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Kritik: John Q (2002)


Nick Cassavetes, stets bemüht, aus dem großen Schatten seines Vaters John hervorzutreten, hat sich abermals ein Melodram um aufgewühlte Emotionen ausgesucht, das gleichzeitig ein gutes Stück Sozialkritik übt. Jedoch schreitet Cassavetes mit ausholender Aufdringlichkeit zur Tat und wird seinem in den USA, trotz des 9 Jahre alten Drehbuchs, leider nach wie vor aktuellen Themas nur bedingt gerecht.

Mit Oscarpreisträger Denzel Washington und Robert Duvall auf der einen und James Woods sowie Anne Heche auf der anderen Seite stehen sich zwei Lager gegenüber, die nicht eindimensionaler in ein Gut-Böse-Schema hätten gepresst werden können. Ihre durchweg guten Leistungen vermögen kaum etwas gegen die Rollenstereotypen und den weinerlich-larmoyanten Tonfall des Films ausrichten.

In der sich bald einstellenden Geiselsituation folgt Cassavetes überaus einfallslos und obendrein dreist offensichtlich dem Klassiker "Hundstage" und dem jüngeren "Mad City". Ein verzweifelter Geiselnehmer unter hohem Druck von Polizei, allgegenwärtige Medien, Sympathie für die Geiseln: eine lange Liste von Parallelen, die bei einer subtileren und ausgewogeneren Inszenierung leichter zu ertragen wären. Allein der musikalische Taschentuch-Schwulst verdirbt einem bereits die Laune. Das ist nur insofern verschmerzbar, weil dieses Thema hierzulande kaum auf den Nägeln brennt.





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