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Der Herr der Ringe: Die Gefährten
Der Herr der Ringe: Die Gefährten
© New Line Cinema

TV-Tipps für Heilig Abend (24.12.): Elijah Wood legt ein Schmuckstück an

Pro7 zeigt Meisterwerk "Der Herr der Ringe: Die Gefährten"

Die spielfilm.de-Redaktion wünscht Frohe Weihnachten! Wer am heutigen Heilig Abend Zeit für die Flimmerkiste findet, sollte auf jeden Fall Pro7 im Hauptprogramm einschalten, wo das Meisterwerk "Der Herr der Ringe: Die Gefährten", der Auftakt der Fantasy-Saga von Peter Jackson, läuft. Nostalgiker können parallel in der ARD einen der besten deutschen Filme, dem zeitlosen Klassiker "Die Feuerzangenbowle", wieder sehen.

"Der Herr der Ringe: Die Gefährten", Pro7, 20:15 Uhr
Ein sanftmütiger Hobbit (Elijah Wood) und acht Gefährten machen sich auf, den mächtigen Einen Ring zu zerstören und Mittelerde vor dem Dunklen Lord Sauron zu retten.

Regisseur Peter Jackson ("The Hobbit") hatte sich schon lange mit dem Gedanken getragen, J.R.R. Tolkien's massive Trilogie "Der Herr der Ringe", die 1954 und 1955 veröffentlicht worden war, zu verfilmen. Dem Neuseeländer war dabei aber klar, dass es mehr als einen Film brauchte, um die Handlung einigermaßen integer zu erzählen. Der Filmemacher machte sich Anfang der neunziger Jahre daran, mit seiner Frau - der Drehbuchautorin Fran Walsh - eine Skriptfassung zu erstellen.

Die Beiden planten mit zwei Filmen: "Die Gefährten" und "Die zwei Türme" sollten einen Streifen, "Die Rückkehr des Königs" einen zweiten bilden. Zu ihrer großen Überraschung und Freude schlug das Filmstudio New Line Cinema dann aber vor, sogar jedem der Bücher einen Film zuzuordnen. Das machte natürlich wieder viel Arbeit am Drehbuch notwendig, für die sich das Ehepaar Philippa Boyens als Co-Autorin dazuholte. Ohne viel Federlesens flogen ganze Kapitel aus der Romanvorlage heraus, die den ohnehin schon mit letztlich knapp drei Stunden Spielzeit zu ausufernden Streifen hätten zum Geduldstester werden lassen.

Das gigantische Unterfangen - alle drei Filme wurden in einem Rutsch am Stück gedreht, wobei Jackson sich dafür entschied, die herrlichen Landschaften seiner Heimat Neuseeland als Kulissen für die fiktive Mittelerde zu nutzen - begann schon weit vor dem Start der Dreharbeiten am 11. Oktober 1999. So starteten beispielsweise die Ausstatter bereits weit über ein Jahr zuvor mit den Arbeiten: Sie pflanzten Gemüse und Blumen an, bauten die im Roman beschriebenen Hobbit-Behausungen und statteten diese mit den entsprechenden Möbeln und Gebrauchsgegenständen aus. Die Kostümdesignerin Ngila Dickson und 40 Näherinnen schufen 19 000 Kostüme - für jeden Schauspieler mehrere, die je nachdem, für welchen Punkt in der Handlung sie benötigt wurden, älter und zerrissener aussahen.

Peter entschied sich dagegen, die Innenaufnahmen in den Studios in Hollywood zu drehen, sondern setzte auf seinen "Heimvorteil" und blieb in Wellington. Über ein Jahr nach Beginn der Dreharbeiten endeten diese am 22. Dezember 2000. Für die Nachbearbeitung mit den vielen Spezialeffekten blieben Jackson und seinem Team so noch rund ein Jahr bis zur Uraufführung des Fantasy-Films. "The Lord of the Rings" setzte computergenerierte Effekte nur als ein Mittel unter vielen ein: Genauso arbeitete die Mannschaft an der Produktion mit Modellen und Masken. Schon während der Dreharbeiten schuf man die Illusion, dass unterschiedliche Größen der Figuren wie von Zwergen oder von Hobbits erreicht werden mussten, die teilweise erheblich von den Größen der sie verkörpernden Schauspieler abwichen.

