Die wahre Geschichte des Amerikaners George Jung, der den Kokainmarkt der USA Anfang der Achtziger beherrschte. Mit Johnny Depp, Penelope Cruz und Franka Potente hochkarätig besetzt, fehlt es dem unterhaltsamen Drama an Tiefgang a la "Traffic"
Inhalt
Die Geschichte des gescheiterten Träumers George Jung kann man in den Akten des FBI und des Justizministeriums nachlesen. Säuberlich festgehalten ist dort, wie dieser unscheinbare Bursche aus der amerikanischen Provinz nach Kalifornien kam und mit Marihuana aus Mexiko ein florierendes Geschäft aufzog. Wie er danach als erster Amerikaner überhaupt mit dem kolumbianischen Medellin-Kartell Geschäfte machte und Ende der Siebziger so ziemlich alles in den USA verpulverte, genauer gesagt, Kokain einschleuste. Und wie er dafür immer wieder ins Gefängnis wanderte.
„Blow“ ist die authentische Geschichte von
George Jung, der auf seine Weise den
amerikanischen Traum verwirklichte. Nicht
vom Tellerwäscher, sondern vom
Marihuanaverkäufer brachte er es zum
Millionär. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere
kontrollierte er 90% des Kokainimports in die
USA. Eine Geschichte, die geradezu nach
einer Verfilmung schreit.
So kommt mit „Blow“, kurz
nach „Traffic“, der nächste
große Hollywoodfilm zum Thema Drogen in
die Kinos. Beide Filme zu vergleichen wäre
unfair, da „Blow“ eine
Lebensgeschichte über drei Jahrzehnte
erzählt, während „Traffic“ in der
Gegenwart spielt. Da bietet sich zum
Vergleich eher Scorseses
„Goodfellas“ an.
„Blow“ will nicht moralisch
werten. Er trennt nicht nach Gut und Böse,
sondern zeigt wie „ganz normale
Menschen“, getrieben von ihren
Sehnsüchten, in eine Drogenkarriere
hineinwachsen. George Jung ist kein
geborener Gangster. Er will nur nie so werden
wie sein Vater und er will nie wieder arm sein.
Aus dieser Motivation und seinem
geschäftlichen Talent erwächst seine
Karriere.
Trotz dieser Emotionalität lässt der Film den
Zuschauer zumeist kalt. Ted Demme begeht
den Fehler zuviel erzählen zu wollen. Jede
Station von Jungs Leben wird im Film gezeigt.
Dabei zerfällt „Blow“ in eine
chronologische Ansammlung von Episoden.
Jede Episode ist wiederum zu kurz um eine
emotionale Bindung zum Zuschauer
aufzubauen. Demme verschenkt außerdem
viel Potential des Mediums Film, indem er
zuviel Informationen über Dialoge und Design
vermittelt. Die Protagonisten wirken dadurch
merkwürdig „blutleer“. Selbst
Jonny Depp kann nicht so viele Facetten in so
kurzer Zeit vermitteln. Einzig Penelope Cruz
fällt, durch ihre emotionale Rolle bedingt,
positiv heraus.
Anders als „Blow“ behandelt
„Goodfellas“ den Faktor Zeit.
Er konzentriert sich ausführlicher auf weniger
Episoden und überspringt, bzw. rafft, die Zeit
dazwischen. So erhalten die Schauspieler,
unterstützt durch Kamera und Schnitt, besser
die Möglichkeit den Zuschauer
„mitleiden zu lassen“.
„Blow“ ist aber trotz seiner
Schwächen absolut sehenswert. Er zeigt
sowohl die Faszination als auch das
zwangsläufige Scheitern einer
Drogenkarriere. Letztlich scheitert er aber
selbst, auf sehr hohem