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Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das...nach
Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach
© Neue Visionen

TV-Tipp für Mittwoch (23.8.): Leben eines Handlungsreisenden

Arte zeigt "Eine Taube sitzt auf einem Zweig"

"Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach", Arte, 20:15 Uhr
Zwei glücklose Handelsvertreter (Holger Andersson und Nils Westblom) erleben auf ihrer Reise absurde Episoden zwischen Realität und Phantasie.

Es gilt ja die Regel, dass je absurder der Filmtitel, desto mehr Vorsicht ist als Zuschauer geboten. Was gesucht absurd-witzig klingt, soll Interesse an einem möglicherweise missglückten Streifen wecken. Das gilt aber zum Glück nicht für dieses schwedische Drama, das auf den Filmfestspielen von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.

"En duva satt på en gren och funderade på tillvaron" - so der Originaltitel - ist ein meisterhaft zusammen gesetztes und unvergesslich originelles Werk, mit dem der schwedische Regisseur und Drehbuchautor Roy Andersson 2014 seine Trilogie über die menschliche Existenz, die "Du levande-trilogin", nach "Songs from the Second Floor" aus dem Jahr 2000 und "Das jüngste Gewitter" von 2007 abschloss.

Vier Jahre arbeitete Andersson an seinem Film, den er komplett im Gebäude seiner Stockholmer Produktionsfirma realisierte. Alle Kulissen wurden aus Papier, Pappe und Holz gefertigt, was dem Ganzen im Verbund mit den sorgfältig choreographierten Szenen etwas Künstlich-Maniriertes verleiht. Die einzelnen skurrilen Szenen sind nur lose über die Themen und Figuren verbunden.

Auf den Titel kam der Filmemacher beim Betrachten des Gemäldes "Die Jäger im Schnee" von Pieter Bruegel dem Älteren aus dem Jahr 1565. Dort sitzt eine Taube in einem Baum, und Roy fragte sich, "was sie wohl über das Ganze denkt, was sich dort abspielt"? Und kam so wieder auf seine künstlerische Leitfrage: Was soll das alles, das Leben?

"En duva satt på en gren och funderade på tillvaron" wurde bei den Europäischen Filmpreisen als "Bester Film", für Regie und Drehbuch nominiert. Bei den Schwedischen Filmpreisen gewannen die Ausstattung; nominiert waren der Film, die Regie, der Schnitt und die Maske. Der Wunsch der schwedischen Filmindustrie auf eine Oscar-Nominierung erfüllte sich nicht. Das Werk wurde als Anwärter auf einen Academy Award als "Bester nicht englischsprachiger Film" nach Hollywood geschickt, dort aber nicht berücksichtigt.

Kritiker Alex Heeney schrieb in "Seventh Row": "Auf den ersten Blick scheint alles nicht zusammen zu hängen, aber es ist unbestreitbar, dass ich noch nach Tagen Zitate aus dem Film brachte, spontan über die besten Szenen lachte und noch immer von den verstörendsten Bildern heimgesucht wurde."



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