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Kritik: South Park - Der Film (1999)


Gemein und doppeldeutig ist bereits der Originaltitel des Films, der sich nachdrücklich gegen die Zensurpraxis der US-Filmbewertungsstelle richtet. Trey Parkers Kinovariante der im Vergleich dazu harmlosen Fernseh-Trickfilmserie "South Park" ist pervers und hinterfotzig – und legt den Finger recht präzise in die Wunde. So gibt es wohl in der gesamten Hollywood-Geschichte keinen Mainstream-Film mit noch mehr Schimpfwörtern, Geschmacklosigkeiten und Obszönitäten – dumm oder oberflächlich aber ist der Streifen keineswegs. Im Gegenteil!
Multitalent Trey Parker ist in einem Aufwasch Regisseur und Produzent, Song-Komponist und Liedertexter sowie Ko-Autor des Films – und lieh im Original auch noch mehreren Filmfiguren seine Stimme. "South Park" ist reich gefüllt mit Anspielungen auf Politik, Gesellschaft, Hollywood und Prominenz – wer sie alle genießen will, muss jedoch vorher seine Hausaufgaben machen. Etwa, wenn sich die Kids in heiklen Situationen per Gesangseinlage fragen, was wohl der Eislaufstar Brian Boitano an ihrer Stelle machen würde. Es handelt sich dabei um einen Seitenhieb auf US-Jugendliche, die häufig Armbänder mit der Aufschrift "Was würde Jesus Christus tun?" tragen.
Dass sich Musik und Songs des Films auf Top-Niveau bewegen und gar mit Musicals von Disney messen lassen können, ist eine angenehme Überraschung. Noch unbegreiflicher ist allerdings die Tatsache, dass es dem Filmverleih gelungen ist, das eigentlich kaum übersetzbare amerikanische Original ohne gravierende Verluste einzudeutschen.
"South Park", das sei zur Sicherheit noch einmal angemerkt, ist ein genial-gemeiner, hinterfotziger Erwachsenenfilm – von harmloser Familienunterhaltung keine Spur. Hier werden sämtliche Tabus gebrochen, "keine Gefangenen" lautet die Devise. Dennoch verbirgt sich hinter all den Zoten und Obszönitäten ein gewagtes Plädoyer für Toleranz und Menschlichkeit.
Und jede Menge Lacher.





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