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Florence Foster Jenkins mit Meryl Streep
Florence Foster Jenkins mit Meryl Streep
© Constantin Film

DVD & Blu-Ray der Woche: "Florence Foster Jenkins"

Meryl Streep trifft den falschen Ton

Am Mittwochabend kommt nur ein sehenswerter Spielfilm im Fernsehen, aber "The Departed" war gerade erst im Januar zu sehen. Zeit für etwas Neues: Bittersüß und brillant gespielt, ist mit "Florence Foster Jenkins" jetzt ein weiteres Juwel in der Karrierekrone von Meryl Streep auf Disc veröffentlicht worden.

"Florence Foster Jenkins"
Drama
Großbritannien
110 Minuten
FSK 0

Eine New Yorker Gesellschaftsdame (Meryl Streep) hat es sich während des Zweiten Weltkriegs in den Kopf gesetzt, als Sopranistin zu brillieren, obwohl sie überhaupt nicht singen kann.

Ein weiteres Kapitel aus der Rubrik "Kaum zu glauben, aber wahr" - und wer es nach diesem ergreifenden Drama mit einer einmal mehr brillanten Meryl Streep in der Titelrolle nicht glauben mag, sollte sich auf Youtube die Aufnahmen der echten Florence Foster Jenkins anhören, die sich unter anderem ausgerechnet an einigen der schwierigsten Stücke der Musikgeschichte wie der Arie "Der Hölle Rache" der Königin der Nacht aus Mozart's "Die Zauberflöte" versuchte.

Einer, der Zugang zu der angeblich "schlechtesten Sängerin aller Zeiten" ebenfalls über diese Clips im Internet fand, war der englische Regisseur Stephan Frears, der - bevor er das Drehbuch von Spielfilmdebutant Nicholas Martin las - nicht viel über die Amerikanerin wusste, die von 1941 bis 1944 fünf Schallplatten auf eigene Rechnung besang. "Man lacht, und gleichzeitig berührt sie einen", beschrieb Frears seine Reaktion auf die Aufnahmen. "Es ist gleichzeitig lächerlich und mutig."

Genau diesen Spagat, diese Tonlage sozusagen, musste der Filmemacher mit seiner umgerechnet 29 Millionen Dollar teuren BBC-Produktion treffen. Selbst wenn sich die Zuschauer wegen der gräulichen Gesangsdarbietungen auf der Leinwand fremdschämen, so sollte Florence Foster Jenkins doch nicht der Lächerlichkeit preis gegeben werden - dass die Hauptfigur trotz allem ihre Würde nicht verlor, war das erklärte Ziel von Stephen und Meryl. Insbesondere dank der tollen Leistung der Hauptdarstellerin, die eigens Gesangstunden nahm, um zu lernen, wie man falsch singt - "Man muss gut singen können, um falsch singen zu können", so Frears -, gelang das dem gefälligen Werk und wurde seiner Titelfigur in all ihrer tragikomischen Tragweite gerecht.

Der in New York City spielende Streifen wurde in London und Liverpool gedreht. Mit weltweit lediglich 44 Millionen Dollar floppte "Florence Foster Jenkins", der den Kritikern wesentlich besser gefiel als den Zuschauern, vergangenes Jahr an den Kinokassen.

Meryl Streep schaffte mit Nennungen bei den Oscars, den Golden Globes, dem Britischhen Filmpreisen und den Screen Actors Guild Awards zumindest den Nominierungs-"Grand Slam". Ebenfalls für einen Academy Award vorgeschlagen war Kostümbildnerin Consolata Boyle. Bei den Golden Globes waren neben Streep noch der Film selbst, Hauptdarsteller Hugh Grant und Nebendarsteller Simon Helberg nominiert. Bei den Britischen Filmpreisen gewannen die Maskenbildner; nominiert waren erneut Grant und Kostümbildnerin Boyle. Hugh wurde wie Meryl für den Screen Actors Guild Award nominiert; hier allerdings als Nebendarsteller.

Kritiker John Lui schrieb in "The Straits Times": "Das vorherrschende Gefühl in diesem warmherzig in Szene gesetzten und oft lustigen Film ist das der Zuneigung - für die Titelfigur und ihre eigentümlich kindgleiche Art, die Welt zu sehen."



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