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TV-Tipps für Karfreitag (19.4.): Bryan Cranston erhält Berufsverbot

ZDF zeigt FreeTV-Premiere "Trumbo"

Am Karfreitagabend kracht es zunächst mal gewaltig mit "Iron Man 3" im RTL2-Hauptprogramm. Subtiler wird es dann im ZDF-Nachtprogramm mit der FreeTV-Premiere von "Trumbo", in dem Bryan Cranston grandios den Hollywood-Drehbuchautoren verkörpert, gegen den in den Vierzigern wegen seiner kommunistischen Überzeugungen Berufsverbot verhängt wurde.

"Iron Man 3", RTL2, 20:15 Uhr
Tony Stark (Robert Downey Jr.) steht vor dem Nichts. Sein "Iron Man"-Imperium ist von dem gefürchteten Terroristen Mandarin (Ben Kingsley) zerstört worden. Stark muss sich auf eine Odyssee begeben, um wieder zu Kräften zu kommen und Vergeltung zu üben.

Nach dem gefühlten Misserfolg von "Iron Man 2", der 2010 in den USA hinter dem Einspiel des ersten Films zurückgeblieben war, machte Regisseur Jon Favreau den Weg frei für eine frische Perspektive: Shane Black, der 2005 erfolgreich mit Downey Jr. bei "Kiss Kiss Bang Bang" zusammen gearbeitet hatte, erhielt das Megaphon, um den Fantasy-Film in Szene zu setzen, und schrieb auch zusammen mit Drew Pearce das Drehbuch. Black wollte die Serie "weg von zwei Männern in Kostümen, die sich gegenseitig den Kopf einschlagen" mehr in Richtung eines "Tom Clancy-ähnlichen Thrillers" rücken und Tony Stark dafür auf eine James Bond-artige Reise schicken, um die Gründe eines Anschlages aufzuklären. Black und Pearce orientierten sich dabei an dem "Iron Man"-Comic "Extremis", der 2005 erschienen war.

Durch eine Auseinandersetzung zwischen Paramount Pictures, denen die Rechte an "Iron Man" von Marvel Comics gehörten, und Walt Disney Pictures, die Marvel Studios 2009 gekauft hatten, über die Aufteilung der Gewinne verzögerten sich die Dreharbeiten. Auch eine Verletzung von Robert am Knöchel sorgte für Verzögerungen. Teilweise musste auch mit einem Double gedreht werden, um die Arbeiten nicht zu sehr in Verzug kommen zu lassen.

Die Dreharbeiten dauerten schließlich von Mai 2012 bis Januar 2013 ausgesprochen lange und verschlangen rund 200 Millionen Dollar. Die Kosten konnten dank der Einnahmen durch extensives Product Placement abgemildert werden. In der Nachproduktion arbeiteten 17 Firmen an den rund 2000 Spezialeffekten. Die Spezialeffekte wurden für einen Oscar und für einen Britischen Filmpreis nominiert. Am Schluss hatte Black einen 195 Minuten langen Film, den er auf rund 130 Minuten kürzte. Um für den chinesischen Markt attraktiver zu werden, hatte man für China extra Szenen gedreht und mit an deren Markt ausgerichtetem Product Placement versehen.

Die Blutauffrischung mit neuen Künstlern hinter der Kamera tat der "Iron Man"-Reihe auf jeden Fall gut. Black und seinem Team gelang 2013 mit diesem siebten Teil aus dem Marvel Cinematic Universe ein unterhaltsamer und witziger Beitrag dank des charismatischen Titeldarstellers, eindrucksvollen Action-Sequenzen und sogar der ein oder anderen Überraschung.

Die Kritiken waren gut, und die Zuschauer stürmten die Kinos. Weltweit nahm die Disney-Produktion 1,2 Milliarden Dollar ein und war damit hinter "Frozen" ("Die Eiskönigin") der zweiterfolgreichste Film des Jahres - und mit Abstand der umsatzstärkste "Iron Man".

Kritiker Seth Kubersky von "Orlando Weekly" lobte: "Shane Black bringt scharfzüngigen Humor und willkommene psychologische Tiefe in die 'Iron Man'-Serie."



"Trumbo", ZDF, 00:25 Uhr
1947 wird Dalton Trumbo (Bryan Cranston), einer von Hollywoods bekanntesten Drehbuchautoren, zusammen mit anderen Künstlern wegen seiner politischen Überzeugungen auf eine Schwarze Liste mit Berufsverbot gesetzt.

Die Kommunismus-Paranoia der vierziger und fünfziger Jahre in den Vereinigten Staaten von Amerika mit ihrer Gesinnungsschnüffelei und ihren Berufsverboten gehört sicherlich zu den dunklen Kapiteln der amerikanischen Geschichte. Auch die Filmindustrie blieb nicht unberührt von den politisch-gesellschaftlichen Vorgängen, die im Ausschuss für unamerikanische Aktivitäten des US-Repräsentantenhauses und dem Ausschuss für die Heimatverteidigung des US-Senats, ihren Niederschlag fanden. Künstler bezichtigten dort öffentlich ihre Kollegen kommunistischer Überzeugungen, und Hollywood reagierte mit einem Berufsverbot, indem diese Künstler auf die Schwarze Liste gesetzt wurden. Einer der bekanntesten Namen war 1947 der des damals 41-jährigen Dalton Trumbo, der seit Mitte der Dreißiger Drehbücher schrieb.

Regisseur Jay Roach - eher für Komödien wie die "Austin Powers"- oder "Meet the Parents"-Streifen bekannt - gelingt mit diesem US-Drama eine ehrenwerte und gut gespielte Hommage an einen Autoren und dessen Prinzipien. Das Drehbuch von John McNamara, das auf der Biographie von Bruce Alexander Cook aus dem Jahr 1977 beruht, kommt an die Exzellenz von Trumbo's Skripts allerdings nicht heran und wurde für einige Simplifizierungen und Unrichtigkeiten kritisiert. Insbesondere der von Michael Stuhlbarg dargestellte Schauspieler Edward G. Robinson kommt hier zu schlecht weg. Gedreht wurde in New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana und vor Ort in Los Angeles.

Die 15 Millionen Dollar teure Independent-Produktion erhielt 2015 einen nur eingeschränkten Start in Programmkinos und spielte weltweit lediglich 12 Millionen Dollar ein. Die Kritiken waren gut, und es gab besonders für Hauptdarsteller Bryan Cranston höchste Anerkennung: Der Schauspieler erreichte zumindest in Sachen Nominierung den "Grand Slam" der Preisverleihungssaison 2015/16 aus Academy Award, Golden Globe, Britischem Filmpreis und Screen Actors Guild Award. Nebendarstellerin Helen Mirren wurde für den Globe und den Screen Actors Guild Award nominiert. Das gesamte Ensemble erhielt ebenfalls eine SAG Awards-Nominierung.

Kritiker J. Don Birnham befand in "Coming Soon": "Film- und Geschichtskenner können in dieser zugespitzten und anspielungsreichen Erforschung eines der berüchtigsten Kapitel Hollywoods und der amerikanischen Geschichte eintauchen, während Fans von Bryan Cranston erfreut sein werden, dass das immense Talent dieses Akteurs sich so gut auf die große Leinwand hat übertragen lassen."



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