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TV-Tipp für Montag (1.7.): Davor Dujmovic stiehlt in den Straßen von Mailand

Arte zeigt "Die Zeit der Zigeuner"

"Die Zeit der Zigeuner", Arte, 21:45 Uhr
Ein halbwüchsiger Roma (Davor Dujmovic) verlässt mit einem reichen Zigeunerboss sein elendes Heimatdorf in Serbien und wird Mitglied seiner Bande, die in Mailand von Diebstahl, Prostitution und Hehlerei lebt.

Der Originaltitel dieses jugoslawischen Dramas ist weniger poetisch als der internationale Verleihtitel "Time of the Gypsies": "Dom za vesanje" übersetzt sich mit "Ein Zuhause zum Erhängen". Abschrecken lassen sollte sich der Zuschauer davon allerdings nicht, denn mit Emir Kustorica ("Underground") auf dem Regiestühlchen, der sein eigenes Drehbuch verfilmte, sind magischer Realismus mit visionären und rauschhaften Bildern, Poesie und Witz neben der dargestellten harschen Lebensrealität der Roma garantiert.

Das jugoslawische Drama, das durchweg von der Kritik gefeiert wurde, machte Kustorica 1988 international bekannt, als er bei den Filmfestspielen von Cannes für seine Regie ausgezeichnet wurde. Der ungewöhnliche, bewegende und originelle Streifen gilt bis heute als bestes Werk des damals 33-Jährigen.

Emir drehte den Film auf Romanes, der Sprache der Roma, in Sarajevo, Skopje und Mailand und verknüpfte wehmütig und mit Sympathie für seine Figuren Wirklichkeit, Märchen und Legenden der Zigeuner zwischen Tradition und Moderne.

Davor Dujmovic wurde als "Bester Darsteller" für einen Europäischen Filmpreis nominiert; der Streifen selbst wurde als "Bester fremdsprachiger Film" in Argentinien, Frankreich und Schweden nominiert. Jugoslawien schickte "Dom za vesanje" als Oscar-Anwärter nach Hollywood zur Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die ihn allerdings nicht nominierte.

Eine Zuschauerin lobt: "Dieser Film eröffnet eine faszinierende Flucht in eine andere Welt der Zigeuner, Träume und Magie. Er erzählt nicht nur die Geschichte der Zigeuner, sondern enthüllt auch wie so viele andere Streifen, dass unsere Probleme, obwohl so spezifisch aus unserer Kultur und Lebensweise rührend, schlussendlich universell sind. Das Werk zeigt eine düstere und harte Realität, voller Armut und Kriminalität und Menschen, die versuchen zu überleben - aber das wird kontrastriert mit dem Glauben, den Träumen und der Magie seiner Charaktere. Jeder hat seine eigenen besonderen Merkmale und trägt zu der interessanten und anspruchsvollen Handlung bei. Nicht nur diese ist fesselnd, sondern auch die Musik und Photographie sind absolut umwerfend. Eine sehr emotionale und intensive Erfahrung, ein brillanter Film!"



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