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Forrest Gump - Tom Hanks
Forrest Gump - Tom Hanks
© Universal Pictures Germany

TV-Tipps für Sonntag (2.7.): Tom Hanks lebt aus dem Pralinenkasten

Sat1 zeigt Meisterwerk "Forrest Gump"

Am TATORT-freien Sonntagabend fährt die Konkurrenz groß auf: Sat1 zeigt im Hauptprogramm das Meisterwerk, für das Tom Hanks seinen zweiten Oscar gewann und mutmaßlich in die Rolle seines Lebens schlüpfte: "Forrest Gump". Nicht minder ikonisch geht es parallel auf Arte zu, wo Clint Eastwood als "Dirty Harry" zu sehen ist.

"Forrest Gump", Sat1, 20:15 Uhr
Der unterbelichtete Forrest Gump (Tom Hanks) beeinflusst unwissentlich einige Momente der US-Historie der sechziger und siebziger Jahre, während er vergeblich auf eine Beziehung zu seiner wahren Liebe (Robin Wright) hofft.

"Hi, I'm Forrest. Forrest Guuu-uump." Kaum ein Zuschauer weltweit, der 1994 nicht Tom Hanks' unverwechselbare Intonation imitierte. Und auch das "Leben als Pralinenschachtel" ging schnell ins kulturelle Gedächtnis über. Kein Wunder, denn diese Komödie war ein gigantischer Erfolg. In den USA und Deutschland der erfolgreichste Film des Jahres, weltweit nur übertroffen von "The Lion King". Produziert für 55 Millionen Dollar, setzte die Paramount Pictures-Produktion 678 Millionen Dollar um, und der Glanz färbte auch auf den Soundtrack ab, der allein in den USA 12 Millionen mal verkauft wurde.

Dabei waren die Kritiken nicht so enthuasiastisch wie die Reaktion der Zuschauer, die den Streifen und insbesondere die Titelfigur schnell ins Herz schlossen. Die - wenn vielleicht auch nur unterschwellige - Botschaft des Meisterwerks von Regisseur Robert Zemeckis und Drehbuchautor Eric Roth ("Extremely Loud and Incredibly Close"), der sein Skript lose auf dem gleichnamigen Roman von Winston Groom aus dem Jahr 1986 fußen ließ, war und ist umstritten. Einige gingen so weit, den Film als "faschistisch" zu bezeichnen, andere sahen in ihm zumindest eine Glorifizierung des konservativen Amerika und eine Verhöhnung der durch Robin Wright's Figur repräsentierten Gegenkultur, die am Ende für ihr Abweichen vom Weg der "schweigenden Mehrheit" mit AIDS bestraft werde. Die Kinogänger interessierte diese Lesart wenig, sie genossen die Süße und den Charme des übermäßig sentimentalen Streifens, der sich oftmals wahrer Tiefe und universeller Wahrheit nähert.

Und alle staunten über den inzwischen erreichten Stand der Computertechnik: Dass Hanks mit Hilfe von - damals noch - BlueScreen-Technik so nahtlos auf einmal in historischen Aufnahmen an der Seite von John F. Kennedy und Richard Nixon auftauchte oder Gary Sinise nur noch ein Bein hatte, war der herausragenden Arbeit von Ken Ralston und seinem Team bei Industrial Light & Magic zu verdanken.

Obwohl der Film im US-Bundesstaat Alabama spielt, wurde hauptsächlich in Georgia, North Carolina und South Carolina gedreht, aber auch in Washington D.C., Kalifornien, Montana, Utah, Maine und Arizona.

In der Preisverleihungssaison 1994/95 war "Forrest Gump" der große Gewinner. Bei den Academy Awards erhielten der Film, Regisseur Zemeckis, Drehbuchautor Roth, Hauptdarsteller Hanks, Cutter Arthur Schmidt und das Spezialeffekte-Team den Oscar; nominiert waren zudem Nebendarsteller Sinise, Kameramann Don Burgess, Komponist Alan Silvestri, die Ausstattung, die Maske, der Ton sowie der Schnitt der Toneffekte. Bei den Golden Globes gewannen der Film, die Regie und der Hauptdarsteller, bei den Britischen Filmpreisen die Spezialeffekte. 2011 nahm die US-Library of Congress "Forrest Gump" als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" ins National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Eine Zuschauerin aus Cleveland im US-Bundesstaat Ohio meint: "Das ist ein gewaltiger und zugleich charmanter Film. Witzig wegen seiner Spezialeffekte und so tiefgründig, dass man noch lange über ihn nachdenkt. Ich finde Forrest's Einfalt fast zen-artig - im Moment lebend und keine besonderen Bedürfnisse und Wünsche habend, anders als seine geliebte Jenny. Wir lieben unsere Katzen und Hunde dafür, dass sie ganz im jeweiligen Moment sind, während uns ironischer Weise unser Intellekt und unsere Sehnsüchte unglücklich machen, weil wir uns bewusst sind, was alles fehlt. Der Film fragt, ob alles vorher bestimmt ist oder zufällig passiert oder eine Kombination aus beidem ist. Und als Zuschauer kann man noch lange nach Ende des Streifens darüber sinnieren."



