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Ich - Einfach Unverbesserlich 3
Ich - Einfach Unverbesserlich 3
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Ich - Einfach Unverbesserlich 3 (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Ein fieser Superschurke, der unerwartet sein Herz entdeckte, als er aus reinem Kalkül drei Waisenmädchen adoptierte, eroberte 2010 die Sympathien des Kinopublikums. Dieser unkorrekte Filmheld, der auf den Pfad der Tugend zurückgebogen wurde, lernte in seinem zweiten Leinwand-Abenteuer 2013 mit Lucy die Liebe kennen. Nun erfährt er, dass er einen Zwillingsbruder hat. Dieser ist ihm aber nicht auf Anhieb sympathisch. Gru steckt in der Krise, seit er seine Arbeit und bis auf zwei versprengte Exemplare auch die Minions, seine kleinen gelben Helferlein, los ist. Die Regisseure Pierre Coffin und Kyle Balda mischen in diesem turbulenten Animationsfilm geschickt bewährte und neue Motive. Im Vordergrund steht wieder einmal Action mit Verfolgungsjagden, Einbrüchen, tollen Fahrzeugen und unwahrscheinlichen, aber lustigen physischen Kunststücken.

Die Handlung verteilt sich rasch auf mehrere parallele Schauplätze, wodurch sie flott und abwechslungsreich wirkt. Aber es fällt zumindest anfangs nicht ganz leicht, sich zurechtfinden und sich auf diesen sprunghaften Erzählmodus einzustimmen. Für Vergnügen sorgt die Fortführung beliebter Themen, wie die Vorliebe der jüngsten Tochter Agnes für flauschige Einhörner. Die Minions, die bekanntlich eine Fantasiesprache sprechen, in der sich ihr Bauchgefühl aber unmissverständlich ausdrückt, beweisen diesmal bei einem Wettbewerb, dass sie auch singen können. Lucy gibt sich Mühe, in die Mutterrolle hineinzuwachsen. Und Gru muss sich an Dru gewöhnen, der keine Glatze wie er selbst, sondern eine blonde Mähne hat, der reich ist und immer guter Laune. All die verschiedenen Auftritte dieser Charaktere sind kurz, aber prägnant und ideenreich.

Das größte Novum dieses bunten Abenteuers aber ist der Bösewicht Bratt. Mit ihm veranstaltet der Film nämlich eine Hommage an die 1980er Jahre, die zugleich auch Persiflage ist. Bratt verübt seine bösen Taten am liebsten tanzend, zu Musik von Michael Jackson und anderen Stars jener Epoche. Er setzt Bubble-Kaugummi als Waffe ein. Dieser Charakter mit seinen Gadgets und seinem Wahn, die Welt der längst vergessenen Kinderserie wieder aufleben zu lassen, dient vor allem dazu, die erwachsenen Zuschauer zu unterhalten. Seine schrillen Auftritte tragen jedoch auch dazu bei, die ohnehin handlungsreiche Geschichte zu überladen. Ein wenig fehlt dem ganzen Film das emotionale Zentrum, denn er streut seine Reize sehr breit.

Fazit: Das neue Animationsabenteuer des vom Superschurken zum Geheimagenten mutierten Adoptivvaters Gru setzt auf die bewährte Mischung aus flotter Action, Ideenreichtum und zahlreichen Charakteren. Die neuen Auftritte beliebter Figuren wie der Töchter und der Minions sind zwar oft knapp, aber durchaus gelungen. Die Persiflage der 1980er Jahre, die der Film mit seinem neuen Bösewicht Balthazar Bratt veranstaltet, fällt hingegen regelrecht schrill aus und die häufigen Wechsel zwischen parallelen Handlungssträngen stellen die Aufnahmefähigkeit zuweilen ganz schön auf die Probe.





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