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James Bond-Regisseur Lewis Gilbert gestorben

Oscar-nominiert für "Alfie"

Im Alter von 97 Jahren ist der englische Regisseur Lewis Gilbert am 23. Februar in Monaco gestorben. Der Filmemacher wurde besonders mit drei Beiträgen zu den James Bond-Reihe und dem Michael Caine-Film "Alfie" bekannt.

Die Bond-Produzenten Barbara Broccoli und Michael Wilson veröffentlichten eine Trauerbekundung: "Mit großer Traurigkeit haben wir vom Tod unseres lieben Freundes Lewis Gilbert erfahren. Lewis war ein echter Gentleman. Er hat einen enormen Beitrag zur britischen Filmindustrie und zu den Bond-Filmen geliefert. Seine Filme werden von uns nicht nur geliebt, sondern gelten als Klassiker der Reihe. Wir werden ihn sehr vermissen."

Lewis Gilbert wurde am 6. März 1920 in London in eine Familie von Varieté-Künstlern geboren, stand mit fünf Jahren erstmals auf einer Bühne und begann als Jugendlicher in den Dreißigern in Statistenrollen in Filmen mitzuwirken. Schon bald richtete sich sein Interesse auf die Arbeit hinter der Kamera. So arbeitete er 1938 als Assistent an "Jamaica Inn" ("Riffpiraten") von Alfred Hitchcock mit. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete er für die Royal Air Force Film Unit und dann für die US Air Corps Film Unit und drehte von 1944 bis 1946 drei Dokumentarkurzfilme.

1947 inszenierte er mit dem britischen Drama "The Little Balerina" seinen ersten Spielfilm. Seinen Durchbruch als Regisseur gelang ihm 1952 mit "Emergency Call" ("Nur fünf Tage Zeit"), einem britischen Thriller mit Jack Warner. Der Abenteuerfilm "Reach for the Sky" ("Allen Gewalten zum Trotz") mit Kenneth More im Jahr 1956, für den er für den Britischen Filmpreis als "Bester Regisseur" nominiert wurde, der Abenteuerfilm "Carve Her Name with Pride" mit Virigina McKenna aus dem Jahr 1958 und der Abenteuerfilm "Sink the Bismarck!" ("Die letzte Fahrt der Bismarck") mit Kenneth More aus dem Jahr 1960 schärften sein Profil als erfolgreicher Filmemacher weiter.

Seinen Karrierehöhepunkt erreichte Gilbert 1966 mit der Komödie "Alfie" mit Michael Caine. Als Produzent des von ihm inszenierten Streifens erhielt er eine Oscar-Nominierung, eine Golden Globes- sowie eine BAFTA-Nominierung als Regisseur. Bei den Filmfestspielen in Cannes gewann "Alfie" den Großen Preis der Jury, sozusagen die Silbermedaille des Festivals. "Dieser Film hatte einen großen Einfluss auf meine Karriere", schrieb Lewis später. "Ich war der Liebling des Monats, und mir wurden alle Projekte angeboten."

Eines dieser Projekte, das man sicherlich schwerlich ablehnen konnte, war der James Bond-Film "You Only Live Twice" im Jahr 1967, der in Japan spielende Streifen mit Donald Pleasence als Blofeld im Vulkan, Karin Dor als Piranha-Futter und Sean Connery's erstem Abschied von der Rolle. 1977 kehrte Gilbert zu der Reihe zurück und inszenierte die sehr erfolgreichen "The Spy Who Loved Me" und zwei Jahre später "Moonraker" auf dem Höhepunkt der Roger Moore-Ära. Während Ersterer von 007-Fans und Filmhistorikern recht hoch gehandelt wird, überdrehte der vom Erfolg von "Star Wars" beeinflusste und weniger beliebte "Moonraker" den Albernheits-Faktor ein wenig zu sehr, was indes dem Erfolg keinen Abbruch tat.

In den Achtzigern reüssierte der Künstler mit der Komödie "Educating Rita" ("Rita will es endlich wissen") mit Julie Walters im Jahr 1983, die als "Bester britischer Film" den Britischen Filmpreis gewann, und der Komödie "Shirley Valentine" mit Pauline Collins im Jahr 1989, die als "Bester britischer Film" nominiert war. 1990 ehrte ihn die Britische Filmakademie mit dem BAFTA Award für sein Lebenswerk. Seine letzte Arbeit realisierte er 2002 mit der Komödie "Before You Go", erneut mit Julie Walters.

1997 wurde Lewis Gilbert aufgrund seiner Verdienste um die britische Filmindustrie zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Er war von 1951 bis zu ihrem Tod 2005 mit Hylda Tafler verheiratet; aus der Ehe ging ein Sohn hervor.


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