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Kritik: Blow (2001)


"Blow" ist die authentische Geschichte von George Jung, der auf seine Weise den amerikanischen Traum verwirklichte. Nicht vom Tellerwäscher, sondern vom Marihuanaverkäufer brachte er es zum Millionär. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere kontrollierte er 90% des Kokainimports in die USA. Eine Geschichte, die geradezu nach einer Verfilmung schreit. So kommt mit "Blow", kurz nach "Traffic", der nächste große Hollywoodfilm zum Thema Drogen in die Kinos. Beide Filme zu vergleichen wäre unfair, da "Blow" eine Lebensgeschichte über drei Jahrzehnte erzählt, während "Traffic" in der Gegenwart spielt. Da bietet sich zum Vergleich eher Scorseses "Goodfellas" an. "Blow" will nicht moralisch werten. Er trennt nicht nach Gut und Böse, sondern zeigt wie "ganz normale Menschen", getrieben von ihren Sehnsüchten, in eine Drogenkarriere hineinwachsen. George Jung ist kein geborener Gangster. Er will nur nie so werden wie sein Vater und er will nie wieder arm sein. Aus dieser Motivation und seinem geschäftlichen Talent erwächst seine Karriere. Trotz dieser Emotionalität lässt der Film den Zuschauer zumeist kalt. Ted Demme begeht den Fehler zuviel erzählen zu wollen. Jede Station von Jungs Leben wird im Film gezeigt. Dabei zerfällt "Blow" in eine chronologische Ansammlung von Episoden. Jede Episode ist wiederum zu kurz um eine emotionale Bindung zum Zuschauer aufzubauen. Demme verschenkt außerdem viel Potential des Mediums Film, indem er zuviel Informationen über Dialoge und Design vermittelt. Die Protagonisten wirken dadurch merkwürdig "blutleer". Selbst Jonny Depp kann nicht so viele Facetten in so kurzer Zeit vermitteln. Einzig Penelope Cruz fällt, durch ihre emotionale Rolle bedingt, positiv heraus. Anders als "Blow" behandelt "Goodfellas" den Faktor Zeit. Er konzentriert sich ausführlicher auf weniger Episoden und überspringt, bzw. rafft, die Zeit dazwischen. So erhalten die Schauspieler, unterstützt durch Kamera und Schnitt, besser die Möglichkeit den Zuschauer "mitleiden zu lassen". "Blow" ist aber trotz seiner Schwächen absolut sehenswert. Er zeigt sowohl die Faszination als auch das zwangsläufige Scheitern einer Drogenkarriere. Letztlich scheitert er aber selbst, auf sehr hohem




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