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Zurück in die Zukunft II - Michael J. Fox
Zurück in die Zukunft II - Michael J. Fox
© Universal Pictures International Germany

TV-Tipps für Samstag (15.12.): Michael J. Fox altert vor und zurück

RTL2 zeigt "Zurück in die Zukunft 2"

Eine doppelte Dosis Robert Zemeckis verabreicht das Fernsehen Spielfilmfreunden am Samstagabend. RTL2 zeigt im Hauptprogramm "Zurück in die Zukunft 2", parallel läuft auf Sat1 mit "Eine Weihnachtsgeschichte" ein Streifen aus seiner MotionCapture-Phase.

"Eine Weihnachtsgeschichte", Sat1, 20:15 Uhr
Ein misanthropischer Geizkragen (Jim Carrey) begibt sich dank des Auftauchens zahlreicher Weihnachtsgeister auf eine Reise der Selbsterkennung.

Im Jahr 2004 begab sich Regisseur Robert Zemeckis ("Forrest Gump") in die dritte Phase seiner Karriere. Mit der Veröffentlichung von "The Polar Express" testete der Filmemacher die Grenzen des MotionCapture-Verfahrens aus, das Peter Jackson und seine Spezialeffektefirma Weta Digital zwei Jahre zuvor zu solcher Meisterschaft mit dem durch Andy Serkis gespielten Gollum in "The Lord of the Rings: The Two Towers" geführt hatten. Mit dem Unterschied, dass bei "The Polar Express" der gesamte Animationsstreifen aus dem Computer stammt und Tom Hanks gleich mehrere Rollen übernehmen konnte. Im gleichen Stil und mit sichtbar sich verbessernder Technik folgten 2007 "Beowulf" und 2009 dieser Animationsstreifen, der auf der Erzählung "A Christmas Carol" - so auch der Originaltitel des Films - des englischen Autoren Charles Dickens aus dem Jahr 1843 beruht.

Bei dem MotionCapture-Verfahren stehen Schauspieler, deren Körper mit Markern versehen sind und die in speziellen Anzügen stecken, vor der Kamera. Diese nimmt die Mimik und die Bewegungen der Darsteller auf, scannt diese in den Computer, wo sie dann von Künstlern und Technikern auf computeraniminierte Figuren übertragen werden. Und auch hier ermöglichte es Zemeckis, Akteure wie Robin Wright, Jim Carrey, Gary Oldman, Cary Elwes und Bob Hoskins mehrere Parts verkörpern zu lassen.

2007 hatten Walt Disney Studios Zemeckis' MotionCapture-Firma ImageMovers Digital aufgekauft und bündelten nun mit dem Filmemacher die Kräfte, um einmal mehr - das Studio hatte den Dickens-Stoff bereits als Mickey Mouse-Kurzfilm und als "The Muppets Christmas Carol" verarbeitet - den Klassiker im modernen Gewand als in 3D animierter Fassung an das Familienpublikum zu bringen.

Was auch gelang. Die mit 200 Millionen Dollar extraordinär teure Produktion konnte weltweit trotz nur gemischter Kritiken 325 Millionen Dollar einspielen. Die umwerfenden Bilder und Spezialeffekte sowie die guten Leistungen von Jim Carrey und Gary Oldman gewannen die Zuschauer für sich.

Kritiker Edward Porter befand in "Sunday Times": "Der Film ist mit Geschick und Einfallsreichtum gemacht und von einem Regisseur beaufsichtigt, der den Wert kennt, den Tonfall ab und an zu beruhigen, um etwas Spannung oder einen genau platzierten Witz unterzubringen."



"Zurück in die Zukunft 2", RTL2, 20:15 Uhr

Nachdem er in die Zukunft des Jahres 2015 gereist ist, muss Marty McFly (Michael J. Fox) ein weiteres Mal ins Jahr 1955 reisen, um Biff Tannen (Thomas Wilson) daran zu hindern, die Zeitabläufe zu beeinflussen, die seine Gegenwart des Jahres 1985 katastrophal verändert haben.

