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Ein kurzer Film über das Töten mit Jan Tesarz und...Baka
Ein kurzer Film über das Töten mit Jan Tesarz und Miroslaw Baka
© Concorde

TV-Tipp für Montag (24.4.): Dekalog 5 - Du sollst nicht töten

Arte zeigt "Ein kurzer Film über das Töten"

"Ein kurzer Film über das Töten", Arte, 21:50 Uhr
In der grauen Öde der polnischen Hauptstadt Warschau bringt ein vereinsamter junger Mann (Miroslaw Baka) einen Taxifahrer (Jan Tesarz) auf brutale Weise um und wird nach dem Todesurteil hingerichtet.

Dieses polnische Drama von 1988 löst die zwei Versprechen seines Titels ein: Der Film ist kurz und handelt vom Töten, von dem des Individuums, das einen Mord begeht, und dem des Staates, der durch die Todesstrafe hinrichtet.

Dass "Krótki film o zabijaniu" (so der Originaltitel) unter 90 Minuten einläuft, hat auch damit zu tun, dass es sich hier ursprünglich um einen einstündigen Fernsehfilm handelte. Regisseur und Drehbuchautor Krzysztof Kieślowski hatte die "Dekalog"-Reihe inszeniert, die sich in zehn Teilen jeweils mit einem der zehn Gebote auseinander setzte. Der Vertrag mit dem polnischen Fernsehen sah vor, dass zwei der Teile zu Spielfilmen ausgeweitet wurden und auf die Leinwände kamen. Der Künstler wählte nebem dem Dekalog Fünf "Du sollst nicht töten" für diesen Streifen noch den Dekalog Sechs "Du sollst nicht begehren eines anderen Weib", der zu "Ein kurzer Film über die Liebe" erweitert wurde und im selben Jahr in die Kinos kam.

Stilistisch und inhaltlich ist dieses Werk das Gegenteil eines Gute Laune-Films. Kameramann Slawomir Idziak filmte mit Filtern, welche die Bilder wie ausgebleicht wirken lassen, und dann auch noch in den herunter gekommeneren, tristeren Ecken von Warschau, so dass ein trostloser Gesamteindruck entsteht, der mit der damaligen politischen Situation des kommunistischen Polens am Ende seiner Fahnenstange korrespondiert.

Kieslowski konfrontiert die Zuschauer schonungslos direkt mit erschreckenden und brutalen Bildern, die schauspielerisch eindrucksvoll umgesetzt sind, und bewegt mit seinem nachdenkenswerten Appell für die Menschenwürde und das Leben. Der Film schob in Polen eine Diskussion über die Todesstrafe an, die danach abgeschafft wurde.

Von der Kritik gefeiert und den Zuschauern geschätzt, erhielt "Krótki film o zabijaniu" den Großen Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Cannes - sozusagen der dritte Platz hinter "Pelle, der Eroberer" und "A World Apart" -, den Europäischen Filmpreis und den Dänischen Filmpreis.

Kritikerin Barbara Schweizhof hat das Werk in ihren Filmkanon, der "35 Filme, die Sie kennen müssen", aufgenommen. Sie schreibt: "Der Film setzt sich mit beeindruckender Konsequenz mit dem Akt des Tötens auseinander. Und es ist diese Ernsthaftigkeit, die nach außen hin zunächst abschreckt. Aber jedem, der den Abwehrreflex überwindet, sei an dieser Stelle versprochen: Es lohnt sich!"

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