um den Academy Award, was insofern ironisch ist, weil vieles in dieser Mockumentary improvisiert wurde. Umgekehrt spricht die Ehrung für die Qualität dieser Improvisation durch die nur achtköpfige Crew, die sich auf ahnungslose Amerikaner losließ, und aus der idiotischen interkulturellen Begegnung das Bestmögliche herausholte. Diese 20th Century Fox-Komödie ist anstößig in der witzigsten Art und Weise.

Regisseur Larry Charles ("The Dictator") drehte für 14 Millionen Dollar ungefähr 400 Stunden Material, das er dann auf 84 Minuten komprimierte. Mit der Figur des Borat bewegte sich Sacha Baron Cohen, der den Golden Globe als "Bester Schauspieler" für seine Leistung erhielt, auf bewährten Terrain: Wie Ali G. davor und später Brüno entspringt Borat aus Cohen's britischer Fernsehserie "Da Ali G. Show", die von 2000 bis 2004 ausgestrahlt worden war.

"Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan", so der vollständige Titel, erhielt fast ausnahmslos positive Besprechungen und wurde 2006 mit weltweit 261 Millionen Dollar ein großer Erfolg, den Sacha Baron Cohen seitdem nicht mehr hat wiederholen können. Stichwort "Grimsby".

Wenig amüsiert zeigten sich die Kasachen, die sich im Film als Nation von Hinterwäldlern, Waffenschiebern, Prostituierten und diskriminierten Minderheiten verunglimpft sahen. Das Außenministerium protestierte in den USA, drohte mit einer Klage und schaltete eine vierseitige Großanzeige in der "New York Times" als Image-Kampagne. Als sich aber im Zuge des Films die Anzahl ausgestellter Touristen-Visa nach Kasachstan verzehnfachte, bedankte sich der Außenminister offiziell bei Sacha Baron Cohen und lud "Borat" in sein Land ein...

Kritiker Mark Pfeiffer lobte in "Reel Times": "Eine der wenigen Komödien, die ohne Fangnetz arbeitet. Sacha Baron Cohen und Larry Charles bieten durchgängig Lacher und Überraschungen, während sie es wagen, dass sich die Zuschauer zu Recht empören."



"Mütter und Töchter", ARD, 00:05 Uhr
Die Geschichte dreier Frauen: Eine 50-Jährige (Annette Bening), ihre Tochter (Naomi Watts), die sie vor 35 Jahren zur Adoption frei gegeben hat, und eine Frau (Kerry Washington), die ein Kind adoptieren möchte.

Einer jener kleineren, mit einem schmalen Budget von sieben Millionen Dollar entstandenen Streifen, die trotz Stars in nur wenige Kinos gelangen - in den USA waren es gerade mal 119 - und so unverdienterweise unter dem Radar der Publikumsgunst durchrutschen. Der Kolumbianer Rodrigo Garcia ("Albert Knobbs") schrieb und inszenierte das Drama 2009, das bei der Kritik auf Begeisterung stieß. Garcia verfasste ein wunderbar unsentimentales Drehbuch, das er mit einem feinen Gespür für Details inszenierte.

In einer Szene des Films kann man Naomi Watts sehen, wie sie im Krankenhaus liegt und sich sichtbar ein Baby in ihrem Bauch bewegt. Dies war kein Spezialeffekt. Die damals 40-Jährige, welche die zunächst für die Rolle vorgesehene Robin Wright ersetzt hatte, war zu der Zeit mit ihrem zweiten Kind schwanger.

"Emotional packend, auf den Punkt kommend geschrieben und unglaublich gespielt, widersteht das Drama lobenswerterweise einigen der zu erwartenden Klischees", lobte Matthew Turner für "View London"



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