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"Shoplifters" gewinnt Goldene Palme

Asia Argento klagt mit #MeToo-Rede an: "Wir wissen, wer ihr seid"

Am Samstag sind die 71. Internationalen Filmfestspiele von Cannes mit der Bekanntgabe und Auszeichnung der Gewinner zu Ende gegangen. Den Hauptpreis der Palme d'Or, der Goldenen Palme, verlieh die Jury mit ihrer Vorsitzenden Cate Blanchett an "Manbiki Kazoku" ("Shoplifters"). Für das japanische Drama um eine Familie von Dieben, die ein kleines Straßenmädchen aufnimmt, nahm Regisseur und Drehbuchautor Hirokazu Koreeda die Auszeichnung entgegen. Es ist sein zweiter Gewinn in Cannes, nachdem er 2013 mit dem Preis der Jury, quasi dem dritten Platz, für sein Drama "Soshite chichi ni naru" ("Vater und Sohn") geehrt worden war.

Der große Preis der Jury ging an Spike Lee für dessen US-Kriminalfilm "BlacKkKlansman", während der Preis der Jury Nadine Labaki für ihr libanesisches Drama "Cafernaúm" überreicht wurde.

Nach Meinung der Beobachter war es ein guter Cannes-Jahrgang ohne herausragendes Werk, mit vielen Filmen mit politischen und sozialkritischen Untertönen. Der Jury ist es dabei gelungen, die Preise angemessen an die besten des Jahrgangs zu verteilen - eine kontroverse Diskussion wie bei der Preisverleihung der Berlinale im Winter ist jedenfalls ausgeblieben.

Wie das gesamte Festival stand auch die Preisverleihung im Zeichen der Gleichberechtigungs- und Gerechtigkeitskampagnen Time's Up und #MeToo. Das wurde nirgends deutlicher als bei der Rede von Asia Argento, die einen Preis überreichte und wohl nicht zufällig von der Festivalleitung für diese Aufgabe ausgewählt worden war. Die Schauspielerin erklärte, dass sie "1997 hier in Cannes von Harvey Weinstein in seinem Jagdrevier vergewaltigt" worden sei.

"Ich mache eine Voraussage", so die Aktrice. "Harvey Weinstein wird hier niemals wieder willkommen sein. Er wird in Schande leben, ausgeschlossen von einer Filmgemeinschaft, die ihn einst umarmte und seine Verbrechen deckte. Auch heute Abend sitzen unter euch diejenigen, die für ihre Verbrechen gegen Frauen noch zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Ihr wisst, wer ihr seid, aber noch wichtiger ist, dass wir wissen, wer ihr seid, und wir euch nicht länger damit davonkommen lassen."

Die komplette Liste der Preisträger:

Goldene Palme: "Shoplifters" von Kore-Eda Hirokazu (Japan)

Großer Preis der Jury : "BlacKkKlansman" von Spike Lee (USA)

Preis der Jury: "Capernaüm" von Nadine Labaki (Libanon)

Beste Regie: Pawel Pawlikowski für "Cold War" (Polen)

Bestes Drehbuch: Alice Rohrwacher für "Happy is Lazzaro" (Italien) und Jafar Panahi und Nader Saeivar für "Three Faces" (Iran)

Beste Schauspielerin: Samal Yeslyamova für "Ayka" von Sergey Dvortsevoy (Russland)

Bester Schauspieler: Marcello Fonte für "Dogman" von Matteo Garrone (Italien)

Camera d'Or für den besten Debütfilm: "Girl" von Lukas Dhont (Belgien)

Goldene Palme für den besten Kurzfilm: "All these creatures" von Charles Williams (Australien)

Sonderpreis: Jean-Luc Godard


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