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Fear and Loathing in Las Vegas
Fear and Loathing in Las Vegas
© Tobis Film

Kritik: Fear and Loathing in Las Vegas (1998)


Begleitet von seinem paranoiden Anwalt begab sich der Journalist Hunter S. Thompson im Jahr 1971 nach Las Vegas, um über ein Motorradrennen zu berichten - schrieb dann aber lieber über die exzessive Wirkung seines riesigen Vorrats an mitgebrachten Suchtmitteln. So wurde sein in der Zeitschrift "Rolling Stone" veröffentlichter Artikel "Fear and Loathing in Las Vegas" zu einem literarischen Drogentrip, der später auch als Buch erschien und viele Leser süchtig machte.

Mit seiner nahezu handlungslosen Leinwandadaption von Thomsons Kultgeschichte führt Regisseur Terry Gilliam ("Brazil", "12 Monkeys") das Publikum einmal mehr auf cineastisches Neuland: Johnny Depp taumelt als Thomsons Alter ego Raoul Duke durch die Straßen, Spielhöllen und Hotelzimmer von Las Vegas, und spätestens wenn unter der psychodelischen Wirkung der mitgebrachten Drogen Hotelgäste in Saurier und Teppichmuster in Schlingpflanzen mutieren, versetzt auch Gilliam seinen bildgewaltigen, politisch ganz und gar unkorrekten Film in einen orgiastischen Rauschzustand und den Kinozuschauer ins Zentrum einer phänomenalen Drogenparty.

Die wahren Exzesse freilich finden ganz woanders statt: Während Duke und sein Anwalt Dr. Gonzo ein Hotelzimmer demolieren, zeigt ihr Fernseher Nachrichten aus dem Vietnamkrieg und dazu einen gutgelaunten Richard Nixon - hinter Gilliams absurd-groteskem Bilderreigen verbirgt sich ein vernichtendes Statement über das Ende des amerikanischen Traumes.

Da ist es nur logisch, daß der 19 Millionen Dollar teure Film von den US-Medien kaum verstanden und wegen seiner hemmungslosen Darstellung von Drogen und Gewalt abgelehnt wurde: Denn "Fear and Loathing in Las Vegas" ist ein cineastischer Joint, den man als Zuschauer ausnahmsweise inhalieren darf.





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