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Shakespeare in Love
Shakespeare in Love
© United International Pictures

Kritik: Shakespeare in Love (1998)


Die Kunst und das Leben: zwei Seiten einer Medaille - Und wenn ja, wer befruchtet und inspiriert hier wen - Fragen, so alt das menschliche Streben nach künstlerischem Ausdruck. Dergleichen tiefer Kunstsinn lastet normalerweise schwer auf einem Werk. Nicht so bei "Shakespeare in Love", einer wunderbar leichten Komödie, die im übrigen das Leben vor die Kunst stellt. Schon lange hat kein Film mehr auf derart hohem Niveau geistreich und brillant unterhalten. Dabei schreckt das köstliche Drehbuch von Tom Stoppard durchaus auch vor derber Zotigkeit nicht zurück. Aber, um beim Bild zu bleiben, im Leben wie in der Kunst ist halt alles erlaubt, solange es in sich stimmig ist und niemand ernsthaft verletzt wird.

Wir schreiben das Jahr 1589. Der junge und aufstrebende Stückeschreiber William Shakespeare wird von einer bösen Schreibblockade heimgesucht. Trotz bzw. gerade wegen des enormen Drucks von Seiten der Geldgeber wie der Theaterbesitzer ist ihm der Stoff, aus dem seine Kunst besteht, ausgegangen: die Worte. Jedwede Inspiration scheint abhanden gekommen zu sein. Doch dann der magische Moment: Die Muse tritt in Gestalt der zauberhaften Lady Viola in des Dichters Leben. Shakespeare ist entzückt vom Anmut der jungen Dame. Was er nicht weiß, die theaterbesessene Viola hat sich, als Junge verkleidet, in sein Theater geschlichen. Dem vermeintlichen Jungen beichtet der schmachtende Künstler seine Seelenpein. So kann sich Vila in falscher Gestalt höchstselbst überzeugen, daß hier gegenseitige Zuneigung vorliegt.

Der ersten Liebesnacht steht also nichts mehr im Wege. Danach jedoch verfinstern düstere Wolken das junge Glück. Auf Befehl von Königin Elisabeth ist Viola nämlich dem unerträglichen Lord Wessex versprochen worden. Dies ist freilich nur eine unter zahlreichen Schwierigkeit, die die Grenzen immer mehr verschwimmen lassen: die zwischen Kunst und Leben nämlich. William Shakespeare muß sich jedenfalls an beiden Fronten beweisen, soll der gerade sprudelnde Fluß der Kreativität nicht erneut versiegen. Das Stück, das er gerade in Arbeit hat, soll übrigens den Titel tragen: "Romeo und die Piratenbraut". Aber am Titel wird durchaus noch gefeilt, und auch mit der Piratenbraut ist sich der Dichter nicht mehr so sicher...

Wortwitz und Situationskomik ergänzen sich hier aufs vortrefflichste, und die Darsteller sind bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt ausgewählt. Durchaus möglich, daß "Shakespeare in Love" auch bei der anstehenden Oscarverleihung der große Gewinner wird, da sich die beiden konkurrierenden Kriegsfilme ja vielleicht neutralisieren.





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