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Außer Atem - Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg
Außer Atem - Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg
© Arthaus

TV-Tipp für Mittwoch (24.4.): Jean-Paul Belmondo will mit Jean Seberg abhauen

Arte zeigt "Außer Atem"

"Außer Atem", Arte, 20:15 Uhr
Ein Kleinganove (Jean-Paul Belmondo) stiehlt ein Auto und ermordet dabei einen Polizisten. Von der Polizei gesucht, versucht er seine amerikanische Freundin (Jean Seberg) zu überreden, mit ihm nach Italien zu fliehen.

Dieses bahnbrechende Werk wurde 1960 im Gegensatz zu manch anderen verkannten Filmen sofort als solches wahrgenommen. Als Regisseur und Drehbuchautor Jean-Luc Godard der Prix Jean Vigo überreicht wurde, hieß es in der Laudatio, man wolle "einen Autoren der Zunkunft ermuntern".

Auf der einen Seite waren es schlicht die knappen Finanzen von nur 400 000 Francs, was damals 80 000 Dollar entsprach - das wären heute rund 650 000 Dollar -, die Godard zwangen zu improvisieren. Auf der anderen Seite war es aber auch der Instinkt und das Wollen des damals 29-Jährigen, mit den bisherigen Regeln des Kinos zu brechen und sozusagen frische Luft in die Kinosäle zu lassen: Mit einem Dreh vor Ort, nicht im Studio; mit dem natürlichen Licht, ohne Scheinwerfer; mit naturalistischen Darstellungen, keinen Theaterdarbietungen; mit Schnitten, die sich nicht an den Fluss der Dialoge hielten.

All das wurde damals von den Kritikern, der Industrie und auch den Zuschauern - mit 2 Millionen verkauften Eintrittskarten auf dem Heimatmarkt wurde der französische Kriminalfilm ein großer Erfolg - bereits als revolutionär wahrgenommen, und bis heute hat "À bout de souffle" - so der Originaltitel - nichts von seiner lebendigen Kraft eingebüßt.

Lebendig waren auch die Dreharbeiten vor Ort in Paris, für die man keine Drehgenehmigung besaß, so dass man sozusagen immer verdeckt und spontan filmte, oftmals daran orientiert, ob und wie viele Ideen Godard an einem Drehtag hatte. Das Drehbuch, das Jean-Luc spontan schrieb und die Dialoge an seine Hauptdarsteller weiter gab oder sie improvisieren ließ, basierte auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1952, als ein Mann ein Auto stahl, um seine kranke Mutter zu besuchen, und einen Polizisten tötete. Ursprünglich hatte Francois Truffaut es verfilmen wollen, dann aber an den Kollegen Godard abgetreten.

Die im Vorjahr von Truffaut mit "Les Quatre Cents Coups" ("Sie küssten und sie schlugen ihn") und von Alain Resnais mit "Hiroshima mon amour" begründete La Nouvelle Vague (Neue Welle), fand mit "À bout de souffle" ihren internationalen Höhepunkt, machte Godard gleich mit seinem Debut weltbekannt, ebenso wie Jean-Paul Belmondo zum Star in Frankreich.

Auf den Internationalen Filmfestspielen von Berlin gewann Jean-Luc Godard den Silbernen Bären für seine Regie, und bei den Britischen Filmpreisen war die amerikanische Hauptdarstellerin Jean Seberg nominiert.

Ein Zuschauer schwärmt: "Wer nur amerikanische Filme, Fernsehen, Bücher und Musik erlebt hat, der hat etwas verpasst - etwas, das anders ist und doch das Gleiche aussagt. Die neuen und aufregenden Techniken und Haltung dieses Fillms haben seinen Ruf als bedeutendes Werk der Filmgeschichte begründet. Er kann aber auch einfach als die Geschichte eines Möchtegern-Gangsters gesehen werden, der das Mädchen, mit dem er zusammen sein will, mit sich auf seine Flucht vor dem Gesetz nehmen will. Die wahre Botschaft, die Jean-Luc Godard vermitteln wollte, war: Die Welt verändert sich, und mit ihr das Kino."



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