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Gretel & Hansel
Gretel & Hansel
© Capelight Pictures

Deutsche Filmstarts: "Gretel & Hänsel" auf der Horrorschiene

Hollywood meldet sich mit "Harriet" zurück

Nun kommen erstmals auch wieder nordamerikanische Produktionen in die Kinos, allerdings nur nachgezogene, keine orginär neuen. Aus Kanada kommt das urdeutsche Märchen "Hänsel und Gretel" als "Gretal & Hänsel"-Horrorvariante, während in den USA die zweifach Oscar-nominierte Cynthia Erivo als "Harriet" glänzt und Warner Bros. die Scooby Doo-Story weiterkochen. Was lohnt den Kinobesuch? Und wann lässt man die Geldbörse besser stecken?

"Gretel & Hänsel"
Horror
Kanada
87 Minuten
FSK 16

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

Die jugendlichen Geschwister Gretel (Sophia Lillis) und Hansel (Samuel Leakey) verlassen während einer Hungersnot ihr Elternhaus, um Nahrung zu suchen. Sie landen bei einer freundlichen alten Frau (Alice Krige), die sie bei sich aufnimmt und ihnen reichlich zu essen gibt. Bald aber ahnen die Geschwister, dass die alte Hexe Böses im Schilde führt...

Eines der bekanntesten deutschen Märchen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm Anfang des 19. Jahrhunderts bekommt in dieser kanadischen Produktion die Horror-Behandlung. Regisseur Osgood Perkins ("Die Tochter des Teufels") sorgt für großartig Bilder, aber handlungsmäßig lässt die sträflich langweilige Capelight Pictures-Produktion, die gemischte Kritiken erhalten hat und beim Publikum durchgefallen ist, viel zu wünschen übrig.

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"Harriet - Der Weg in die Freiheit"
Drama
USA
125 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Eine im 19. Jahrhundert aus dem amerikanischen Süden entflohene Sklavin (Cynthia Erivo) wird zur Befreierin weiterer Sklaven.

Dieses US-Drama basiert auf Tatsachen: Die Ex-Sklavin Harriet Tumbman schaffte es Mitte des 19. Jahrhunderts, auf insgesamt 13 geheimen Missionen rund 70 Sklaven in die Freiheit Richtung Norden zu führen. Dieser außerordentlichen Geschichte einer außerordentlichen Frau hat Regisseurin und Drehbuchautorin Kasi Lemmons ("Black Nativity") nun ein filmisches Denkmal gesetzt, das für zwei Academy Awards nominiert wurde: Für Hauptdarstellerin Cynthia Erivo und ihren Song "Stand Up". Die Inszenierung bietet keine Überraschungen und geht keine Risiken ein, aber der aufrichtige Streifen bietet neben der hervorragenden Titeldarstellerin schöne Bilder und eine beeindruckende Geschichte. Die Kritiken der Universal Pictures-Produktion sind positiv, ebenso wie die Zuschauerreaktionen.

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"Scooby!"
Animation
USA
93 Minuten
FSK 6

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

Der Hund Scooby und seine Frauchen und Herrchen müssen den Plan vereiteln, den Geisterhund Cerberus auf die Welt loszulassen.

Wegen der Corona-Pandemie konnten Warner Brothers Pictures ihren US-Animationsstreifen nur im Internet veröffentlichen, und das trotz nur gemischter Kritiken mit einigem Erfolg. Regisseur Tony Cervone, ein Veteran der Animationskunst bei Warner Bros., der unter anderem an den "Looney Tunes"-Cartoos mitgearbeitet hat, gibt mit "Scoob!" - so der Originaltitel - sein Langfilmdebut. Für ganz junge Zuschauer mag das Werk Spaß machen, aber allen anderen sei statt dessen die seit 1969 in verschiedenen Inkarnationen laufende Fernsehserie empfohlen.

Unserem Kritiker Björn Schneider gefiel der Film nicht: "Überbordender, unsauber ausgearbeiteter und reizüberflutender Versuch der Wiederbelebung einer kultigen Zeichentrick-Serie, dem nach gelungenem Auftakt die Puste ausgeht."

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"Das Beste kommt noch"
Komödie
Frankreich
117 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Ihr könnt, müsst aber nicht!

Zwei Freunde (Patrick Bruel und Fabrice Luchini) die nach einem Missverständnis jeweils glauben, das der Andere bald sterben wird, entscheiden, all die Dinge zu erleben, die sie bisher im Leben versäumt haben.

Eine herzenswarme, aber überlange französische Komödie, deren Ausgangssituation nicht besonders glaubwürdig ist. Das Regie- und Drehbuchduo Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellièrre ("Der Vorname") balanciert Witz und Sentiment geschickt aus, und die Schauspieler glänzen. Die Kritiken in Frankreich zu "Le meilleur reste à venir" - so der Originaltitel - waren mehrheitlich negativ, die Zuschauermeinungen gemischt.

Unsere Rezensentin Bianka Piringer rät zum Kartenkauf für die Constantin-Produktion: "Mit einer zündenden Idee und einem großartigen Schauspieler-Duo macht dieser Film dem französischen Komödiengenre Ehre. Fabrice Luchini und Patrick Bruel liefern fesselndes Schauspielerkino in den Rollen der beiden sehr verschiedenen Charaktere, die sich gegenseitig beistehen wollen, während der eine von Schuldgefühlen über sein Geheimnis gemartert wird."

Hier geht es zu den kompletten Filmstarts


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