VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Almost Famous- Fast Berühmt (2000)


Nur wenige gute Filme schaffen es, dass man am Ende ihren Figuren so nahe gekommen ist, als seien es die eigenen besten Freunde: man will sie nicht mehr missen. "Almost Famous" ist so ein Film. Und noch viel mehr. Dabei ist er von Cameron Crowe ("Jerry Maguire") ganz bescheiden, unaufdringlich inszeniert.

Wie einige seiner Kollegen blickt Crowe auf die 70er Jahre und verarbeitet seine eigenen Erinnerungen als Fan und Musikjournalist. Märchenhaft und federleicht, aber doch bodenständig und nachdenklich folgt sein Protagonist in die Welt der fiktiven Band Stillwater. Es ist eine Reise, die nicht nur die Figuren verändert. Auch unsere Sicht auf den Geist des Rock'n'Roll, Ausverkauf und Kommerz, sowie die schwindenden Ideale der 60er Jahre ändert sich - langsam und unmerklich.

Das Liebevolle, Heitere aber oft auch Traurige, Verlorene spiegelt sich in Kate Hudson, der Tochter von Goldie Hawn, die trotz ihrer Nebenrolle zum Zentrum des Films avanciert. Sie transportiert nicht nur die Lebenslust (oder Ruhelosigkeit) der Zeit, sondern verkörpert auch alles Mythische an der Musik. Ihre Ausstrahlung ist einfach unvergesslich. Das schmälert die Leistung von Frances McDormand als besorgte Mutter, Billy Crudup als Bandleader und Philip Seymour Hoffman als zynischer Journalist nicht im geringsten.

Derweil fährt Crowe in immensen Detailreichtum den Zeitgeist seiner Jugend vor, als wäre sie nie vergangen. Verklärung und Wehmut verschmelzen zu einer langen Reise zur Unschuld, herzlich und verschmitzt erzählt, voller liebenswerter Figuren und einem wunderbaren Score, der bewusst nicht die Gassenhauer, sondern eine feine Auswahl unbekannterer Songs spielt.

Fast unvergleichlich charmant sorgt dieses Kleinod dafür, dass nicht nur Nostalgiker, sondern jeder Zuschauer angesprochen wird, der auf die - im besten Sinne altmodische - Kunst des Erzählens vertraut. Es ist schwer nachzuvollziehen, wieso "Almost Famous" mit nur einem Oscar für das adaptierte Drehbuch bedacht wurde.






Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.