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Für eine Handvoll Dollar - Clint Eastwood und Marianne Koch
Für eine Handvoll Dollar - Clint Eastwood und Marianne Koch

TV-Tipp für Donnerstag (13.12.): Clint Eastwood zieht das erste Mal

3sat zeigt Meisterwerk "Für eine Handvoll Dollar"

"Für eine Handvoll Dollar", 3sat, 22:25 Uhr
Ein umherziehender Revolverheld (Clint Eastwood) spielt zwei Familien in einer Stadt, die von Gier, Stolz und Rache zerrissen ist, gegeneinander aus.

Clint Eastwood als Fremder im Poncho mit dem Zigarrenstummel im Mund auf einem Maultier. Sergio Leone's Inszenierung mit extremen Nahaufnahmen, die mit Breitwand-Landschaftsaufnahmen kontrastieren und dem Western etwas Opernhaftes verleihen. Die dazu passend sich zu opernhaften Höhen aufschwingende Musik von Ennio Morricone. Das sind die Zutaten zu einem Meisterwerk, von dem 1964 zunächst niemand Kenntnis nahm, bis die Schlangen vor den italienischen Kinos immer länger wurden.

Mit "Per qualche dollaro in più" - so der Originaltitel - begründete Regisseur und Drehbuchautor Leone den Spaghetti Western mit seinen ungeschminkten brutalen Gewaltdarstellungen, seinen Anti-Helden und der amoralischen Grundstimmung, der das italienische Kino mit weiteren international beachteten Meisterwerken wie Leone's "Zwei glorreiche Halunken" und "Spiel mir das Lied vom Tod" für das kommende Jahrzehnt prägen sollte - und sei es dann schließlich in Form der Komödien mit Terence Hill und Bud Spencer, die den Spaghetti Western mit "Die rechte und die linke Hand des Teufels" und "Vier Fäuste für ein Halleluja" Anfang der Siebziger einmotteten.

Dass es in dem Streifen zur Sache geht, deutet bereits der Vorspann von Iginio Lardani an, in dem Silhouetten in Rot, Schwarz und Weiß auftauchen, begleitet von peitschenden Schüssen.

"Per qualche dollaro in pìu" basierte auf dem japanischen Abenteuerfilm "Yojimbo" von Akira Kurosawa aus dem Jahr 1961, den Leone in Rom im Kino sah. Dass sich die italienischen Produzenten dann nicht um die Verfilmungsrechte kümmerten, brachte ihnen eine Klage der japanischen Filmgesellschaft Toho ein, die außergerichtlich beigelegt wurde. Toho und Kurosawa - "Sergio Leone hat einen sehr guten Film gemacht, aber es ist mein Film" - erhielten eine Gewinnbeteiligung - was sich als sehr lukrativ herausstellen sollte - und die Verwertungsrechte für Asien.

Nur umgerechnet 200 000 Dollar standen Leone zur Realisierung zur Verfügung. Das reichte nicht, um wie von ihm erhofft einen großen Hollywood-Star nach Italien zu locken. Henry Fonda, Charles Bronson und James Coburn sagten ab. Schließlich wandte sich der Filmemacher an Richard Harrison, einen amerikanischen Schauspieler, der bereits in Italien drehte. Er winkte auch ab, aber: "Mein möglicherweise größter Beitrag zur Kinogeschichte ist, den Film nicht gemacht zu und statt dessen Clint für die Hauptrolle empfohlen zu haben."

Der damals 33-jährige Eastwood war für seine Fernsehserie "Rawhide" ("Tausend Meilen Staub") in den USA bekannt, aber im Kino hatte er noch keine Duftmarke gesetzt. Mit seiner Zusage sollte sich das ändern. Der Riesenerfolg von "Per qualche dollaro in pìu" machte den Akteur erst in Europa und dann zeitverzögert in den USA zum Star.

Gedreht wurde - wie so viele Western und Abenteuerfilme - in der spanischen Provinz Almería, in der Nähe von Madrid und in den Cinecitta-Studios in Rom. Eastwood war der Einzige mit der Muttersprache Englisch. Die Drehbücher lagen in vier verschiedenen Sprachen vor, und jeder der Schauspieler sprach seine Sätze in seiner jeweiligen Landessprache Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch. Diese wurden gar nicht erst aufgenommen, statt dessen ließ man im Tonstudio alles auf Italienisch nachsynchronisieren.

Die knappen Finanzen machten sich laut Clint ständig bemerkbar: "Wir hatten keine Elektrizität, keinen Wohnwagen mit Toilette und wegen Geldknappheit mussten die Filmarbeiten teilweise ruhen, aber Leone ließ sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen. Improvisation und Einfallsreichtum waren ihm eigen."

Die Beharrlichkeit des Regisseurs machte sich qualitativ wie kommerziell bezahlt. Sein Werk wurde zum damals erfolgreichsten italienischen Film aller Zeiten und spielte weltweit rund 15 Millionen Dollar ein.

Ein Zuschauer schwärmt: "Der Mann ohne Namen ist einer der ikonischen Helden des Kinos, und Clint Eastwood verkörpert ihn hier perfekt. Ebenso ist die Inszenierung perfekt, manche Blickwinkel, die hier verwendet werden, hatte ich noch nie in einem Western gesehen, und die Szenerie ist mit feinfühliger Sorgfalt ausgeleuchtet. Die Musik ist mitreißend und inspirierend, und die Darsteller spielen mit Mumm und Aufrechtigkeit. Wer sich für einen Kinofan hält, muss diesen Film gesehen haben."



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