Fear and Loathing in Las Vegas
Nevada, 1971: Begleitet von seinem Anwalt Dr. Gonzo rast Raoul Duke in seinem roten Cabrio gen Las Vegas. Für ein Magazin soll er dort von einem Autorennen in der Wüste berichten.Inhalt- Nevada, 1971: Begleitet von seinem Anwalt Dr. Gonzo rast Raoul Duke in seinem roten Cabrio gen Las Vegas. Für ein Magazin soll er dort von einem Autorennen in der Wüste berichten. Doch für die beiden steckt hinter dem Ausflug sehr viel mehr als eine bloße Reportage. Für sie bedeutet der Trip nach Las Vegas eine Reise in das wilde Herz der vom Vietnamkrieg und diversen Skandale gebeutelten Vereinigten Staaten, bei der sie den amerikanischen Traum bei den Hörnern packen und ihm in die häßliche Fratze starren wollen. Ausgerüstet mit jeder denkbaren Droge unter der Sonne brechen sie auf zu ihrer Mission - und lassen sich dabei auch nicht von feindseligen Drogencops, dienstbewußten Highwaypolizisten, arroganten Hotelangestellten und ständig wiederkehrenden Horrortrips unterkriegen.
Filmkritik- Begleitet von seinem paranoiden Anwalt begab sich der Journalist Hunter S. Thompson im Jahr 1971 nach Las Vegas, um über ein Motorradrennen zu berichten - schrieb dann aber lieber über die exzessive Wirkung seines riesigen Vorrats an mitgebrachten Suchtmitteln. So wurde sein in der Zeitschrift "Rolling Stone" veröffentlichter Artikel "Fear and Loathing in Las Vegas" zu einem literarischen Drogentrip, der später auch als Buch erschien und viele Leser süchtig machte.
Mit seiner nahezu handlungslosen Leinwandadaption von Thomsons Kultgeschichte führt Regisseur Terry Gilliam ("Brazil", "12 Monkeys") das Publikum einmal mehr auf cineastisches Neuland: Johnny Depp taumelt als Thomsons Alter ego Raoul Duke durch die Straßen, Spielhöllen und Hotelzimmer von Las Vegas, und spätestens wenn unter der psychodelischen Wirkung der mitgebrachten Drogen Hotelgäste in Saurier und Teppichmuster in Schlingpflanzen mutieren, versetzt auch Gilliam seinen bildgewaltigen, politisch ganz und gar unkorrekten Film in einen orgiastischen Rauschzustand und den Kinozuschauer ins Zentrum einer phänomenalen Drogenparty.
Die wahren Exzesse freilich finden ganz woanders statt: Während Duke und sein Anwalt Dr. Gonzo ein Hotelzimmer demolieren, zeigt ihr Fernseher Nachrichten aus dem Vietnamkrieg und dazu einen gutgelaunten Richard Nixon - hinter Gilliams absurd-groteskem Bilderreigen verbirgt sich ein vernichtendes Statement über das Ende des amerikanischen Traumes.
Da ist es nur logisch, daß der 19 Millionen Dollar teure Film von den US-Medien kaum verstanden und wegen seiner hemmungslosen Darstellung von Drogen und Gewalt abgelehnt wurde: Denn "Fear and Loathing in Las Vegas" ist ein cineastischer Joint, den man als Zuschauer ausnahmsweise inhalieren darf.
Rico Pfirstinger
Userkommentare mimi vom 24.08.2007meiner meinung nach einer der besten filme die je gemacht wurde. ein muss für jeden film-fan!!! ruppert vom 02.07.2007einer der besten filme allerzeiten
| |