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Enigma - Das Geheimnis - Poster
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© Senator Film

Kritik: Enigma - Das Geheimnis (2000)


Hollywood hat tief gewühlt und in seiner Rumpelkammer den altgedienten Spionagethriller aufgestöbert, dessen Neuauflage sich demnächst auch mit „Spy Game“ in die Lichtspielhäuser schleichen wird. Keine Angst, vom Format des unlängst angelaufenen „Die Männer ihrer Majestät“ (holprig, platt & missraten) ist „Enigma“ keineswegs. Denn mit Michael Apted („Die Welt ist nicht genug“) im Regiestuhl und Tom Stoppard („Shakespeare in Love“) zeichnen zwei routinierte Meister ihres Metiers für eine ganz und gar ungewöhnliche Mischung aus Spionagerätsel und Liebesgeschichte verantwortlich. Die sinnlosen Stereotypen aus der 007-Liga glänzen in dem ausgewogenen, auf Augenwischerei und Pyrotechnik (fast) verzichtenden Film durch Abwesenheit. Das Hauptdarsteller-Duo Kate Winslet und Dougray Scott, sowie ihr Widersacher Jeremy Northam haben unter Apteds umsichtiger Leitung genügend Raum, um ihren Charakteren Profil zu geben. Die Figuren haben ein für derartige Produktionen seltenes Eigenleben, sie faszinieren durch ihre Widersprüchlichkeit und dunkle Seiten. Stoppard legt ihnen süffisant-geschliffene Dialoge in den Mund und schickt sie durch einen intelligenten Plot, der auch Kriegsverbrechen geschickt in ein komplexes Netz einfügt. Michael Apted bewegt sich zwischen den Polen gut getimter Spannungsführung und zartbitter keimender Gefühle mit Erfahrung und Zurückhaltung. Mit Lokalkolorit, starkem Akzent und trockenem Humor ist ein angenehm britischer Film entstanden. Ein paar vereinzelte Actionszenen aus dem U-Bootkrieg wirken da spürbar deplaziert. Die hat „Enigma“ nämlich nicht nötig.





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