Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
28 Days Later - Cillian Murphy
28 Days Later - Cillian Murphy
© 20th Century Fox

TV-Tipps für Sonntag (16.9.): Cillian Murphy erwacht alleine

RTL2 zeigt "28 Tage später"

Am Sonntagabend zeigt Arte im Hauptprogramm mit "César und Rosalie" einen von Romy Schneider's besten französischen Filmen, bevor es zum Wochenausklang in RTL2 mit "28 Days Later" von Danny Boyle noch mal zur Sache geht.

"César und Rosalie", Arte, 20:15 Uhr
César (Yves Montand) liebt Rosalie (Romy Schneider), die es ihm nicht einfach macht - schon gar nicht, als ihre alte Flamme (Sami Frey) wieder in ihr Leben tritt.

Der französische Regisseur und Drehbuchautor Claude Sautet ("Ein Herz im Winter") hat insgesamt fünfmal mit der deutschen Schauspielerin Romy Schneider zusammen gearbeitet, die ihn als ihren Lieblingsregisseur bezeichnete. Dieses französische Drama fällt in die Mitte dieser von 1970 bis 1978 währenden Kooperationen und gehört zu ihren besten. Gedreht wurde der Film im französischen Département Vendée. sowie in Paris, Brittany und Sète.

"César et Rosalie" ist ein intelligenter, hervorragend gespielter und aufmerksamer Film, der zeigt, wie die französische Mittelklasse hinter ihren Konventionen um Liebe und Glück ringt. Sautet stellt philosophische und zum Nachdenken anregende Fragen, inwieweit man das Recht auf eine Person besitzt und ob man Menschen als Besitz sehen kann. Das Werk bietet zugleich eine interessante Momentaufnahme der sich veränderten Ansichten bezüglich der sexuellen Revolution der Sechziger. Die unverblümte Darstellung einer Dreiecksbeziehung stieß 1972 nicht überall auf Gegenliebe, aber in Frankreich war der Streifen mit 2,5 Millionen Zuschauern ein Erfolg.

Ein Zuschauer befindet: "Claude Sautet's Werke sind keine intellektuellen Filme, sondern sie zeigen Menschen im wahren Leben, mit ihren Stärken und Schwächen, Menschen, die lachen und weinen. Filme über das Leben, wo es nicht unbedingt immer ein Happy Ending gibt. Oft geht es im Kino um übertriebene Situationen und melodramatische Momente. In Filmen wie diesem finden wir normale Situationen mit Menschen, mit denen wir uns identifizieren und deren Gefühle wir teilen können."



"28 Days Later", RTL2, 00:05 Uhr
Vier Wochen, nachdem sich ein unheilbares Virus verbreitet und die Bevölkerung in fleischeshungrige Untote verwandelt hat, versucht eine Gruppe (Naomi Harris, Brendan Gleeson und Cillian Murphy) Zuflucht an einem sicheren Ort zu finden.

Das ist die Handlung der hochgelobten Fernsehserie "The Walking Dead". Doch das ist auch die Handlung dieses Horrorfilms aus der Feder von Alex Garland, der nach "The Beach" erneut mit Regisseur Danny Boyle ("Slumdog Millionaire") zusammen arbeitete, um diesmal eine ganz anders aus dem Ruder gelaufene Zukunftsvision auf die Leinwand zu bringen. Und da "28 Days Later" 2002 in die Kinos kam, acht Jahre vor "The Walking Dead", ist es nur recht und billig zu konstatieren: Danny was here first.

Und wie! Mit der Digitalvideo-Kamera gedreht, was dem Ganzen ein grobkörniges und raues Aussehen verleiht und die Unmittelbarkeit des Dabeiseins suggeriert, legt Boyle ein schnelles Tempo vor, das auch durch seine Zombies diktiert wird. Die schlurfenden Untoten waren gestern - diese hier können rennen, was den Schrecken nochmal erhöht, auch wenn Genre-Puristen schimpften, dies seien keine Zombies mehr. Was im Übrigen der Regisseur auch so sah: Boyle und die Figuren im Film selbst sprechen nur von "Infizierten".

Für die außerordentlichen Szenen eines verlassenen London wurde tatsächlich vor Ort gedreht: An Sonntagen vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang bekam die Film-Crew die Erlaubnis, für knapp eine Stunde auf den abgesperrten Straßen und Plätzen zu drehen. Schnell zu sein, war das Gebot, wobei die leichten Digitalkameras natürlich besser geeignet waren als schwerfälligere Filmkameras. Innerhalb von 20 Minuten platzierte die Crew den auf der Seite liegenden Doppeldeckerbus, filmte das Ganze und entfernte ihn wieder.

Die umgerechnet nur 8 Millionen Dollar teure britische Produktion, die exzellente Kritiken erhielt, war besonders in den USA erfolgreich, so dass am Schluss weltweit ein Umsatz von 83 Millionen Dollar erzielt worden war und die Fortsetzung "28 Weeks Later" vier Jahre später startete, mit der Danny Boyle dann aber nichts mehr zu tun haben sollte.

Ein amerikanischer Zuschauer lobt: "Danny Boyle hat für ein reichlich beackertes Genre einen anderen Tonfall, einen anderen Handlungsort und eine sich anders entwickelnde Szenenstruktur gefunden. '28 Days Later' ist so zugleich ein Horrorfilm, wie wir schon viele gesehen haben, und einer, den wir so noch nie gesehen haben. Das Ergebnis ist ein durch und durch faszinierender Streifen für ein modernes Publikum."



Hier geht es zum kompletten TV-Programm


Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.