Regisseur Robert Zemeckis ("Forrest Gump") hat zugegeben, dass eine Fortsetzung zu "Back to the Future" nicht geplant war. Aber der Mega-Erfolg des umsatzstärksten Films des Jahres 1985 brachte die Filmemacher dazu, einen zweiten Teil anzuschieben, der allerdings nicht sofort folgte. Die Arbeit am Drehbuch sowie der Bau der Kulissen einer Stadt in der Zukunft des Jahres 2015 benötigten ihre Zeit; dazu war Zemeckis noch mit seiner Inszenierung des aufwenigen "Who Framed Roger Rabbit" befasst.

Anfang 1989 begannen schließlich die Dreharbeiten, und aus Kostengründen wurde ein dritter Teil gleich parallel und im Anschluss gedreht, aus dem Szenen dann als "Teaser Trailer" an den Schluss dieses zweiten Parts angefügt wurden. Clever oder ganz schön dreist, je nach Betrachtungsweise.

Während die Hauptdarsteller Michael J. Fox und Christopher Lloyd wieder dabei waren, wurde Crispin Glover, der im ersten Teil Marty McFly's Vater gemimt hatte, durch Jeffrey Weissman ersetzt, welcher per Maske Glover so ähnlich wie möglich geschminkt wurde, dann aber kaum gezeigt wurde. Crispin hatte zu hohe Gagenforderungen gestellt. Später verklagte er Universal Pictures erfolgreich, weil sie keine Erlaubnis gehabt hätten, sein Ebenbild zu verwenden. Diese gerichtliche Auseinandersetzung führte zur Einführung bestimmter Klauseln in den Arbeitsverträgen von Schauspielern, die untersagen, dass gegen den Willen eines Darstellers sein Bild verwendet beziehungsweise nachgeahmt werden darf.

Technisch machte die 40 Millionen Dollar teure Produktion einen weiteren Sprung nach vorne, was das digitale Bearbeiten von Bildern betraf. Industrial Light & Magic bearbeiteten erstmals einige Bilder digital und nutzten auch zum ersten Mal die VistaGlide-Kamera, die es ermöglichte, Schauspieler mehrfach ins Bild zu kopieren und dabei die Kamera beweglich zu halten, was bis dahin nicht möglich gewesen war. Die Spezialeffekte wurden sowohl für den Academy Award als auch für den Britischen Filmpreis nominiert.

Die verblüffenden Tricks und die liebenvollen Details - in der Rückschau kann man heute gut erkennen, welche Zukunftstrends die Filmemacher korrekt vorausgesehen haben (zum Beispiel Smartphones und Flachbildschirme) und welche nicht eingetreten sind (fliegende Autos und selbstschnürende Schuhe) - machen die Komödie wie den Vorgänger zu einem vergnüglichen Spaß. Dieser wird allerdings durch die überladenen Intrigen der zu vollgestopften Handlung getrübt, was die Fortsetzung wesentlich unrunder laufen lässt.

Die Kritiken zu "Back in the Future II" waren nur gemischt; wesentlich besser kam er bei den Zuschauern an, die sich dann ein halbes Jahr später wiederum für den von den Rezensenten gelobten dritten Teil weniger erwärmen wollten. Mit weltweit 331 Millionen Dollar wurde die Fortsetzung wie das Original ein Riesenerfolg und zum drittumsatzstärksten Werk des Jahres 1989 hinter "Indiana Jones and the Last Crusade" und "Batman". Allerdings reichte das Einspiel nicht an das des ersten Teils heran, der vier Jahre zuvor für 381 Millionen Dollar gut gewesen war.

Eine Zuschauerin schreibt: "Das ist einer der unerbittlichsten Filme, die ich je gesehen habe. Die Spielzeit von rund 100 Minuten fühlt sich nur wie ein Bruchteil an. Der Streifen legt sofort los wie die Feuerwehr und legt fast keine Pausen ein. Ich liebe diese wilde und schnelle Achterbahnfahrt."



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