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Zurück in die Zukunft - Michael J. Fox
Zurück in die Zukunft - Michael J. Fox
© Universal Pictures International Germany

TV-Tipps für Samstag (5.3.): Michael J. Fox dreht die Zeit zurück

ZDF zeigt Meisterwerk "Zurück in die Zukunft"

Spielfilm-Fans müssen am Samstagabend nicht nur zu Nachteulen mutieren, sondern sich nach langem Warten dann im Nachtprogramm auch noch ausgerechnet entscheiden müssen. Das ZDF strahlt das Meisterwerk "Zurück in die Zukunft" mit Michael J. Fox aus, während Sat1 den spanischen Thriller "Buried" mit Ryan Reynolds zeigt.

"Zurück in die Zukunft", ZDF, 01:15 Uhr
Der High School-Schüler Marty McFly (Michael J. Fox) wird versehentlich mit dem zeitreisenden DeLorean, den sein Freund, der Wissenschaftler Doc Brown (Christopher Lloyd), erfunden hat, 30 Jahre in die Vergangenheit ins Jahr 1955 geschickt.

Der erfolgreichste Film des Jahres 1985 hatte keinen einfachen Weg auf die Leinwand. Es dauerte allein schon mehrere Jahre, bis Regisseur Robert Zemeckis ("Forrest Gump") und Drehbuchautor Bob Gale ein Filmstudio gefunden hatten, das bereit war, ihre Idee zu produzieren. Eigentlich wollten 1980 Columbia Pictures die US-Komödie produzieren, dann war ihnen und anderen Produktionsgesellschaften die Geschichte aber zu brav in Zeiten von erfolgreichen Teenie-Komödien wie "Porky's" oder "Fast Times at Ridgemont High" ("Ich glaub, ich steh im Wald"), die auf Sex und Drogen setzten. Pech: Umgekehrt lehnten Walt Disney Pictures ab, weil ihnen der ödipale Aspekt der Geschichte - der Sohn trifft auf seine Teenager-Mutter, die mit ihm ins Bett will - wiederum zu riskant und mit den Werten des Familienfilm-Studios unvereinbar erschien.

Es war schließlich Steven Spielberg, der mit Zemeckis und Gale befreundet war, welcher den Knoten durchschlug. Obwohl die von ihm produzierten Werke des Duos, "I Wanna Hold Your Hand" von 1978 und "Used Cars" ("Mit einem Bein im Kittchen") von 1980 gefloppt waren, produzierte er für Universal Pictures "Back to the Future" 1984 mit einem Budget von schließlich 19 Millionen Dollar, was heute 47 Millionen Dollar entspräche. Um die Kosten zu mindern, wurden zahlreiche Product Placement-Verträge abgeschlossen, womit die Produktion zu den Vorreitern gehörte, welche die heute übliche Finanzierung durch Schleichwerbung im großen Stil anschoben.

Für die Hauptrolle wollte Zemeckis den damals 23 Jahre alten Michael J. Fox engagieren, der jedoch aus dem Vertrag für seine seit 1982 ausgestrahlte Fernsehserie "Family Ties" ("Familienbande") nicht heraus kam. Statt seiner engagierte man Eric Stoltz, doch nach vier Wochen kam Robert zu der schwierigen Einsicht, dass Stoltz fehlbesetzt war. Zwar spielte er gut, aber er kam nicht im Mindesten witzig und lässig herüber, wie es der Part erforderte. Sein Marty McFly auf dem Skateboard wirkte gezwungen. Die Produktion wurde angehalten, und die Gelduhr tickte.

Zemeckis und Spielberg setzten alles auf eine Karte und verhandelten nochmals mit Paramount Television über ein Freistellen von Fox - und tatsächlich einigte man sich in ungewöhnlicher Weise: Der Akteur drehte beides gleichzeitig: Tagsüber die Fernsehserie und abends und am Wochenende den Kinofilm. Für Michael bedeutete dies für etwa zwei Monate 20 Stunden-Tage.

