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Brendan Gleeson und Colin Farrell in Brügge...rben?
Brendan Gleeson und Colin Farrell in Brügge sehen...und sterben?
© TOBIS Film

TV-Tipps für Samstag (3.2.): Colin Farrell hängt in Brügge fest

ARD zeigt "Brügge sehen...und sterben?"

Im Spätprogramm des Samstagabends haben Spielfilmfreunde die Wahl zwischen dem humorigen US-Drama "Moneyball" auf Pro7 und dem humorigen britischen Krimi "Brügge sehen...und sterben?".

"Die Kunst zu gewinnen - Moneyball", Pro7, 22:55 Uhr

Der Manager (Brad Pitt) das Baseball-Clubs Oakland Athletics versucht trotz eines schmalen Budgets mit Hilfe von Computeranalysen eine erfolgreiche Mannschaft zusammen zu stellen.

Um die Jahrtausendwende gelang es Billy Bean, dem Manager von Oakland Athletics, ein Team aufzubauen, das mit Vereinen mithalten konnte, obwohl diese über ein wesentlich höheres Budget verfügten. Von 2000 bis 2003 schaffte es die Mannschaft, in die Play-offs zu kommen. Money well spent. Bean vermochte, genau die richtigen Spieler einzustellen, indem er auf Computerstatistiken vertraute. Nach den schwachen Neunzigern, in denen der World Series-Sieger von 1989 nicht viel zu bestellen hatte, erlebten die Baseballer dadurch eine kleine Renaissance, die in der Branche für Aufsehen sorgte.

Michael Lewis beschrieb diese Phase 2003 in seinem Sachbuch "Moneyball: The Art of Winning an Unfair Game", an dem im Jahr darauf Columbia Pictures die Verfilmungsrechte erwarben. Bis zum Beginn der Dreharbeiten war es da noch ein langer Weg. Die 50 Millionen Dollar teure Produktion tat sich schwer, den geeigneten Regisseur zu finden: David Frankel ("Verborgene Schönheit") wurde durch Steven Soderbergh ("Ocean's Eleven") ersetzt, den Columbia kurz vor dem geplanten Drehbeginn 2009 entließen. Die Studiobosse wollten dem Konzept Soderberghs, unter anderem im Film Interviews mit den realen Persönlichkeiten einzustreuen, nicht folgen. Statt seiner erhielt Bennett Miller ("Foxcatcher") das Megaphon, während Aaron Sorkin ("Steve Jobs") damit beauftragt wurde, das Drehbuch von Steven Zaillian ("Exodus: Gods and Kings") nochmals zu überarbeiten.

Schließlich begannen die Dreharbeiten im Sommer in verschiedenen Baseball-Stadien und in den Culver City Studios der Columbia-Muttergesellschaft Sony. Miller gelang es gemeinsam mit seinen starken Mimen Brad Pitt und Jonah Hill, eine Nischengeschichte in ein scharfsinniges, witziges und auch anrührendes Drama zu verwandeln. Die Handlung hält sich dabei in weiten Teilen an die historischen Begegebenheiten, und in Nebenrollen treten tatsächliche Baseball-Spieler, -Manager und -Trainer auf.

Im Ausland hat die Sportart Baseball von jeher einen schweren Stand beim Publikum, so dass "Moneyball" hier floppte, während er auf dem Heimatmarkt ein solider Erfolg wurde. Mit weltweit 110 Millionen Dollar kam das Werk 2011 beim Publikum also schwächer an als bei den Kritikern, die den Film einhellig priesen und auf viele Jahresbestenlisten setzten.

Auch Filmindustrie würdigte das Sportdrama: Es gab sechs Oscar-Nominierungen für den Film selbst, das Drehbuch, Hauptdarsteller Brad Pitt, Nebendarsteller Jonah Hill, Cutter Christopher Tellefsen und für die Tonmischung. Bei den Golden Globes lagen der Film selbst, das Drehbuch, Hauptdarsteller Pitt und Nebendarsteller Hill im Rennen. Ähnlich bei den Britischen Filmpreisen, wo wieder das Drehbuch, Pitt und Hill genannt wurden.

Kritiker Jonathan Kiefer schrieb in "Sacramento News": "Dass eine buchstäblich buchhalterische Geschichte überhaupt echte menschliche Gedanken und Gefühle transportiert, muss man dem Film als eine Art Triumph anrechnen."



"Brügge sehen...und sterben?", ARD, 23:40 Uhr

Ein nach einem schief gegangenen Auftrag von Schuld geplagter Auftragsmörder (Colin Farrell) und sein Partner (Brendan Gleeson) warten im belgischen Brügge auf neue Anweisungen ihres rücksichtslosen Bosses (Ralph Fiennes).

Der irische Regisseur und Drehbuchautor Martin McDonagh, aktuell triumphal mit "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" auf den Leinwänden, gab mit "In Bruges" - so der Originaltitel - 2008 sein Regiedebut. Der intelligente und originelle britische Kriminalfilm profitiert enorm davon, vor Ort im pittoresken Brügge gedreht worden zu sein, aber seine Qualität bezieht er auch aus der wirkungsvollen Mischung sehr schwarzen Humors und von Krimi-Elementen. Die witzigen Dialoge und die gewandten schauspielerischen Leistungen tun ihr Übriges.

Für umgerechnet 15 Millionen Dollar entstanden, spielte die Focus Features-Produktion weltweit 35 Millionen Dollar ein und erhielt gute Kritiken. Dazu kamen eine Oscar-Nominierung für das Drehbuch, ein Golden Globe für Hauptdarsteller Colin Farrell und zwei Globes-Nominierungen für den Film und Hauptdarsteller Brendan Gleeson sowie ein Britischer Filmpreis für das Drehbuch und BAFTA-Nominierungen für den Film, Nebendarsteller Brendan Gleeson und Cutter Jon Gregory.

Kritiker Mike Davies befand in "Birmingham Post": "Mit Sicherheit der Film in diesem Jahr mit den meisten Kraftausdrücken, schafft es Martin McDonagh, dem Auftragskiller-Genre einen frischen Dreh zu verpassen, mit einem Teil Harold Pinter, einem Teil Laurel und Hardy und einem Teil Fellini."



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