Als "The Fellowship of the Ring" am 10. Dezember 2001 seine Weltpremiere in London feierte, war die Nervosität bei allen Beteiligten riesig: Ging dieser Film unter, dann riss er die noch kommenden und ja bereits gefilmten Teile mit sich runter. Und man konnte nicht davon ausgehen, dass Fantasy ein alle Zuschauer ansprechendes Genre war: Die Inhaltsbeschreibung - "Ein kleiner Hobbit aus dem Auenland und acht Gefährten machen sich zum Schicksalsberg auf, um den Einen Ring zu zerstören und damit den dunklen Herrscher Sauron" - könnte schon so manchen Besucher abschrecken.

Doch sofort war klar, dass alle Sorgen unbegründet waren. Peter Jackson, der noch niemals annähernd in seiner Karriere ein Unterfangen solcher Größe in Szene gesetzt hatte, war der Aufgabe und vor allem dem Geist der Romanvorlage völlig gewachsen und lieferte eines der großen Meisterwerke der Filmgeschichte ab. Voller beeindruckender Spezialeffekte und mit Hilfe einer auf den Punkt perfekten Besetzung erweckte der Filmemacher Mittelerde zu atemberaubenden Leben. Die Kritiker überschlugen sich mit Lob, und New Line Cinema wussten schon zum Jahreswechsel, dass sie ihr Investment von 93 Millionen Dollar Produktionskosten für "The Fellowship of the Ring" nicht bereuen mussten. Als am Schluss abgerechnet wurde, waren weltweit 871 Millionen Dollar umgesetzt worden. Damit war der Film der zweiterfolgreichste des Jahres weltweit hinter "Harry Potter and the Sorcerer's Stone".

Dazu kamen noch über 100 Preise im Laufe der nächsten Monate. Allein bei den Academy Awards wurde das Werk für 13 Oscars nominiert, von denen es vier gewinnen konnte: Für die "Beste Kamera", die "Beste Musik", die "Beste Maske" und für "Beste Spezialeffekte". Die sieben Jahre seines Lebens, die Jackson auf die "Lord of the Rings"-Filme verwendete und bis 2003 noch verwenden sollte, hatten sich hier schon mehr als bezahlt gemacht.

"Eine brillante Besetzung, die einige ihrer besten Darstellungen gibt. Bilder jenseits allem, was ich mir vorstellen konnte. Eine perfekte Mischung aus Humor, Leidenschaft und Tragödie. Eine Atmosphäre von Erhabenheit, Weite und drohendem Verhängnis. Selbst ein Zuschauer, der keine Ahnung von den Romanen hat, kann das Ganze erfassen und wird sich nicht verloren vorkommen in diesem Ensemble-Film mit so vielen Charakteren. Was mich betrifft, halte ich diesen Film für einen der größten aller Zeiten", schreibt ein Zuschauer.



"Die Feuerzangenbowle", ARD, 21:55 Uhr

Ein erfolgreicher Schriftsteller (Heinz Rühmann), der nie eine Schule besucht hat, sondern zuhause unterrichtet wurde, verkleidet sich als Oberstufenschüler, um all den Spaß und die Streiche nachzuholen, die er versäumt hat.

