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Sieben Minuten nach Mitternacht
Sieben Minuten nach Mitternacht
© Studiocanal

TV-Tipps für Samstag (20.7.): Liam Neeson leistet Trauerarbeit

Sat1 zeigt Premiere "Sieben Minuten nach Mitternacht"

Sat1 lässt sich nicht lumpen. Die Unterföhringer machen sich verdient und zeigen im Sommerloch den wunderbaren "Sieben Minuten nach Mitternacht" als FreeTV-Premiere im Hauptprogramm. Danach kann man dran bleiben und im Nachtprogramm den grandios besetzten "Auge um Auge" anschauen.

"Sieben Minuten nach Mitternacht", Sat1, 20:15 Uhr
Ein Junge (Lewis MacDougall), der mit der tödlichen Krankheit seiner Mutter (Felicity Jones) zurecht kommen muss, erhält Hilfe durch ein Baummonster (gesprochen von Bernd Rumpf).

Diesem spanischen Fantasy-Film, der auf Englisch gedreht wurde, kam 2013 nicht die Aufmerksamkeit zuteil, die ihm laut der einhellig guten Kritiken gebührt hätte. Was nicht verwundert, denn von einem Großteil des Publikums mag die Verfilmung des Jugendbuchs "A Monster Calls" - so auch der Originaltitel des Streifens - des amerikanischen Autoren Patrick Ness aus dem Jahr 2011 als "Kinderfilm" wahrgenommen worden sein. Gerade für diese Zielgruppe ist das Werk aber zu düster, was die Altersfreigaben "Ab 12 Jahren" in Deutschland und "PG-13" in Amerika demonstrieren.

So landete "A Monster Calls" sozusagen zwischen den Box Office-Stühlen. Regisseur J.A. Bayona ("Jurassic Park: Fallen Kingdom") gebührt dennoch Applaus für das, was sein Streifen ist: Eine geschickte Balance von schweren Themen wie Krankheit, Tod und Loslassen und phantastischen Elementen, die sich zu einem packenden und ungewöhnlich bewegenden Ganzen verbinden. Autor Ness adaptierte hierzu selbst seinen Roman.

Die Dreharbeiten fanden in Bolton, Preston und Rivington Pike in der englischen Grafschaft Lancashire, sowie in Blackpool Pleasure Beach, Huddersfield und Marsden in der Grafschaft West Yorkshire statt. Die Innenaufnahmen entstanden in den Catalunya Studios im katalanischen Terrassa.

Für das Baummonster engagierte man den nordirischen Darsteller Liam Neeson, der mit Motion Capture-Technik zwei Wochen vor dem eigentlichen Drehbeginn aufgenommen wurde und dessen Stimme - in der deutschen Synchronfassung dessen deutsche Synchronstimme - man im Film hört. Während der Dreharbeiten stand der englische Schauspieler Tom Holland - der Jahre später als Spider-Man international bekannt werden sollte - für Neeson ein, damit der damals 13 Jahre alte schottische Hauptdarsteller Lewis MacDougall einen Referenzpunkt in seinen Szenen mit dem Monster hatte.

"A Monster Calls" kostete umgerechnet 43 Millionen Dollar und spielte weltweit 47 Millionen Dollar ein. Für eine spanische Produktion sicherlich gut, angesichts der internationalen Ambitionen und der auch durch die guten Besprechungen geschürten Erwartungen aber eine Enttäuschung.

Bei den Europäischen Filmpreisen wurde Tontechniker Oriol Tarragó für sein Ton-Design ausgezeichnet. Bei den Spanischen Filmpreisen gingen Goya Awards an Regisseur J. A. Bayona, an Kameramann Oscar Faura, an Komponist Fernando Velázquez, an die Cutter, an Ausstatter Eugenio Caballero, an die Maskenbildner, an die Spezialeffekte, an die Tontechiker und an die Produktionsmanagerin Sandra Hermida.

Kritikerin Marija Djurovic schrieb in "Cairo360": "Manche Segmente des Films wirken ein wenig gezwungen und schwerfällig, aber trotz dieser kleinen Schwächen schafft es der Streifen immer noch zu inspirieren, zu bewegen und zu unterhalten. Eine Packung Taschentücher ist ein Muss."



"Auge um Auge", Sat1, 00:15 Uhr
Als sein Bruder (Casey Affleck) verschwindet und die Polizei im Dunkeln tappt, nimmt ein Stahlarbeiter (Christian Bale) das Gesetz in die eigenen Hände.

Die Wurzeln dieses US-Kriminalfilms lagen in einem Drehbuch für "The Low Dweller", ein Projekt von Regisseur Ridley Scott und Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio, das so nicht verfilmt wurde. Beide blieben aber mit ihren Produktionsgesellschaften Scott Free und Appian Way als Produzenten an Bord, als Regisseur und Drehbuchautor Scott Cooper ("Hostiles") das Skript umschrieb und eigene Akzente setzte.

Cooper brachte Autobiographisches ein - sein Aufwachsen in den Appalachen und den Verlust eines Bruders in frühen Jahren - und band seine Geschichte an einen markanten Ort: Nachdem er über die verfallende Industriestadt Braddock nahe Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania gelesen hatte, entschloss er sich, dort vor Ort für 22 Millionen Dollar zu filmen.

"Out of the Furnace" - "Aus dem Glutofen", so der Originaltitel - bietet eine unglaubliche Besetzung auf: Neben Casey Affleck und Christian Bale wirken Zoe Saldana, Willem Dafoe, Woody Harrelson, Sam Shepard und Forest Whitaker mit. Bei so viel Talent vor der Kamera ist es kein Wunder, dass der Film packend geraten ist.

Der Streifen erhielt 2013 gemischte Kritiken und floppte mit einem weltweiten Einspiel von nur 15 Millionen Dollar schwer.

Kritiker Jason Best befand in "Movie Talk": "Diese tragische Rachegeschiche eines Paars von Arbeiterbrüdern, die vom Schicksal in einer sterbenden Stadt geschlagen sind, ist beinahe unerbittlich trostlos, aber die phantastischen Darsteller halten einen bei der Stange, ebenso wie das lebendige atmosphärische Gefühl für den Handlungsort."



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