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Bailey - Ein Freund fürs Leben
Bailey - Ein Freund fürs Leben
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Bailey - Ein Freund fürs Leben (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Dass Regisseur Lasse Hallström ein Herz für Hunde hat, weiß man spätestens seit seinem Film "Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft". Nicht ganz so rührselig und traurig ist nun sein neues Werk geraten, eine Verfilmung des Bestseller-Romans "Ich gehöre zu dir" von W. Bruce Cameron. In seinem gewohnten Wohlfühlstil der schönen und emotionalen Bilder erzählt Hallström eine episodische Geschichte, die zwei Besonderheiten aufweist. Der Hund namens Bailey ist erstens ein Philosoph, der über den Sinn des Lebens - der Menschen und ihrer Hunde – rätselt. In der deutschen Fassung spricht Florian David Fitz die launig-humorvollen Kommentare des Hundes aus dem Off ein. Zweitens wird Bailey mehrmals wiedergeboren, immer in veränderter Gestalt, und lernt so das Hundeleben an der Seite verschiedener Besitzer kennen. So entsteht ein interessant aufgebauter, gemütvoller Unterhaltungsfilm.

Menschen, konstatiert Bailey, sind nicht gerne allein. Als Hund hat man die Aufgabe, mit ihnen zu spielen und dafür zu sorgen, dass sie guter Dinge sind. Doch wenn sie erwachsen werden, wollen sie neben einem anderen Menschen liegen. Sonst werden sie sehr traurig und dann kommt auch der beste vierbeinige Entertainer an seine Grenzen. Die Komik der Geschichte speist sich aus dem manchmal sehr merkwürdigen Reim, den sich der Hund auf das Treiben der Menschen macht. Oft reizen die Sprüche aus dem Off zum Lachen, zum Beispiel wenn Bailey den jugendlichen Ethan und seine Freundin beim Küssen betrachtet und sich fragt, wozu diese Tätigkeit dient. Manchmal geraten die Kommentare auch betulich, etwa wenn Bailey sagt: "Jeder weiß, dass Ballspiele überhaupt nur erfunden wurden, weil es Hunde gibt".

Einem guten Hund wie Bailey liegt nichts mehr am Herzen als das Wohl seines Herrchens. Manchmal kann er dem Glück Ethans ein wenig nachhelfen, einmal rettet er ihm das Leben. Ethans Geschichte gerät im Laufe der Jahre zum berührenden, dramaturgisch geschickt aufgebauten Drama. Die anderen Episoden sind kürzer und oberflächlicher, sorgen aber für Abwechslung. Hübsch ist der Einfall, wiederholt aus der Perspektive des Hundes zu drehen, zum Beispiel wenn er über eine Wiese prescht. Insgesamt entwickelt die visuell ansprechend inszenierte Geschichte genügend Charme, um immer wieder über kurze Flauten hinwegzutragen. Fragt man sich nachher, ob man irgendeine neue Erkenntnis gewonnen oder etwas Wichtiges erfahren hat, muss man eher verneinen. Aber auch das ist in diesem Fall kein Grund, den Filmgenuss zu bereuen.

Fazit: Lasse Hallström verfilmt den Bestseller "Ich gehöre zu dir" von W. Bruce Cameron im gewohnten Stil seines gemütvollen Wohlfühlkinos. Die eingesprochenen Gedanken des zur Philosophie neigenden Hundes über das Leben seiner Besitzer sind oft witzig, manchmal betulich und beweisen einmal mehr, wer der beste Freund des Menschen ist. Die episodische Struktur sorgt für Abwechslung und einen hübschen Twist. Diese Unterhaltung reut einen nicht, auch wenn der Inhalt wenig relevant erscheint.





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