"Dirty Harry", Arte, 20:15 Uhr
Als ein Mann, der sich "Scorpio" nennt, San Francisco durch eine Reihe sinnloser Morde bedroht, wird der beinharte Polizist "Dirty" Harry Callahan (Clint Eastwood) beauftragt, den Psychopathen zu fassen.

Obwohl ein ganz anderes Kaliber als "Forrest Gump", hat dieser Kriminalfilm von 1971 doch zwei Dinge mit der Komödie gemeinsam: Auch dieser wurde kontrovers diskutiert und als "faschistisch" kritisiert. Und er war ebenfalls ein Riesenerfolg.

Heute - und vier Fortsetzungen später - identifiziert man Clint Eastwood so sehr mit der Rolle von Harry Callahan, dass man sich schwer jemand anderes auf der Leinwand vorstellen könnte, der zum Beispiel das berühmte Zitat "You've got to ask yourself one question: 'Do I feel lucky?' Well, do ya, punk?'" so ausspucken oder ohne Stuntdouble von einer Brücke auf einen fahrenden Bus aufspringen würde. Doch ursprünglich hatten Warner Brothers Pictures den Stoff als Film für Frank Sinatra gedacht, der aber ausstieg. Und als nacheinander Burt Lancaster, Steve McQueen und Paul Newman nicht einstiegen, bekam Eastwood den Part, der ihn zum endgültigen Durchbruch verhelfen sollte.

Clint setzte gegenüber Warner Brothers durch, dass sein Lieblingsregisseur Don Siegel, mit dem er gerade das Drama "The Beguiled" ("Betrogen") - die Neuverfilmung durch Sofia Coppola ist diese Woche in unseren Kinos gestartet - gedreht hatte, die Inszenierung übernahm. Er filmte einen der härtesten und zwiespältigsten Kriminalfilme aller Zeiten, dabei stilisiert, handwerklich hochwertig und mit schönen Bildern, die den Inhalt kontrastieren und hinter der zynischen Fassade den moralischen Kompass immer spürbar werden lassen.

Gedreht wurde vor Ort in San Francisco - für die Kritiker des Werks keine zufällige Ortswahl, stand die Stadt Ende der Sechziger doch besonders für die Gegenkultur durch Hippies und Flower Power. Dirty Harry wurde als Repräsentant des Konservativimus wahr genommen, der dessen Unbehagen an dieser Kultur zum Ausdruck bringt und mit ihr "aufräumt". Es fehlt im Film auch nicht an Herabwürdigungen Homosexueller.

Doch zur Wahrheit gehört auch, dass die Produktion sich an die wahren Geschehnisse um den nie gefassten Zodiac-Mörder heran hängte, der Ende der Sechziger sein mörderisches Unwesen nun einmal in San Francisco getrieben hatte.

Die 4 Millionen Dollar teure Produktion wurde mit 36 Millionen Dollar Umsatz allein in den USA - das entspräche heute 216 Millionen Dollar - ein Riesenerfolg. 2012 nahm die US-Library of Congress "Dirty Harry" als ""kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" ins National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein kanadischer Zuschauer lobt: "Ein unglaublicher Film und mit Sicherheit ein extrem einflussreicher, der Legionen von nachahmenden Polizisten-Streifen nach sich gezpgen hat. Ein wunderbar komponierter Film, begleitet von Lalo Schifrin's starker Jazz-Musik, beeindruckenden Luftaufnahmen und beispielhaften Dreharbeiten vor Ort, mit denen Don Siegel die Stadt zu einem genauso wichtigem Charakter wie die Figuren macht."



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