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Harvey Weinstein
Harvey Weinstein
© BANG Showbiz

Harvey Weinstein strebt Vergleich mit Dutzenden Klägerinnen an

25 Millionen Dollar Schadensersatz

(13.12.2019) Update
Harvey Weinstein hat laut "The New York Times" einen vorläufigen Vergleich über 25 Millionen Dollar Schadensersatz mit über 30 Klägerinnen, die ihn wegen sexueller Übergriffigkeiten angezeigt hatten, vor einem Gericht in New York City vorgelegt. Der Vergleich betrifft indes nur die Zivilklagen; das strafrechtliche Vergehen, welches kommenden Monat beginnen soll, bleibt davon unberührt. Dem ehemaligen Produzenten und Studioboss droht weiterhin lebenslängliches Gefängnis für die angezeigte Vergewaltigung zweier Frauen. Der Vergleich hängt noch von der Zustimmung zweier Richter ab.

Teil der Einigung ist, dass Weinstein kein Schuldeingeständis ablegen muss und auch nicht finanziell persönlich zur Rechenschaft gezogen wird. Die Summe wird von den Versicherungsgesellschaften der sich in Insolvenz befindlichen Weinstein Company gezahlt werden. Sollte der angestrebte Deal so durchgehen, würden sich 18 Klägerinnen 6,2 Millionen Dollar teilen müssen. Weitere 18,5 Millionen Dollar würden für die weiteren Klägerinnen bereit gestellt.

Ob der Vergleich so zustande kommt, scheint zweifelhaft. Einige Frauen haben bereits angekündigt, diese Vereinbarung als zu milde gegenüber Weinstein zu empfinden und nicht zustimmen zu wollen. "Wir weisen die Vorstellung zurück, dass dies die beste Einigung war, die im Namen der Opfer erzielt werden konnte", erklärte zum Beispiel Anwalt Douglas Wigdor, der zwei mutmaßliche Weinstein-Opfer vertritt.

Kritik kommt auch von der "Time's Up"-Kampagne, die aufgrund der Vorwürfe gegen Weinstein entstanden war: "Wenn dies die bestmögliche Lösung für die Opfer ist, dann ist das System kaputt."

Derweil erhöhte Richter James Burke Weinstein's Kaution von 1 auf 2 Millionen Dollar. Die Staatsanwaltschaft hatte vergangene Woche eine drastische Erhöhung auf sogar 5 Millionen Dollar gefordert. Sie begründete dies mit Fluchtgefahr: Der einstige Hollywood-Mogul könne versuchen, vor Prozessbeginn aus dem Land zu fliehen. Nach Angaben der Staatsanwälte war in den vergangenen Monaten wiederholt kein Signal von der elektronischen Fessel des Beklagten empfangen worden.

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(30.08.2019) Prozess gegen Harvey Weinstein verschoben
Er kam und ging schnell, und zwischendurch erklärte er sich für "nicht schuldig".
Harvey Weinstein, der auf Kaution in Höhe von 1 Million Dollar auf freiem Fuß ist, hat vor Gericht in New York City Stellung zu einer neuerlichen Anklage wegen Vergewaltigung nehmen müssen. Die Staatsanwaltschaft hat den Fall der Schauspielerin Annabella Sciorra vorgebracht, die im Oktober 2017 im "New Yorker" behauptete, der Produzent habe sie 1993 in seinem Apartement in Manhattan vergewaltigt.

Weinstein kann wegen dieses mutmaßlichen Verbrechens nicht mehr verurteilt werden, da es nach den Gesetzen des Bundesstaates New York verjährt ist. Aber die Staatsanwaltschaft will auf diese Weise Sciorra als Zeugin vorladen, deren Aussage die Behauptung der Anklage untermauern soll, dass es sich bei Harvey um einen Serientäter handelt.

Die neue Anklage, von den Anwälten des 67-Jährigen als "Manöver in letzter Minute" kritisiert, hat den Richter jetzt bewogen, den Beginn des eigentlich für den 9. September angesetzten Gerichtsverfahrens auf Anfang kommenden Jahres zu verschieben.


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