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Kritik: Spy Game (2001)


Ridleys Bruder Tony Scott ("Der Staatsfeind Nr. 1") hat sich am gerade wiederentdeckten Agentenfilm-Genre ("Enigma") versucht: Mit den zwei gut aufgelegten Stars Robert Redford und Brad Pitt dient ihm ein Plot der Marke "24-Stunden-Wettlauf-mit-dem-Tod" zu einem erstaunlich untypischen Ausflug durch zahlreiche Rückblenden einer langjährigen Freundschaft.

Die lange einem Lehrer-Schüler-Verhältnis entsprechende Beziehung der beiden Hauptfiguren und ihre ausführliche Lebensgeschichte markiert das Zentrum, um das sich die weltgewandten Schauplätze ihrer geheimen Einsätze ranken. Spannung spielt zwar nur die zweite Geige, ist aber dank Scotts wuselnder, in den Zeitebenen springender, immer um schnelle Montage und optische Finessen bemühter Inszenierung stets spürbar. Leider führt die starke Orientierung am Bild auch zu einem unerträglich-einfallslosen Ethno-Score, den Hollywood immer dann spielt, wenn es in fremde Kulturen eintaucht.

Spannung wechselt sich mit ruhigen Passagen ab, denen Scott gegen Ende etwas zu viel Freiraum gewährt, wo er längst die Spannungsschraube hätte anziehen müssen. Im gut geölten Plot siegt das nicht immer mitreißende, aber differenziert angelegte Melodram einer auseinandergehenden Freundschaft und die Tricks hinter den Kulissen über die Suche nach der nächsten Explosion - dafür kann man wirklich dankbar sein: "Spy Game" ist weitaus intelligenter als befürchtet.





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