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Verleugnung - David Irving (Timothy Spall) vertritt...richt
Verleugnung - David Irving (Timothy Spall) vertritt sich selbst vor Gericht
© Universum Film © SquareOne

TV-Tipp für Dienstag (10.9.): Timothy Spall leugnet den Holocaust

ARD zeigt FreeTV-Premiere "Verleugnung"

"Verleugnung", ARD, 22:45 Uhr
Die Historikerin Deborah Lipstadt (Rachel Weisz) muss sich vor Gericht gegen den sie verklagenden englischen Holocaust-Leugner David Irving (Timothy Spall) verteidigen.

Der Name David Irving hat in der deutschen Rechten einen guten Klang. Nach dem Motto "Ja, wenn's sogar ein Engländer sagt..." freuen sich die Holocaust-Leugner über einen ebensolchen Kronzeugen aus dem Ausland und führen ihn gerne immer wieder an.

Gerichtsnotorisch beurkundet ist dagegen, dass der englische Historiker, der rund 30 Sachbücher über den Nationalsozialismus geschrieben hat, ein Geschichtsverdreher ist. Im Jahr 2000 wurde eine Verleumdungsklage Irvings vom High Court in London, dem höchsten englischen Zivilgericht, gegen die US-Historikerin Deborah Lipstadt zurück gewiesen. Lipstadt hatte 1993 in ihrem Buch "Denying the Holocaust" Irving als Geschichtsfälscher bezeichnet. Der High Court bestätigte, dass man den Engländer fortan öffentlich als "Lügner" und "Geschichtsfälscher" bezeichnen dürfe. Die Verfahrenskosten in Höhe von umgerechnet etwa 4 Millionen Euro musste Irving tragen, was ihn finanziell ruinierte. "The Times" fasste die 32 Verhandlungstage, in denen der Autor seine Thesen vom nicht stattgefundenen Massenmord an den Menschen jüdischen Glaubens zu belegen versucht hatte, zusammen: "Geschichte hatte ihren Tag vor Gericht und errang einen überwältigenden Sieg."

Regisseur Mick Jackson beendete seine Kinopause nach 14 Jahren, um zusammen mit Drehbuchautor David Hare diese Geschichte als britisches Drama auf die Leinwand zu bringen. Sie legten das Buch "History on Trial" von Lipstadt aus dem Jahr 2005 zugrunde und filmten für umgerechnet 10 Millionen Dollar in London und in Auschwitz-Birkenau. Für die eigentlich vorgesehene Hilary Swank wurde Rachel Weisz besetzt.

"Denial" - so der Originaltitel - wird der unglaublichen Geschichte vielleicht nicht ganz gerecht, überzeugt aber als zufrieden stellender und wirkungsvoller Streifen, der eine weitere starke Darstellung von Weisz zeigt.

Die Kritiken für die BBC Films-Produktion waren 2016 positiv, mit nur 9 Millionen Dollar Umsatz weltweit blieb die Produktion, die eine Nominierung als "Bester britischer Film" bei den Britischen Filmpreisen erhielt, aber unter dem Publikumsradar.

Kritikerin Alexandra MacAaron schrieb in "Women's Voice for Change": "Der Film hält sich eng an Deborah Lipstadt's Memoiren und die Transkripte der Gerichtsverhandlung. Er wird so eher zu einer intellektuellen als einer emotionalen Übung, ist aber nichtsdestotrotz faszinierend."



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