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Love and Other Drugs - Hauptplakat
Love and Other Drugs - Hauptplakat
© 2010 Twentieth Century Fox

Kritik: Love and Other Drugs - Nebenwirkung inklusive (2009)


Schon der Anfang des Films macht klar: Es sind die 1990er Jahre – und Jamie Randall kann alles verkaufen! Kaum ein Kunde des kleinen Elektronikgeschäftes, in dem er arbeitet, verlässt den Laden mit leeren Händen. Doch Jamie hat auch eine Schwäche: Er kann die Finger nicht von den Frauen lassen, selbst wenn sie mit seinem Chef liiert sind. Also verliert er seinen Job und startet als Pharmavertreter des Pfizer-Konzerns durch. Nach einer Schulung arbeitet er mit den abgehalfterten Bruce (toll: Oliver Platt) zusammen und will Medikamente an den Arzt bringen. Schnell erkennt Bruce, dass Jamies Charme der Schlüssel zum Erfolg ist. Mit seiner Art, mit Frauen umzugehen, bezirzt er die Vorzimmerdamen der Ärzte und erhält dadurch Zugang zum Medikamentenlager.
Als Jamie die hübsche Maggie Murdock kennenlernt, die in jungen Jahren bereits an Parkinson erkrankt ist, ist sie anfangs eine weitere Eroberung für ihn. Aber auch Maggie sucht keine ernsthafte Bindung, sondern lockeren Sex. Es kommt, wie es kommen muss: Jamie verliebt sich in Maggie, nach einigem hin und her lässt sie sich auf eine Beziehung ein, aber damit fangen die Probleme erst an. Denn schließlich ist Maggie bei allem Liebreiz eine kranke Frau.

Es dauert lange, bis der Film zu seinem eigentlichen Haupthandlungsstrang vordringt und einiges ist vorhersehbar, doch Regisseur Zwick kann sich auf seine Hauptdarsteller verlassen.Es ist wunderbar mit anzusehen, mit wie viel Leben Jake Gyllenhaal seine Rolle füllt. In seinem Spiel setzt er seinen Blick und seine Körperlichkeit endlich mal nicht als melancholischer Gutmensch ein, sondern verkörpert jenen Typ Mann, der zwar nett wirkt und deshalb die Mädchen kriegt, sie am Ende aber doch verlassen wird. Dabei wird schnell deutlich, dass hinter dieser charmanten Hülle noch mehr steckt.
Maggie wird von Anne Hathaway gespielt, die in diesem Film die Liebenswürdigkeit aus „Der Teufel trägt Prada“ und den kaputten Trotz aus „Rachel’s Hochzeit“ in beste Übereinstimmung bringt. In dieser Rolle zeigt sie ganze Bandbreite ihres schauspielerischen Könnens und eine große mimische Ausdruckskraft. Oft reicht ihr eine kleine Veränderung im Blick, um die Verletzbarkeit der selbstbewussten Frau zu offenbaren.
Darüber hinaus stimmt zwischen Anne Hathaway und Jake Gyllenhaal die Chemie, sie passen als Liebespaar sehr gut zueinander und sind in jedem Stadium ihrer Beziehung überzeugend. Der Zuschauer nimmt ihnen die lose Sex-Bekanntschaft ebenso wie die ernsthafte Beziehung ab – und er möchte an ihrem Schicksal Anteil nehmen. Als Paar haben sie witzige und romantische Momente, allerdings stört bisweilen die betont lässige Inszenierung. Dazu gehört unter anderem das gegenseitige Aufnehmen mit der Kamera, das spätestens seit „Reality Bites“ wenig aufregend ist. Aber dieser Film spielt auch den 1990er Jahren, dazu passen diese Bilder.
Sicherlich sind bei diesem Film viele Kleinigkeiten zu kritisieren: Josh Gad spielt Jamies Bruder als wäre er Jack Black, er ist es aber nicht; die Handlung wird zu langsam aufgebaut; viele Nebenkonflikte sind unerheblich; manche Selbstverständlichkeiten hätte sich Regisseur Edward Zwick einfach sparen können; die Nebenfiguren kommen kaum über Klischees hinaus und viele Witze sind wenig originell. Dennoch ist „Love And Other Drugs“ ein guter Film. Und das verdankt Zwick seinen Hauptdarstellern, die diese Kritikpunkte weitgehend vergessen lassen.

Fazit: Eine gute Liebeskomödie mit einem sehr überzeugenden Liebespaar!




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