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Gladiator - Russell Crowe
Gladiator - Russell Crowe
© Universal Pictures International

TV-Tipps für Samstag (9.12.): Russell Crowe bezwingt das Römische Reich

ZDF zeigt Meisterwerk "Gladiator"

Auch am zweiten Adventssamstag ist gutes Spielfilmangebot nur für Nachteulen zu haben: Zeitgleich im Nachtprogramm bringen die ARD "Die Lincoln Verschwörung" von Robert Redford und das ZDF das Meisterwerk "Gladiator" von Ridley Scott.

"Die Lincoln Verschwörung", ARD, 01:35 Uhr

14. April 1865. Der amerikanische Bürgerkrieg endet mit dem Sieg der Nordstaaten. Die Feierlichkeiten in der US-Hauptstadt Washington werden durch eine Serie von Anschlägen beendet - einem davon fällt US-Präsident Abraham Lincoln zum Opfer. Ein Militärgericht klagt nicht nur die gefassten Attentäter, sondern als einzige Frau auch Mary Surrat (Robin Wright) als Mitverschwörerin an, weil sie die Verschwörer über ein Jahr lang in ihrer Pension beherbergt hat. Während sich die Öffentlichkeit gegen sie wendet, sieht sie sich gezwungen, auf ihren unwilligen Rechtsanwalt (James McAvoy) zu vertrauen, um die Wahrheit aufzudecken und ihr Leben zu retten.

Robert Redford ist bekanntermaßen ein Liberaler. Dass er 2010 diese wahre Geschichte über die Einschränkung von Bürgerrechten, außergerichtlicher Militärjustiz, faire Gerichtsverfahren und Vorverurteilung durch die Öffentlichkeit aus den Tiefen der Historie hervorholte und für sein Drama auswählte, war mit Sicherheit kein Zufall. Sie speiste sich unter anderem Drang, dem gesellschaftlich-politischen Klima der Ära unter Präsident George W. Bush und Post-9/11-Jahre ein filmisches Bekenntnis entgegen zu setzen und die Zuschauer zum Nachdenken anzuregen.

Solch ein Vorhaben kann seine Tücken haben, wenn ein Filmemacher dem Publikum mit aller Macht eine Botschaft einhämmern will und sein Werk dann verbissen-einseitig daherkommt. Doch mit "The Conspirator" (Der Verschwörer), wie der Film im Original heißt, vermied Redford diesen Dogmatismus, sondern inszenierte diese erinnerungswerte Geschichte mit gut besetzten Schauspielern sehr ernsthaft und teilweise wie ein Kammerstück. Das mag nicht jedermanns Sache sein - der Film war ein Flop und spielte nicht mal seine bescheidenen Produktionskosten in Höhe von 25 Millionen Dollar wieder ein. Aber diejenigen, die einen nachdenklichen und anspruchsvollen historischen Streifen zu schätzen wissen, werden nicht enttäuscht werden.

"Superbe Darstellungen von James McAvoy und Robin Wright sorgen neben der zunehmend konzentrierteren Erzählweise dafür, dass der Film sich am Ende als eine lohnende Erfahrung mit einer starken Botschaft erweist", befand Ben Rawson-Jones für "Digital Spy".



"Gladiator", ZDF, 01:40 Uhr
Nachdem ein römischer General (Russell Crowe) verraten und seine Familie durch den korrupten Sohn (Joaquin Phoenix) des Kaisers (Richard Harris) ermordet worden ist, kehrt er als Gladiator nach Rom zurück, um sich zu rächen.

Ridley Scott's Karriere in den Neunzigern war nicht gerade berühmt: Seine letzten drei Filme "G.I. Jane", "White Squall" und "1492" waren gefloppt, seit dem starken Beginn des Jahrzehntes mit "Thelma und Louise" hatte kein Streifen mehr begeistert. Die Wahl, einen "Schwert- und Sandalen-Film" zu drehen, von dem Hollywood seit den Sechzigern die Finger gelassen hatte, schien ein weiterer Nagel im Karrieresarg des großen Filmemachers zu sein. Doch so wie in seinem Abenteuerfilm von 2000 ein "Held aufersteht", so bewies auch der Brite seine Größe und landete einen der gigantischsten Erfolge seiner Karriere, kommerziell wie künstlerisch.

