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Red Cliff
Red Cliff
© 2008 Constantin Film Verleih GmbH

TV-Tipps für Samstag (13.5.): John Woo's Magnum Opus

Sat1 zeigt "Red Cliff"

Am Samstagabend kann der geneigte Spielfilmfreund mit einem Sender auskommen: Sat1 zeigt im Hauptprogramm den vergnüglichen Animationsstreifen "Hotel Transsilvanien", bevor es im Nachtprogramm dann mit "Red Cliff" episch wird.

"Hotel Transsilvanien", Sat1, 20:15 Uhr
Dracula (gesprochen von Rick Kavanian) betreibt ein hochklassiges Erholungshotel, das vor Menschenaugen verborgen liegt. Als ein Junge (gesprochen von Elyas M'Barek) das Hotel entdeckt und sich in Dracula's Tochter (gesprochen von Josefine Preuß) verliebt, versucht der Vampir alles, um die Romanze zu verunmöglichen.

2012 kam "Hotel Transylvania" auf die Leinwände - da waren bereits sechs Jahre seit der ersten Idee zu dem 3D-Animationsfilm ins Land gegangen und nicht weniger als sechs Regisseure während der Jahre mit dem Projekt befasst gewesen. Nummero sechs war der russischstämmige Genndy Tartakovsky, der bis dahin Zeichentrickfilme für das Fernsehen inszeniert hatte, und mit "Hotel Transylvania" sein Kinofilmdebut gab.

Im Original spricht Adam Sandler den Grafen Dracula, der mit seinen Ideen den 85 Millionen Dollar teuren Streifen bereicherte. Tartakovsky versuchte, den Zeichentrickfilm im Geist der alten Tex Avery-Streifen mit Bugs Bunny & Co. und deren rasanten Verfolgungsjagden, absurden Gags und aberwitzigen Übertreibungen zu gestalten.

Das kam offensichtlich an: Trotz nur gemischter Kritiken kamen die kleinen und großen Zuschauer in Strömen und bescherten der Columbia Pictures-Produktion das beste September-Startwochenende aller Zeiten - inzwischen übertroffen von der Fortsetzung, die letztes Jahr in die Kinos gekommen ist. Als am Ende abgerechnet wurde, hatte "Hotel Transylvania" mit weltweit 358 Millionen Dollar sehr erfolgreich abgeschnitten. Auch dies inzwischen durch das Sequel überboten, das auf 470 Millionen Dollar gekommen ist.

Der heitere und alberne Tonfall des Werks, das für einen Golden Globe als "Bester Animationsfilm" nominiert war, trifft insbesondere den Geschmack jüngerer Zuschauer, während es für Erwachsene etwas zu laut und dürftig in Sachen Handlung sein dürfte. Kritiker Scott Weinberg schrieb für "The Horror Show": "Diese Mischung aus Halloween-Figuren und pausenlosen Albernheiten macht sich mit Begeisterung an die Sache und lässt im Tempo niemals nach."



"Red Cliff", Sat 1, 00:05 Uhr
Die Geschichte einer gigantischen Schlacht während der Zeit der drei Reiche in China im 3. Jahrhundert.

Mit seinen Hollywood-Ausflügen hatte John Woo nicht viel Glück und (was noch entscheidender ist) auch zunehmend keinen Erfolg: Ob "Mission Impossible 2" von 2000, "Windtalkers" von 2002 oder "Paycheck" von 2003 - keiner dieser Streifen ist besonders ins cineastische Gedächtnis übergegangen. So kehrte der chinesische Regisseur erstmals seit 1992 und "Hard Boiled" wieder in seine Heimat zurück, ließ sich für sein nächstes Projekt Zeit und legte 2008 ein gefeiertes Comeback mit diesem chinesischen Abenteuerfilm hin.

"Red Cliff" erzählt von der Gier nach Macht des Premierministers Cao Cao (Zhang Fengyi), der seinen König in einen Krieg gegen die Nachbarn im Norden treibt. Die angegriffenen beiden Reiche verbünden sich gegen die gigantische Armee von Cao Cao. Für diese Rolle war ursprünglich Ken Watanabe vorgesehen, aber es erhob sich Protest bei Fans, die es unangemessen fanden, dass eine solch wesentliche geschichtliche Figur Chinas von einem japanischen Schauspieler portraitiert werden sollte.

Die schwierigen, umgerechnet 80 Millionen Dollar teuren Dreharbeiten fanden in einem Filmstudio in Peking und in der Hebei-Provinz statt. Beim Dreh wurde ein Stuntman durch ein Feuer getötet und sechs weitere verletzt.

In Asien wurde der 288 Minuten lange "Chi bi" in zwei Teilen im Juli 2008 und im Januar 2009 in die Kinos gebracht. Es war ein Wagnis, ein solch langes Werk in zwei Portionen dem Publikum zu servieren, doch es ging auf: Die Kritiker lobten die imposant inszenierten Schlachtenszenen dieses aufwendigen und professionellen Epos. In China brach der Streifen den bis dahin von "Titanic" aufgestellten Kassenrekord. Bei den Asiatischen Filmpreisen wurde "Red Cliff" als "Bester Film" und für die "Beste Regie" nominiert und gewann für die Spezialeffekte.

Für den internationalen Markt außerhalb Asiens wurde eine gekürzte Fassung von 148 Minuten geschnitten. Kritiker und Zuschauer beklagten, dass dies zu in der Luft hängenden Handlungssträngen und fehlenden Hintergrundinformationen führte.

Für den Filmkritiker James Hoberman von "Village Voice" war dies das "Magnum Opus des Regisseurs". Roger Moore vom "Orlando Sentinel" schrieb: "Man kann nicht ein einzelnes Bild sehen, ohne das Gefühl zu haben, dass in Hollywood seit Generationen niemand so etwas von diesem Format abgeliefert hat."



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