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Planet der Affen - Charlton Heston
Planet der Affen - Charlton Heston

TV-Tipps für Christi Himmelfahrt (30.5.): Charlton Heston laust der Affe

Kabel1 zeigt "Planet der Affen"

Am Abend von Christi Himmelfahrt lockt Sat1 das Familienpublikum mit der FreeTV-Premiere des hervorragenden Disney-Zeichentrickfilms "Vaiana" zum Hauptprogramm vor die Bildschirme. Kabel1 setzt den Abend im Spätprogramm mit dem Klassiker und Original "Planet der Affen" qualitativ hochwertig fort.

"Vaiana - Das Paradies hat einen Haken", Sat1, 20:15 Uhr
Im Polynesien des Altertums versucht die Tochter (gesprochen von Lina Larissa Strahl) des Stammeshäuptlings (gesprochen von Thomas Nero Wolff) einen Halbgott (gesprochen von Andreas Bourani) zu finden, um diesen zu bewegen, einen Fluch zurück zu nehmen.

Irgendwann waren alle Märchen aufgebraucht. Für den 56. Animationsstreifen aus dem Hause Walt Disney ersonn das Regieduo Ron Clements und John Musker, das gerade "The Princess and the Frog" ("Küss den Frosch") realisiert hatte, eine Originalgeschichte, die einmal ganz woanders spielte: Auf Polynesien. Musker hatte über die östlichste Inselgruppe Ozeaniens gelesen und hielt dessen Geschichte, Kultur, Natur und Religion für einen interessanten Ansatz einer Kinoerzählung. 2012 reisten die Regisseure nach Fiji, Samoa und Tahiti, um mehr über die Inseln zu erfahren und ihre Eindrücke in die Produktion einzuspeisen.

Das Drehbuch schrieb Jared Bush, von dem im selben Jahr mit "Zootopia" eine weitere Disney-Produktion erschien. Für die Titelrolle der "Moana" - so der Originaltitel des Films - sprachen hunderte Mädchen aus dem Pazifikraum vor; man entschied sich für die 14-jährige Schülerin Auli'i Cravalho. Für die Rolle des Halbgotts Maui besetzte man einen prominenten Namen: Dwayne Johnson. Wie fast alle anderen Sprecher, die für den 175 Millionen Dollar teuren Animationsstreifen besetzt wurden, besaß auch dieser polynesische Vorfahren - an dieser Stelle setzten John und Ron auf Authentizität, so dass niemand den Filmemachern ein "Weißwaschen" mit dem Einsatz hauptsächlich weißer Sprecher vorwerfen konnten. Beim gerade in den Kinos angelaufenen "Aladdin" verfolgt das Haus mit der Maus diese Kultur weiter.

Bei der Zeichnung der Titelfigur gelang es den Regisseuren, einen dreidimensionalen Charakter zu zeichnen - keine Prinzessin mit Wespentaille oder eine Dame, die gerettet werden muss, sondern ein selbstbewusstes Mädchen mit starkem Willen. Nach Jahrzehnten der Kultivierung der Disney-Prinzessinnen war dies eine frische, zeitgemäße Modernisierung im Disney-Kosmos, die von vielen Kritikern lobend erwähnt wurde. Wie auch die opulente Animation, die erstmals bei Clements und Musker - Disney-Veteranen seit "The Little Mermaid" ("Arielle, die Meerjungfrau") von 1989 - aus dem Computer kam und nicht mehr von Hand gezeichnet wurde. Wegen der immensen Arbeit kamen Don Hall und Chris Williams, die gerade "Big Hero 6" ("Baymax") fertig gestellt hatten, während der laufenden Produktion als unterstützende Co-Regisseure an Bord.

Alle Beteiligten konnten stolz auf das Ergebnis sein: Der familienfreundliche Film erhielt 2016 durchweg gute Kritiken und wurde mit weltweit 643 Millionen Dollar ein Riesenerfolg. Bei den Academy Awards und den Golden Globes wurden der Film und der Song "How Far I'll Go" von Lin-Manuel Miranda nominiert; dazu kam eine Nominierung des Films bei den Britischen Filmpreisen.

Kritiker James Plath lobte in "Family Home Theater": "Ich hielt es nicht für möglich, aber in seinem Aussehen findet der Film einen angenehmen Mittelweg zwischen traditioneller Animation und 3D-CGI-Animation, mit einer Handlung die Disney's bisher stärkste Heldin zeigt."