Drehbuchautor David Franzoni hatte auf lockeren historischen Fakten und dem Epos "The Fall of the Roman Empire" von 1964 basierend die Geschichte von Kaiser Commodus und seiner Ermordung im 2. Jahrhundert zu Papier gebracht, und es gelang Dreamworks Pictures, Scott für das Projekt zu gewinnen. Dieser machte sich daran, mit großem Aufwand und einem Budget von 103 Millionen Dollar das antike Rom auf Malta und in Marokko nachzustellen. So baute man unter anderem auf Malta ein Drittel des römischen Kolosseums in einer Größe von etwa 15 Metern nach, und über drei Monate wurden rund 27 000 Waffenteile hergestellt.

Nicht Schritt halten konnte das Drehbuch, das noch während der Dreharbeiten nicht fertig war und von verschiedenen Autoren ständig überarbeitet wurde. Und wenn fertige Seiten den Drehort erreichten, weigerte sich Hauptdarsteller Crowe des öfteren, "diesen Mist zu sprechen", und verließ aus Protest den Set. Laut Crowe startete man nach Marokko mit gerade mal 32 Seiten im Gepäck und dachte sich vieles von dem, was dann an Dialogen und Szenen auf der Leinwand zu sehen war, aus, während man drehte.

Ridley Scott legte viel Wert auf historische Genauigkeit und engagierte Historiker als Berater. Dennoch gründet sich das Geschehen auf der Leinwand mehr auf alten Hollywood-Epen als auf historischer Akkuratesse. Gebäude, Kostüme, Waffen und Gladiatorenkämpfe sind ein bunter Mischmasch aus vielen Jahrhunderten - im Fall der als Steinzeitmenschen herumlaufenden Germanen gar Jahrtausenden - und ganz viel Phantasie und Wellenschlag. Prof. Kathleen Coleman von der Universität Harvard drückte es so aus: "Historische Authentizität scheint eine etwas periphere Überlegung zu sein."

Aber das war wiederum den meisten Kritikern und mit Sicherheit dem Publikum egal, denn es war verdammt gutes Kino, das auch im großen Stil von den neuen Möglichkeiten der computergenerierten Bilder Gebrauch machte und so unter anderem das Kolosseum mit virtuellen Zuschauern auffüllte, CGI-Tiger in die Arena schickte oder den während der Dreharbeiten auf Malta verstorbenen Oliver Reed wieder "zum Leben erweckte". Scott und seine exzellenten Schauspieler brachten die Intensität römischer Gladiatorenkämpfe und der dahinter brodelnden politischen Intrigen erfolgreich auf die Leinwand, tarierten elektrisierendes Spektakel und nicht weniger spannungsvoll aufgeladene intime Momente in ein überzeugendes Gleichgewicht aus.

Weltweit kamen 458 Millionen Dollar in die Kassen, womit "Gladiator" nach "Mission Impossible 2" der zweiterfolgreichste Film des Jahres wurde. Crowe, durch Filme wie "L.A. Confidental" und "The Insider" zwar schon bekannt, wurde durch diesen Streifen auch dem Multiplex-Publikum zum Begriff und endgültig zum Star. Der größte Triumph folgte dann bei der Oscar-Verleihung 2001, als das Epos für zwölf Academy Awards nominiert wurde, von denen es fünf gewann: Als "Bester Film", für Crowe als "Bester Hauptdarsteller", für die "Besten Kostüme", für den "Besten Ton" und für die "Besten Spezialeffekte". Nominiert waren Phoenix als "Bester Nebendarsteller", Scott als "Bester Regisseur", das "Beste Drehbuch", die "Beste Kamera", der "Beste Schnitt", die "Beste Musik" und die "Besten Kulissen". Der Film wurde mit einem Golden Globe als "Bester Film" ausgezeichnet, so wie Hans Zimmer für die "Beste Musik". Bei den Britischen Filmpreisen gewann das Werk als "Bester Film", für die "Beste Kamera", den "Besten Schnitt" und die "Besten Kulissen". Alles in allem erhielt dieses Meisterwerk, das zu den besten Filmen aller Zeiten gerechnet wird, rund 60 Preise.

Ein Zuschauer aus Michigan findet: "Russell Crowe ist so fesselnd und überzeugend als ein General, der von seinen Soldaten verehrt wird, und als Sklave, der vom Volk geliebt wird, dass der Film wirklich funktioniert. Aber der wahre Star des Films sind die unglaublichen Action-Szenen, die den Zuschauer gleich schon mit der Eröffnungssequenz durchschütteln. Die Kameraarbeit innerhalb dieser Sequenzen gibt dem Ganzen eine moderne Wendung, die für die grausigen Szenen wirklich wirkt. Der Film markiert ein triumphales Comeback für die lange vergessenen Epen aus der klassischen Zeit Hollywoods."



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