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Charlie und die Schokoladenfabrik

Userwertung 10/10

Charlie and the Chocolate Factory

Das Fantasy-Abenteuer erzählt vom exzentrischen Schokoladenfabrikanten Willy Wonka (JOHNNY DEPP) und dem gutmütigen kleinen Charlie Bucket (FREDDIE HIGHMORE), der mit seiner verarmten Familie neben Wonkas wundersamer Fabrik wohnt...
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Inhalt
  • Das Fantasy-Abenteuer erzählt vom exzentrischen Schokoladenfabrikanten Willy Wonka (JOHNNY DEPP) und dem gutmütigen kleinen Charlie Bucket (FREDDIE HIGHMORE), der mit seiner verarmten Familie neben Wonkas wundersamer Fabrik wohnt.
    Bei den Buckets gibt es abends meist nur eine dünne Gemüsesuppe, die der junge Charlie fröhlich mit seiner Mutter (HELENA BONHAM CARTER), seinem Vater (NOAH TAYLOR) und allen vier Großeltern teilt. Allabendlich wirft Charlie von seinem Fenster aus einen letzten Blick auf die große Fabrik, und wenn er einschläft, malt er sich in seinen Träumen aus, wie es darin wohl aussehen mag.

    Seit fast 15 Jahren hat man keinen einzigen Arbeiter die Fabrik betreten oder verlassen sehen, und auch Willy Wonka selbst bleibt unsichtbar. Aber dennoch werden dort nach wie vor große Mengen Schokolade hergestellt und in die Läden rund um die Welt geliefert. Eines Tages veröffentlicht Willy Wonka eine folgenschwere Erklärung: Er will fünf glücklichen Kindern seine berühmte Fabrik zeigen und ihnen den "gesamten geheimnisvollen Zauber" präsentieren. Die Gewinner müssen eine goldene Eintrittskarte vorweisen – fünf dieser Eintrittskarten werden nach dem Zufallsprinzip auf die Wonka-Schokoladentafeln verteilt. Nichts würde die Buckets glücklicher machen, als Charlie unter den Gewinnern zu erleben. Aber die Chancen stehen denkbar schlecht, denn die Eltern können sich nur einmal im Jahr eine Tafel Schokolade leisten – die bekommt Charlie zu seinem Geburtstag. Tatsächlich wird in den Nachrichten berichtet, wie Kinder in aller Welt eine goldene Eintrittskarte nach der anderen finden, und Charlies Hoffnung schwindet zusehends. Die erste Eintrittskarte findet der stets hungrige Augustus Glupsch, der ausschließlich daran denkt, sich mit Süßigkeiten vollzustopfen. Dann folgt die verwöhnte Veruschka Salz, die Wutanfälle bekommt, wenn der Vater ihr nicht alles kauft, was sie haben will. Die Nächste ist Violetta Beauregarde, Champion im Kaugummikauen, die sich nur für die Siegestrophäen in ihrer Vitrine interessiert. Und schließlich kommt der launische Micky Schießer, der ständig damit angibt, dass er klüger ist als alle anderen.

    Doch dann geschieht etwas Wunderbares. Im Schnee auf der Straße findet Charlie Geld, das er im nächsten Laden für "Wonkas Wunder-Weichcreme-Füllung" ausgibt – dabei denkt er nur an seinen Hunger und wie gut sie ihm schmecken wird. Doch in der Packung blitzt es golden: Es ist die letzte Eintrittskarte. Charlie darf in die Fabrik! Sein Großvater Joe (DAVID KELLY) ist von der Neuigkeit derart begeistert, dass er aus dem Bett springt, als ob er um Jahre jünger geworden wäre: Er denkt zurück an die Zeiten, als er in der Fabrik arbeitete, bevor Willy Wonka das Tor zur Stadt für immer verschloss.
    In der Fabrik wird Charlie von seinen Erlebnissen schier überwältigt. Die von Wonka selbst erfundenen, wundersam glänzenden Apparaturen, rotieren, knallen, pfeifen und bringen immer wieder aufs Neue die unterschiedlichsten, höchst appetitlichen Leckereien hervor. Horden von fröhlichen Umpa Lumpas arbeiten sich wie Bergleute durch wahre Buttertoffee-Gebirge neben einem schaumigen Schokoladen-Wasserfall. Oder sie steuern ein durchsichtiges Drachenboot aus Zucker über einen Schokoladenfluss, vorbei an Bäumen mit jeder Menge Zuckerstangen und essbarem Gras aus Pfefferminz. Überreife und süße Marshmallow-Kirschcreme wächst auf Büschen. Fast so faszinierend wie seine ausgeklügelten Erfindungen ist auch Willy Wonka selbst, ein sehr höflicher, aber höchst ungewöhnlicher Gastgeber. Er denkt praktisch an nichts anderes als an Süßigkeiten – nur manchmal fällt ihm anscheinend eine Begebenheit aus seiner Vergangenheit ein, zu der er sich aber nicht äußern mag. Wer er wirklich ist und warum er sich so völlig auf die Herstellung von Leckereien konzentriert – darüber kann Charlie nur spekulieren.