"Planet der Affen", Kabel1, 23:00 Uhr
Ein Astronaut (Charlton Heston) landet in ferner Zukunft auf einem Planeten, auf dem intelligente, sprechende Affen die dominante Spezies sind, während Menschen versklavt werden.

Dass "Planet of the Apes" 1968 Filmgeschichte geschrieben hat, merkt man allein schon daran, dass ein gutes halbes Jahrhundert später die Saga neu aufgelegt wurde, diesmal mit computergenerierter Motion Capture-Technik statt Schauspielern in Masken. Das Original war 1968 ein bahnbrechender Erfolg bei Kritik und Publikum und zog sofort vier Fortsetzungen bis 1973 nach sich, die allerdings - genauso wie die Neuverfilmung von Tim Burton 2001 - nicht an die Qualität dieses Streifens heranreichten. Dies ist erst wieder der 2011 neu gestarteten Trilogie gelungen.

Dass 20th Century Fox dem Film grünes Licht gaben, hing an einem Make-up-Test. Dreh- und Angelpunkt der Produktion war die Darstellung der Affen. Sollten die Schauspieler mit den Masken von John Chambers unglaubwürdig oder gar albern aussehen, dann hatte man keinen Film. Doch die großartigen Masken von Chambers, die Edward G. Robinson, Linda Harris und James Brolin in einem Leinwandtest mit Charlton Heston 1966 - zwei Jahre vor Drehstart - trugen, überzeugten das Fox-Management.

Die Handlung basiert lose auf dem französischen Roman "La planète des singes" von Pierre Boulle aus dem Jahr 1963, an dem sich Produzent Arthur P. Jacobs schon vor Veröffentlichung die Verfilmungsrechte gesichert hatte. In ersten Drehbuchfassungen war die Affengesellschaft so modern wie das Amerika der Sechziger; um Kosten für Kulissen, Requisiten und Effekte einzusparen, überarbeitete Michael Wilson das Skript von "Twilight Zone"-Autor Rod Serling dahingehend, die Affengemeinschaft wesentlich primitiver in Hütten, Höhlen und zu Pferde darzustellen.

Regisseur Franklin J. Shaffner drehte den US-Science Fiction-Film für knapp 6 Millionen Dollar in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien und Utah. Das Auftragen des Affen-Make-up dauerte jeden Tag drei bis fünf Stunden und beschäftigte rund 80 Maskenbildner. Die langwierige Prozedur und die Tatsache, dass man die Maske den ganzen Tag tragen musste, hatten Edward G. Robinson von dem Projekt Abstand nehmen lassen. Der damals 74-Jährige entschied, dass er dem körperlich nicht mehr gewachsen war. Maurice Evans übernahm seinen Part als Dr. Zaius. Komponist Jerry Goldsmith versah "Planet of the Apes" mit einer ungewöhnlichen, weil atonalen und experimentellen Musik, die unter anderem von Instrumenten wie Metallschüsseln und Blechbläsern ohne Mundstücke gespielt wurde.

Bei der Oscar-Verleihung wurde Goldsmith ebenso nominiert wie Morton Haack für seine Kostüme, während John Chambers einen Ehren-Oscar für seine Affenmasken erhielt. Es gab 1969 noch keine Make-up-Kategorie bei den Academy Awards; diese wurde erst 1981 eingeführt.

"Planet of the Apes" ist eines der Werke, das in perfekter Mischung beides bietet: Drama und Action, verbunden mit zum Nachdenken anregenden Fragen über unsere Kultur und einem subtilen sozialen Kommentar zu Fragen von Rassismus, Rassentrennung und staatlich organisierter Gesinnungsschnüffelei - Themen, welche die USA in den Sechzigern bewegten. Heute wiederum kann man in Zeiten radikalen Islamismus den Streifen besonders hinsichtlich seiner Spiegelung einer Theokratie - eines Gottesstaates, der sich auf überlieferte und angeblich unumstößliche Gesetze gründet - lesen.

Mit allein 32 Millionen Dollar in den USA - das entspräche heute 215 Millionen Dollar und wäre auf dem Niveau von "Fast & Furious 8" - wurde der Film ein Riesenerfolg an den Kinokassen. 2001 nahm die US-Library of Congress "Planet of the Apes" als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Eine Zuschauerin schreibt: "In den letzten Jahren werden Science Fiction-Filme mit Computereffekten und lächerlichen Stunts überfrachtet, und irgendwann sehen sie alle gleich aus. Dieser Film musste ohne CGI auskommen und verließ sich auf seine wegweisenden Masken und seine packende Handlung - und erschüttert den Zuschauer in seinen Grundfesten."



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