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Kingsman: The Secret Service
Kingsman: The Secret Service
© 20th Century Fox

Kritik: Kingsman - The Secret Service (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Kingsman - The Secret Service" ist all das, was die neueren James-Bond-Filme - und erst recht peinliche Derivate wie "Jack Ryan - Phantom Rescuit" - nicht (mehr) sind: Der auf der Comicserie "The Secret Serice" von Dave Gibbons und Mark Millar basierende Film bedient einerseits die ganz klassischen James-Bond-Klisches und führt sie zugleich ad absurdum. "Kingsman" ist zugleich der bessere James Bond und seine respektlose Parodie. Der Film steckt voller altbekannter Versatzstücke und bietet viele echte Überraschungen. Die Komödie kombiniert gekonnt feinstes britsches Understatement mit gröbsten Brachial-Effekten.

Colin Firth ist mit viel Charme - aber ohne Schirm und Melone - der vollendete englische Gentleman. In tadellosen Oxford-Englisch weiß er z.B. mitzuteilen, was sich in einer Situation empfielt, wenn man nicht im nächsten Moment das Zeitliche segnen mag. Im Gegenübergestellt ist ein stark lispelnder Samuel L. Jackson als stilloser Schurke, der seine Autorität keineswegs tadellosen Manieren, sondern alleine seinem Geld verdankt. Zwischen diesen Polen flitzt Eggsy als proletenhaftes kluges Köpfchen herum.

Es sind aber nicht nur Klassen- und Mentalitätsunterschiede, die "Kingsman" eine besondere Würze geben. Mindestens ebenso starke Kontraste existieren innerhalb des Handlungsverlaufs. Da wird noch eben geflegt bei einem Gläschen erlesendstem Whisky geplaudert und schon im nächsten Augenblick ein Gesprächspartner fein säuberlich einmal in der Mitte zerteilt. Auf der anderen Seite besitzt hier selbst eine Prinzessin soviel Realitätssinn zu erkennen, dass man mit einem kleinen Küsschen als Belohnung heutzutage keinen Helden mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann. Und zwischendrin? Da wird man plötzlich unverhofft Zeuge solcher bizarren Szenen, wie einem unheiligem Massaker, das direkt einem blutrünstigen Zombiefilm zu entstammen scheint. Aber auch ein englischer Gentleman kann ja nicht den ganzen Tag über nur Tee trinken...

Fazit: "Kingsman" ist ein pickfeines und zugleich absolut respektloses James-Bond-Update, eine völlig überdrehte Parodie und ein alle Grenzen des guten Geschmacks gnadenlos sprengender Spaß.





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