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Der letzte Scharfschütze - Lauren Bacall, John Wayne...k Lenz
Der letzte Scharfschütze - Lauren Bacall, John Wayne und Rick Lenz

TV-Tipps für Samstag (29.12.): John Wayne schießt ein letztes Mal

3sat zeigt "Der letzte Scharfschütze"

3sat veranstaltet am Samstagabend einen Western-Abend, und hier finden sich die sehenswerten Streifen "Der letzte Scharfschütze" und "Der letzte Befehl" im Nachtprogramm, in denen jeweils John Wayne als Hauptdarsteller zu sehen ist.

"Der letzte Scharfschütze", 3sat, 23:59 Uhr
Ein sterbender Scharfschütze (John Wayne) versucht, mit einem Minimum an Schmerzen und einem Maximum an Würde seine letzten Tage zu überstehen.

Ein Film über eine Legende, mit einer Legende - beides kaum voneinander zu trennen. Als im Prolog Szenen aus dem Leben des Scharfschützen J.B. Brooks gezeigt werden, sind das Bilder aus alten John Wayne-Western. Und das Ende einer Western-Ära Anfang des 20. Jahrhunderts, das der Film beschreibt - Brooks fährt zum finalen Showdown mit der Straßenbahn, und die ersten Autos fahren herum - spiegelt sich im Ende der Westernfilm-Ära. Die großen Zeiten des Genres waren 1976 vorbei, und Wayne war wie die Figur, die er verkörperte, ein kranker Mann.

Bereits 1964 war bei dem Kettenraucher, der sechs Packungen Zigaretten täglich konsumiert hatte, Lungenkrebs diagnostiziert worden. In der Folge mussten ihm die linke Lunge und einige Rippen entfernt werden. Paramount Pictures wollten den damals 68-Jährigen nicht besetzen, weil sie Zweifel an seiner Gesundheit hatten. Sie bevorzugten George C. Scott. Aber Wayne machte den Film, der auf dem gleichnamigen Roman von Glendon Swarthout aus dem Jahr 1975 basierte, zu seiner persönlichen Mission und focht für die Rolle, von der er vielleicht ahnte, dass sie sein Schwanengesang werden würde. "Eine der wenigen Gelegenheiten, wo ein Star und das Publikum sich voneinander verabschieden können", schrieb in der Retrospektive der Journalist Rob Thomas.

Und viele Schauspieler würden sich einen so starken Abgang wie diesen melancholischen und berührenden US-Western, den Don Siegel ("Dirty Harry") in Szene setzte, wünschen. Insbesondere John zeigt eine nuancierte, nicht überzogen gespielte Leistung, die von der Kritik ebenso gewürdigt wurde wie der Film selbst, dem an den Kinokassen allerdings kein großer Erfolg beschieden war.

Der Film erhielt eine Oscar-Nominierung für die Ausstattung, eine Nennung bei den Golden Globes für Nebendarsteller Ron Howard und eine Nominierung für Hauptdarstellerin Lauren Bacall bei den Britischen Filmpreisen.

"The Shootist" blieb John Wayne's letzter Film, genau 50 Jahre nach Karrierebeginn. Drei Jahre später starb der Schauspieler an Krebs.

Ein Zuschauer meint: "Für mich ist dieser Film etwas Besonderes, denn man sieht in Echtzeit, wie eine sterbende Ikone Abschied nimmt. Ob man John Wayne nun mag oder nicht - wenn man nicht emotional berührt ist, diese Legende ein letztes Mal auf der Leinwand zu sehen, dann tut es mir leid."


"Der letzte Befehl", 3sat, 01:35 Uhr
Während des Amerikanischen Bürgerkrieges im Jahr 1863 kämpfen Reitertruppen der Nordstaaten im feindlichen Hinterland.

Dieser US-Western basiert sehr vage auf wahren Begebenheiten: Im April 1863 führte Oberst Benjamin Grierson rund 1700 Nordstaaten-Soldaten aus den US-Bundesstaaten Illinois und Iowa quer durch feindliches Gelände von LeGrange im Bundesstaat Tennessee nach Baton Rouge im Bundesstaat Louisiana und zerstörte dabei Eisenbahnlinien und Versorgungsstationen der Südstaaten-Truppen. Harold Sinclair nahm diese Geschehnisse als Basis für seinen Roman "The Horse Soldiers" im Jahr 1956, den wiederum John Ford ("Früchte des Zorns") 1959 unter diesem Titel für United Artists in Louisiana und Mississippi verfilmte.

Die Dreharbeiten wurden durch einen Todesfall erschüttert: In den Szenen der großen Schlacht am Ende des Films fiel der erfahrene Stuntman Fred Kennedy von seinem Pferd und brach sich das Genick.

"The Horse Soldiers" konzentriert sich weniger auf das Schlachtgeschehen, sondern mehr auf die Interaktionen des von John Wayne dargestellten Oberst, des von William Holden gemimten Miiltärarzts und einer von ihnen gefangen genommenen Südstaaten-Patrioten, die Constance Towers gibt. Der interessante Perspektivwechsel mit seiner sorgfältigen Charakterzeichnung und die gute Photographie von William Clothier machen den amüsanten und lebendigen Streifen sehenswert, wenn er auch sicherlich einer der weniger bemerkenswerten der ingesamt 14 Kollaborationen zwischen Ford und Wayne ist.

Ein Zuschauer schreibt: "John Wayne als Colonel Marlowe ist nicht der, als den sich der echte Colonel Benjamin Grierson gesehen hätte; dieser hasste Pferde, war aber - wie Marlowe im Film - auch kein Berufssoldat. Von der faden Liebesgeschichte abgesehen, hat der Streifen ein gutes Tempo und schildert den Bürgerkrieg als die Tragödie, die er war."



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