    Unterdessen erweisen sich die anderen Kinder als ungezogene Bande – sie sind derart mit sich selbst beschäftigt, dass sie die Wunder der Wonka-Erfindungen kaum zur Kenntnis nehmen. Eines nach dem anderen gerät aufgrund seiner gierigen, verwöhnten, böswilligen und besserwisserischen Eigenarten in immer größere Schwierigkeiten, so dass sie den Rundgang schon vor dem Ende abbrechen müssen. Als nur noch der kleine Charlie Bucket übrig ist, präsentiert Willy Wonka ihm das letzte Geheimnis, den absoluten Superpreis...

Credits
Filmkritik
  • Dieser Pressespiegel wird präsentiert von www.angelaufen.de

    Adaption des Kinderbuchklassikervon Roald Dahl: Willy Wonka lädt fünf Kinder mit erwachsener Begleitung ein, seine berühmte Schokoladenfabrik zu besichtigen. Vier der Kinder sind verzogene kleine Monster, nur der junge Charlie hat ein großes Herz und einen vorbildlichen Charakter.

    Burton zeigt sich "wie gewohnt als fantasievoller Schöpfer bizarrer Welten", und Johnny Depp "glänzt erneut mit einer originellen, exzentrischen Darstellung", meint Blickpunkt: Film. Das "fantasievolle, liebevoll visualisierte Märchen" ist trotz des "opulenten Budgets" keine "seelenlose Unterhaltungsmaschine", sondern ein "intelligentes moralisches Märchen mit Herz und Witz", heißt es weiter.

    Der Film pflegt "die gleichen Themen wie jedes der persönlicheren Werke Tim Burtons", schreibt die Welt: die Außenseiter und Freaks sind "viel menschlicher als die normalen Menschen". Die "Lust am visuellen Detail" lasse den Film in manchen Momenten "fast besser als das Buch" werden.

    Für Daniel Kothenschulte von der Frankfurter Rundschau ist diese "grimmige Kindermusical" eine "überaus werktreue Verfilmung" von Roald Dahls Kinderbuch: "In der langen Geschichte verfilmter Literatur wird man schwerlich eine treffendere Annäherung an einen Roman finden". Burton erweise sich als intimer Kenner von Dahls Werk.

    Sebastian Handke vom Tagesspiegel findet, dass Johnny Depp in dem Film stört. Und deplaziert sei auch, dass am Ende versucht werde auf "ein Lob der Familienwerte umzupolen". Gerade dass "Burton sich eine gewisse Rest-Grimmigkeit erlaubt", sei "das Besondere an dem Film, der sein junges Publikum nicht unterfordert, und der zwischen anderen Kinderfilmen wirkt wie ein seltener Trüffel: grellbunt glasiert, aber mit einem Kern aus dunkler Bitterschokolade".

    "Tim Burtons Wille zu Stilisierung und zur konsequenten Visualisierung" seien wie immer "beeindruckend und unbestechlich" schreibt Thomas Binotto in der NZZ. Leider drohten "vor lauter Stimmung und Ästhetik aber auch Leblosigkeit und Leerlauf. Während es Burton gelingt, in der langen Exposition die Balance zwischen spitzer Satire, optischen Reizen und flottem Erzähltempo zu halten, kommt die Achterbahnfahrt durch die Fabrik deutlich ins Trudeln, weil der Abzählreim, der nun einsetzt, zu zerdehnt und zu repetitiv ist. Aus dem Praliné wird mehr und mehr ein zähflüssiger Gaumenkleber."

    Gernot Gricksch vom Spiegel dagegen gefiel der Film sehr gut: "Die ausufernde, grellbunte Optik, die wilden Computertricks und allerlei cineastische Anspielungen (in einer Szene etwa persifliert Burton den Anfang von Kubricks 2001) sind ein exzentrisches Vergnügen und dabei nie Selbstzweck. Ausgerechnet dieser Film über nährwertarmen Süßkram ist kein schlichtes Popcorn-Kino geworden. Charlie und die Schokoladenfabrik ist, bei allem Witz und Wahnsinn, letztlich ein erstaunlich radikales Plädoyer, den Kindern das Recht zu geben, in Würde kindisch zu sein."

    Weitere Pressespiegel: www.angelaufen.de


    Redaktion


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