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Wir sind jung. Wir sind stark. mit Devid Striesow
Wir sind jung. Wir sind stark. mit Devid Striesow

TV-Tipp für Donnerstag (17.8.): 25 Jahre nach dem Pogrom von Rostock

ZDF zeigt "Wir sind jung. Wir sind stark."

"Wir sind jung. Wir sind stark", ZDF, 20:15 Uhr
Am 24. August 1992 belagert ein randalierender Mob ein Wohnhaus mit Asylbewerbern und zündet es an, unter dem Jubel und Applaus von 3000 Zusehenden.

Der Name Devid Striesow reichte nicht aus, um viele Zuschauer in dieses spannende und ambitioniert inszenierte Drama zu locken - gerade mal 82 600 Besucher wollten den Streifen, der die wahren Begebenheit rund um die ausländerfeindlichen Krawalle und Mordversuche 1992 im Sonnenblumenhaus von Lichtenhagen dramatisiert, sehen.

Regisseur und Drehbuchautor Burhan Qurbani war sicherlich eine exzellente Wahl, die UFA-Produktion 2014 in Szene zu setzen. 1979 als Sohn afghanischer Flüchtlinge im nordrhein-westfälischen Erkelenz geboren, steht der Künstler selbst sozusagen zwischen den Welten. So verurteilt er die die jungen, aufgehetzten Deutschen nicht, sondern bemüht sich, die Entwicklungen nach der Wende, als sich viele ehemalige DDR-Bürger als Verlierer der Geschichte fühlten, einzubinden. Manchen Kritikern war das angesichts der seit Jahren wieder in einigen Orten schwelenden Pogromstimmung schon zu entgegen kommend und entschuldigend.

"Wir sind jung. Wir sind stark." war einer der Filme, welche die deutsche Filmindustrie als Kandidaten für die Einsendung zu den Academy Awards als "Bester fremdsprachiger Film" ausgesucht hatte; am Ende entschied sich das Auswahlgremium für "Im Labyrinth der Lügen". Bei den Deutschen Filmpreisen erhielt Joel Basman die "Lola" als "Bester Nebendarsteller"; zwei weitere Nominierungen hatte es als "Bester Film" und für Kameramann Yoshi Heimrath gegeben.

Kritiker Oliver Kaever lobte in "Der Spiegel": "Das ist kein Film über Rechtsradikalismus, sondern über die Fremdenfeindlichkeit, die in der viel beschworenen Mitte der Gesellschaft entsteht. Er zeigt, wie Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche sich zum Mob formieren und eine Gewaltorgie gegen Schutzlose zum Volksfest wird, bei dem man sich an eilig bereitgestellten Imbissbuden mit Bier versorgt. Beunruhigend ist die Feststellung, dass das Damals offensichtlich kaum vergangen ist. Burhan Qurbani's Film ist gerade deshalb so gut, weil er sehr genau einer Stimmung nachspürt, die hinter den Bildern liegt und in einer ganz konkreten historischen Situation und Region entstand: 1992 in Ostdeutschland. Er zeigt die Lähmung, die Leere, das Loch, in das große Teile der ostdeutschen Bevölkerung nach der Wiedervereinigung stürzten. Das letzte Bild seines Films nimmt in gespenstischer Klarheit vorweg, dass diese Stimmung nach Rostock-Lichtenhagen nicht einfach verpufft ist. Das hässliche Deutschland, es marschiert heute wieder."



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