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Matrix Revolutions
Matrix Revolutions
© Warner Bros.

Kritik: Matrix Revolutions (2003)


Zeitgleich auf der ganzen Welt startete der letzte Teil von "Matrix" auf gut 60 IMAX-Leinwänden und mit 18.000 herkömmlichen Kopien. Jedoch: Abermillionen Fans, die dem Finale schon seit Monaten entgegenfiebern, werden die Kinos schwer enttäuscht verlassen. Denn "Matrix Revolutions" setzt keineswegs neue Maßstäbe und ist erst recht kein revolutionäres Film-Event. Stattdessen dominieren Kitsch, Banalität und seelenlose Massenszenen. Was bleibt, ist ein ideenloser Abschluss ohne Überraschungen, dem es zudem an innerer Logik fehlt. Der beste Teil von "Matrix Revolutions" ist der Trailer für "Der Herr der Ringe 3", der dem Film freundlicherweise vorgeschaltet wurde. Auf die knapp fünf Millionen deutschen Kinofans, die nach "Matrix Reloaded" nun dem Finale der einst wegen ihrer Doppelbödigkeit und kreativen Frische hoch gelobten Filmreihe entgegenfiebern, wartet eine bittere Enttäuschung. Überraschende Wendungen, intelligente Dialoge, packende Emotionen? Fehlanzeige! Die Wachowski-Brüder fabrizierten vielmehr einen altbackenen Plot voller Klischees und Ungereimtheiten - kitschig, überladen, konstruiert und voller Plattitüden, mitunter sogar unfreiwillig komisch. Spontane Reaktionen von Filmkritikern, die den Streifen vorab sehen durften, reichten von "katastrophal" bis hin zu "eine Unverschämtheit". Letzteres trifft schon alleine deshalb zu, da "Matrix Revolutions" ungeachtet seiner schwerwiegenden Defizite finanziell in trockenen Tüchern liegt. Schließlich würden die erwartungsfrohen Fans auch dann ins Kino pilgern (und dafür Eintritt löhnen), wenn dort zwei Stunden lang nur grüne Hieroglyphen über die Leinwand flimmerten. Ganz so schlimm ist es zwar nicht gekommen, doch "Matrix Revolutions" ist die Mühsal anzusehen, die seine Macher plagte als sie den Überlebenskampf der Menschheit zwischen Scheinwelt und Realität zu einem bombastischen Finale eskalieren lassen wollten. Leider sind Larry und Andy Wachowski dabei nicht nur die Ideen ausgegangen, sie haben sich auch im Geflecht der hausgemachten Gigantomanie verheddert. Inmitten der Geschwätzigkeit von überladenen und langatmigen Dialogen (die weder der Handlung noch dem interessierten Zuschauer von Nutzen sind) zündet ein mächtiges aber sehr konventionelles Action-Feuerwerk, dem jeglicher emotionale Funke fehlt. Das Ergebnis ist ein schwerfälliges Epos mit hölzern agierenden Darstellern, deren undankbare Aufgabe nur noch darin zu bestehen scheint, wie Marionetten einer scheinbar höheren Bestimmung zu gehorchen. So versinkt der einst so stimulierende Diskurs um die Natur und Existenz der "Matrix" im Schlachtengelärm einer simpel gestrickten Action-Orgie, die sich selber viel zu wichtig nimmt und dabei glatt den eigenen Abstieg in die Zweitklassigkeit übersieht. Das letzte Gefecht um Alles oder Nichts verkommt in "Matrix Revolutions" zum banalen Schauwert ohne Hintersinn, bei dem die innere Logik der Geschichte zudem auf der Strecke blieb. Stattdessen ist der Plot zu einem "Wünsch dir was" verkommen, bei dem offenbar alles möglich ist - egal, ob es nun Sinn macht oder nicht. Hauptsache, die Optik stimmt und das Effektbudget ist aufgebraucht. Kein Zweifel: Der Lack ist ab, der Mythos nachhaltig zerstört. Zwar haben die Wachowski-Brüder mit ihren drei "Matrix"-Filmen so viel Geld verdient, dass sie sich nun getrost zur Ruhe setzen können. Ihren Ruf als originelle und mitunter unfehlbare Kreative und Erneuerer des Sci-Fi-Genres aber haben sie sich selber ruiniert.





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