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Il divo - Gefolgschaft von Giulio Andreotti (Toni Servillo)
Il divo - Gefolgschaft von Giulio Andreotti (Toni Servillo)
© Delphi Filmverleih

TV-Tipp für Donnerstag (17.5.): Paolo Sorrentino seziert die italienische Politik

3sat zeigt "Il Divo - Der Göttliche"

"Il Divo - Der Göttliche", 3sat, 22:25 Uhr
Die Geschichte des italienischen Politikers Giulio Andreotti (Toni Servillo), der in Italien ab 1972 siebenmal als Premierminister diente und unzählige Male vor Gericht stand.

Für Nichtkenner der Untiefen der italienischen Politik mag dieses italienische Drama manchmal schwer zu verfolgen sein, aber als Stück Kino packen und erregen die Bilder und die Ränkespiele allemal. Regisseur und Drehbuchautor Paolo Sorrentino inszeniert - ähnlich wie Oliver Stone bei "Nixon" - Zeitgeschichte wie ein Shakespearsches Königsdrama und kritisiert nebenbei das desolate politische System Italiens.

Mit Giulio Andreotti wählte sich Sorrentino ein Prachtexemplar dieses Systems heraus, der es wie kein zweiter repräsentierte. 1972 wurde er erstmals zum Premier gewählt, sollte noch sechs weitere Male gewählt werden, wobei er nie länger als zwei Jahre im Amt war. Andreotti war an 34 Regierungen beteiligt und 21 Mal Minister. 1993 wurde er erstmals angeklagt, die sizilianische Mafia, die Cosa Nostra, begünstigt zu haben. Andreotti wurde jedoch in allen Anklagepunkten freigesprochen.

Die Dreharbeiten zu der umgerechnet 7 Millionen Dollar teuren Produktion fanden in Rom, Neapel, Palermo und Turin statt. Weltweit spielte "Il divo" 11 Millionen Dollar ein und bekam neben exzellenten Kritiken auch zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen. Die Maskenbildner Aldo Signoretti und Vittorio Sodano erhielten eine Oscar-Nominierung. Bei den Filmfestspielen von Cannes gewann der Film den Preis der Jury, sozusagen Bronze hinter dem französischen "Die Klasse" und dem italienischen "Gomorrha". Bei den Europäischen Filmpreisen waren der Film, Regie und Drehbuch nominiert; gewinnen konnten Hauptdarsteller Toni Servillo und Kamermann Luca Bigazzi. Nicht weniger als 16 Nominierungen erhielt das Werk bei den Italienischen Preisen, davon konnten sieben in Preise umgesetzt werden: Für Hauptdarsteller Servillo, Nebendarstellerin Piera Degli Esposti, Kameramann Luca Bigazzi, Komponist Teho Teardo, Maskenbildner Vittorio Sodano, Friseur Aldo Signoretti und die "Besten Visuellen Effekte".

Kritiker Rob Thomas urteilte in "Capital Times": "Man mag das Kino nicht mit einem größeren Verständnis der italienischen Politik verlassen, aber mit der Wertschätzung herausragenden Filmemachens."



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