Eine Kraftanstrengung, die sich bezahlt machte: Als "Back to the Future" in die Kinosäle kam, waren Zuschauer wie Kritiker über den einfallsreichen, witzigen, schwungvollen und mit Atem beraubenden Tempo in Szene gesetzten Streifen begeistert. Mit weltweit 381 Millionen Dollar wurde das Meisterwerk ein gigantischer Erfolg und verbrachte elf Wochen an der Spitze der US-Kinocharts.

Ungewöhnlich für solch einen leichtgewichtigen Film - aber angesichts der Qualität dieses Streifens und des überwältigenden Erfolgs auch wiederum nicht -, wurde die Produktion für zahlreiche Preise nominiert und gewann auch einen Oscar für den "Besten Toneffekteschnitt". Nominiert waren zudem das Drehbuch, der Song "Power of Love" von Huey Lewis und der Ton. 2007 wurde "Back to the Future" als "künstlerisch, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry der US-Library of Congress aufgenommen, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein Zuschauer schwärmt: "Das ist solch einfallsreiches und aufregendes Filmemachen, dass man es unmöglich vergessen kann. Die Charaktere sind perfekt besetzt und werden spektakulär gespielt. Die tolle Handlung ist clever und unterhaltsam inszeniert, und das Ganze macht riesigen Spaß von vorne bis hinten. Aber eine der besten Sachen ist, dass der Film einen wirklich zum Nachdenken bringt. Man kann über die Plausibilität der Geschichte stundenlang diskutieren."



"Buried - Lebend begraben", Sat1, 01:30 Uhr

Ein US-Lastwagenfahrer (Ryan Reynolds) erwacht lebendig begraben in einem Sarg. Mit Hilfe eines Handys kommuniziert er mit den irakischen Aufständischen, die ihn begraben haben und Lösegeld fordern, und den US-Behörden, während der Sauerstoff und die Akku-Laufzeit immer knapper werden...

Unter anderem Alfred Hitchcock und Sidney Lumet hatten mit "Rope", "Lifeboot" und mit "12 Angry Man" bewiesen, dass Filme, die in einem einzigen Handlungsort spielen, spannend sein können. Regisseur Rodrigo Cortés ("Down a Dark Hall") zeigt mit diesem spanischen, auf Englisch gedrehten Thriller, dass man das Konzept noch auf die Spitze treiben kann: Sein Streifen spielt während der gesamten Laufzeit ausschließlich in einem Sarg und ist effektiv eine Ein Mann-Show. Lediglich aus dem Off kommen Stimmen hinzu.

Das fast unmöglich Scheinende gelang: Die für umgerechnet 2 Millionen Dollar in 16 Tagen in einem Studio in Barcelona gedrehte Produktion holt aus der klaustrophobischen Ausgangslage das Meistmögliche an packender und nervenaufreibender Spannung heraus und ist dabei ein Schaulaufen für das Talent eines Ryan Reynolds.

"Buried" erhielt 2010 gute Kritiken und wurde mit einem weltweiten Einspiel von 19 Millionen Dollar ein Erfolg. Bei den Spanischen Filmpreisen wurden Drehbuchautor Chris Sparling, Cutter Rodrigo Cortés - der Regisseur hatte den Schnitt selbst übernommen - und die Tontechniker mit den Goya Awards ausgezeichnet; nominiert waren noch der Film, die Regie, Hauptdarsteller Ryan Reynolds, Kameramann Eduard Grau, Komponist Víctor Reyes, der Song "In the Lap of the Mountain" und die Spezialeffekte.

Kritiker Nick Rogers schrieb in "The Film Yap": "Der Film ist durchgänging düster und schonungslos unbehaglich - dank des hervorragenden Ton-Designs, der einfallsreich klaustrophobischen Kameraführung und einer Ein Mann-Show von Ryan Reynolds, der keinen Platz für Sarkasmus in diesem Sarkophag lässt."



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