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Diebe und Liebe - Danielle Darrieux und Claude Dauphin
Diebe und Liebe - Danielle Darrieux und Claude Dauphin

TV-Tipp für Mittwoch (27.3.): Danielle Darrieux stiehlt ein Herz

Arte zeigt "Diebe und Liebe"

"Diebe und Liebe", Arte, 01:30 Uhr
Eine junge Frau (Danielle Darrieux) flieht aus einer Erziehungsanstalt und schließt sich in Paris einer Schule für Taschendiebe an.

Diese französische Komödie wurde 1940 wirklich vom Kriegsausbruch überrascht. Das Drehbuch war noch ein deutsch-französisches Gemeinschaftswerk gewesen: Der Franzose Michel Duran schrieb es zusammen mit den beiden aus Deutschland vor den Nationalsozialisten geflohenen Max Kolpenitzky und Hans Wilhelm, die unter ihren französischen Pseudonymen Max Colpet und Jean Villème im Vorspann erscheinen.

Wilhelm wurde bei Kriegsbeginn inhaftiert, durfte aber 1941 ausreisen und lebte und arbeitete ab 1945 in Hollywood; später kehrte er auch nach Westdeutschland zurück, wo er unter anderem das Drehbuch für den Romy Schneider-Streifen "Christine" schrieb.

Kolpenitzky's Eltern wurden von den Deutschen im Holocaust ermordet. Auch er wurde in Frankreich gefangen genommen, konnte aber 1943 in die Schweiz fliehen. Billy Wilder, der seinerseits in den Dreißigern nach Frankreich geflohen war und bei seinem Regiedebut "Mauvaise graine" von 1934 mit ihm zusammen gearbeitet hatte, lud ihn 1948 nach Hollywood ein, wo Max 1954 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt. Dennoch kehrte Kolpenitzky im selben Jahr in die Bundesrepublik zurück, wo er unter anderem in München als Texter für das Kabarett der Münchner Lach- und Schießgesellschaft arbeitete. Auch wegen rassistischer Anfeindungen siedelte er 1966 in die Schweiz über. Sein wohl bekanntestes Werk ist der deutsche Text des Liedes "Sag mir, wo die Blumen sind", eines ursprünglich amerikanischen Folk-Songs, das die mit ihm befreundete Marlene Dietrich 1962 weltbekannt machte.

"Diebe und Liebe" erlebte 1948 als "Herzklopfen" - die getreue Übersetzung des Originaltitels "Battement de coeur" - seine Uraufführung in Westdeutschland. Das von Henri Decoin ("Razzia in Paris") - der mit Hauptdarstellerin Danielle Darrieux verheiratet war - inszenierte Werk überzeugt hauptsächlich aufgrund seines einfallsreichen Drehbuchs und der witzigen Dialoge.

Hollywood wurde auf die Produktion aufmerksam, und RKO Pictures verfilmten das Ganze mit Ginger Rogers in der Hauptrolle als "Heartbeat" 1946 neu.

Eine Zuschauerin befindet: "Das ist im Grunde eine Neuerzählung der Aschenputtel-Geschichte, und der Film dreht sich im Wesentlichen um Charme, Ballkleider, Juwelen und Blicke. Es gibt eine Reihe brillanter Sequenzen, sehr witzige Dialoge und eine wunderbare Ausstattung. Frappierend, wenn man daran denkt, dass diese Welt des Wirbelns und der Romanzen kurz davor stand, zerschlagen zu werden."

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