1933 erschien der Roman "Die Feuerzangenbowle" von Heinrich Spoerl. Bereits ein Jahr darauf lief in den deutschen Kinos die Verfilmung des Buches unter dem Titel "So ein Flegel" an, wobei sich der Streifen von Robert Stemmle ziemliche Freiheiten nahm und ganze Handlungsstränge hinzuerfand. In der Hauptrolle: Heinz Rühmann. Doch der Komödie wurde es politisch schwer gemacht. Das Werk wurde mit einem Jugendverbot belegt, weil es laut der NS-Behörden "Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit", "Verletzung des religiösen oder sittlichen Empfindens" und "Beschädigung des deutschen Ansehens" verursache. Nicht nur wegen der wesentlich schwächeren Qualität verglichen mit der zweiten Rühmann-Version verschwand dieser Film also schnell in der Versenkung.

Ironischerweise wollte Erziehungsminister Bernard Rust zehn Jahre später auch "Die Feuerzangenbowle" aus den gleichen Gründen verbieten lassen, weil er die Lehranstalten und die Lehrer lächerlich gemacht sah und behauptete, so werde deren Autorität untergraben. Aber diesmal traf die Literaturverfilmung, die sich jetzt sehr nahe an den Roman von Spoerl gehalten hatte, kein Bann. Zum Einen warf Rühmann seine persönliche Popularität in die Waagschale und reiste mit einer Filmkopie zum Führerhauptquartier in Ostpreußen, wo er Hermann Göring mit einer Vorführung für sich und den Streifen gewinnen konnte. Dessen Votum für die Ufa-Produktion sorgte dafür, dass das Propagandaministerium das Werk Ende Januar 1944 frei gab. Zum Anderen war "Verächtlichmachung" nun aber auch nur noch eine nachgeordnete Kategorie, wenn es hauptsächlich darum ging, den deutschen Kinobesuchern heitere und unbeschwerte Stunden zu bereiten, um sie von den zerbombten Städten, den herannahenden feindlichen Armeen und dem Mühsal des Kriegsalltags abzulenken.

Und das schaffte "Die Feuerzangenbowle", der einer der besten im Dritten Reich produzierten Filme ist, zweifellos. Regiedebutant Helmut Weiss inszenierte einen vergnüglichen Streifen mit exzellenten Schauspielern und einem Heinz Rühmann in komödiantischer Hochform.

Dass der Film, der offenbar im deutschen Kaiserreich Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, während der NS-Zeit enstand, hört man nur an einer Stelle heraus, die es im Roman so nicht gibt, als der von Lutz Götz verkörperte vergleichsweise junge Lehrer Dr. Brett doziert: "Junge Bäume, die wachsen wollen, muss man anbinden, dass sie schön gerade wachsen, nicht nach allen Seiten ausschlagen, und genauso ist es mit den jungen Menschen. Disziplin muss das Band sein, das sie bindet – zu schönem geraden Wachstum!" Die Passage erntet auf den traditionellen Aufführungen in Universitäten wie Aachen und Göttingen, die es seit den Achtzigern gibt, entsprechend immer Buh-Rufe.

Gedreht wurde die Produktion in den Ufa-Studios in Babelsberg, während die Innenaufnahmen des Gymnasiums im damaligen Peutinger-Gymnasium und heutigen Landgericht im baden-württembergischen Ellwangen entstanden.

Nach Ende des Dritten Reichs sollten 19 Jahre vergehen, bis ein breites Publikum "Die Feuerzangenbowle" wieder sehen konnte: 1964 erst im DDR-Fernsehen, fünf Jahre später zu Weihnachten dann im ZDF. 20 Millionen Zuschauer schalteten ein.

Ein Zuschauer meint: "Dass ein gut 75 Jahre alter Film immer noch Studenten auf vielen Campussen ins Kino strömen lässt, ist ein Phänomen. Der Humor ist zeitlos, die Schauspieler sehr gut und ihre Charaktere einfach wundervoll schräg. Viele Menschen haben den Film schon so oft gesehen, dass sie jede Zeile mitsprechen können, und manche Aufführung wird zu einer interaktiven Angelegenheit wie bei der 'Rocky Horror Picture Show'."



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