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Lichter der Großstadt - Charles Chaplin und Virginia...rrill
Lichter der Großstadt - Charles Chaplin und Virginia Cherrill
© Filmverleih Die Lupe

TV-Tipp für Donnerstag (2.1.): Charles Chaplin öffnet Virginia Cherrill die Augen

Arte zeigt Meisterwerk "Lichter der Großstadt"

"Lichter der Großstadt", Arte, 21:25 Uhr
Mit den Zuwendungen eines Millionärs (Harry Myers), der ihn im betrunkenem Zustand für seinen Freund hält, versucht ein Landstreicher (Charles Chaplin) einem blinden Blumenmädchen (Virginia Cherrill) zu helfen.

"City Lights", so der Originaltitel dieser US-Komödie aus dem Jahr 1931, war ein großes Wagnis. Charles Chaplin, Produzent, Regisseur, Drehbuchautor, Hauptdarsteller und Komponist in Personalunion, war ein erklärter Gegner des Tonfilms, den er - wie es zum Beispiel später bei den 3D-Formaten auch eintreten sollte, für eine vorübergehende Modeerscheinung des Kinos hielt. "Ich gebe dem Tonfilm drei Jahre, das ist alles", erklärte der Engländer einem Journalisten, als Ende der Zwanziger die ersten Tonfilme in die Kinos kamen.

Eine kapitale Fehleinschätzung. Und möglicherweise eine verhängnisvolle, denn der Filmemacher hatte sich darauf versteift, seine neueste 1,5 Millionen Dollar teure Produktion, an der er seit 1928 arbeitete, als Quasi-Stummfilm anzulegen. Er komponierte zwar erstmals eine Musik und fügte einige Toneffekte ein, aber die Dialoge wurden wie gehabt auf Zwischentiteln eingeblendet, die Stimmen der Schauspieler nicht aufgezeichnet. Die technische Innovation des Tonfilms überholte während dessen die kühnsten Optimisten - bereits im August 1929 und damit mitten in den über eineinhalb Jahren andauernden Dreharbeiten zu der United Artists-Produktion - kam der letzte Stummfilm eines der großen Filmstudios in die Kinos.

Aber Chaplin hatte keine Eile. Als Über-Perfektionist ließ er manche Szenen rund 100 Mal drehen - Zeit und damit Geld spielten für ihn als sein eigener Produzent keine Rolle. Küsste Charles die Muse nicht, bis er auf einen zündenden Einfall kam, konnte es auch vorkommen, dass er die Produktion bei laufenden Kosten ruhen ließ. Insgesamt wurden für die Produktion knapp 100 000 Meter Film belichtet, von denen es dann nur rund 2500 in die Endfassung schafften.

Mit seiner Darstellerin Virginia Cherrill kam der Künstler überhaupt nicht zurecht und feuerte sie sogar, musste sie aber wieder einstellen, weil es selbst für ihn zum späten Zeitpunkt der Produktion zu teuer und aufwendig gewesen wäre, eine neue Aktrice zu besetzen. Immerhin hatte er aber sogar mit seiner "Gold Rush"-Mimin Georgia Hale Probeaufnahmen gemacht.

Als "City Lights" schlussendlich am 30. Januar 1931 Premiere feierte, war die gesamte Filmindustrie auf den Tonfilm abonniert und Stummfilme galten als ein vorgestriges Medium. Kein Wunder, dass Chaplin nervös war. Doch die Sorgen des Universalgenies verflogen schnell. Bei guten Kritiken wurde das Meisterwerk ein Riesenerfolg und mit 5 Millionen Dollar Umsatz einer der erfolgreichsten in Charles' Karriere und der zweiterfolgreichste des Jahres hinter "Frankenstein". Der Regisseur selbst bezeichnete ihn als seinen eigenen Lieblingsfilm.

Kein Wunder. "City Lights" ist eine der besten Romanzen überhaupt, mit einem Ende, dass nur Zuschauer mit Herzen aus Stein nicht erweichen dürfte. Chaplin mischt Komik, Ironie, Sozialkritik und Pathos zu perfekten Teilen und veredelt das Ganze mit einer Grundmelodie aus Menschlichkeit, Güte und Optimismus.

1991 nahm die US-Library of Congress den Film als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein Zuschauer schwärmt: "Ich kann leicht verstehen, warum viele Zuschauer diesen Streifen für Charlie Chaplin's Meisterwerk halten. Er ist sehr vielschichtig und zugleich aber auch sehr einfach - und das ist es, was meiner Meinung nach einen großen Film definiert. Es gibt keine komplizierten Nebenhandlungen und keine Dialoge, sondern einfach eine reine und simple Handlung über den Landstreicher und seine Liebe. Das Werk ist dabei niemals plump oder hanebüchen, sondern zutiefst menschlich. Man wird nicht mehr der gleiche sein, wenn man diesen Film gesehen hat."



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