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Bibi & Tina 4 - Tohuwabohu total
Bibi & Tina 4 - Tohuwabohu total
© DCM GmbH

Kritik: Bibi & Tina 4 - Tohuwabohu total (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Tohuwabohu total" ist bereits der vierte Film der Bibi-&-Tina-Reihe. Die Filme, die alle von Detlev Buck inszeniert wurden, basieren auf der gleichnamigen Hörspielreihe und zählen zu den erfolgreichsten Jugend-Filmen hierzulande. Allein der erste Teil, lockte über eine Millionen Besucher in die Kinos. Mit "Tohuwabohu total" findet das erfolgreiche Franchise nun seinen Abschluss. Die Produktion, die mit einer Förderung des Medienboard Berlin-Brandenburg entstand, wurde in Sachsen-Anhalt, Kroatien und der Prignitz gedreht. Die Prignitz ist eine historische Landschaft im Westen von Brandenburg, die sich in erster Linie durch ihre idyllischen Heidefelder und die Wälder auszeichnet.

Buck tut gut daran, seine Geschichte voranzutreiben und die Protagonisten sich weiterentwickeln zu lassen. Alle Figuren, allen voran Bibi und Tina, sind älter und reifer geworden. Bucks Filme gehen mit der Zeit und werden erwachsen. Das gelingt im vierten Teil auch deswegen so überzeugend, da jüngste Veränderungen in der Welt sowie aktuelle politische Umwälzungen in Westeuropa (USA), berücksichtigt werden – und (direkt oder indirekt) im Film ihre Entsprechung finden. "Tohuwabohu total" zwingt seine (meist jungen) Zuschauer, sich mit diesen Inhalten ein Stück weit zu befassen, zumindest aber diese zu reflektieren. Eine veränderte Atmosphäre der Unsicherheit und Angst, schleicht sich daher auch in die Welt von Bibi und Tina.

Nie zuvor waren die Themen in einem "Bibi-&-Tina"-Film ernster und düsterer als in diesem. Detlev Buck beweist seine Unlust auf Stillstand und geht stattdessen mit der Zeit, wenn in die bonbonbunte, heile Welt der Filmreihe Themen Einzug halten, denen wir quasi täglich in den Nachrichten begegnen: Vorurteile gegenüber dem Fremden, Flucht, Unterdrückung, konservative Weltanschauungen und – an Aktualität nicht zu überbieten – Abschottung durch den Bau einer Mauer. "Tohuwabohu total" ist damit auch der bisher mit Abstand politischste aller Filme des Franchise. Aber: Obwohl der Ton nachdenklicher und rauer geworden ist, verzichtet Buck zum Glück nicht auf eine gehörige Portion Humor, Action (Stichwort: Kornfeld-Verfolgungsjagd) sowie die bekannten, abseitig-verschrobenen Figuren. Und auch die Musik kommt nicht zu kurz. Diesmal sind es vor allem die Rap-Einlagen, die für Spaß und Abwechslung, sorgen.

Der Charakter, mit den wohl meisten Lachern auf seiner Seite: der fiese, mit schrecklich hässlicher Föhn-Tolle ausgestattete Bauunternehmer Dirk Trumpf, der um Schloss Falkenstein die Mauer bauen lassen will. Niemand, so der schmierige Bauherr, könne diese so gut und effektiv bauen wie er selbst. In kleinem Rahmen, spiegelt sich daher in der quietschbunten Welt von Bibi, gegenwärtige Weltpolitik wieder und konfrontiert damit auch die Jugend mit den Sorgen von Geflüchteten und den großen Gefahren unserer Zeit.

Fazit: Mit "Tohuwabohu Total" geht die "Bibi-&-Tina"-Filmreihe in ihre vierte und letzte Runde. Regisseur Detlev Buck bezieht jüngste politische Ereignisse in die Handlung ein und verleiht dem Jugendfilm damit Aktualität und Anspruch – ohne dabei auf die eingängigen Ohrwürmer, die schrulligen Figuren und den ansteckenden, augenzwinkernden Humor der Vorgänger, zu verzichten.





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