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Kritik: Deadpool (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Dass die Figur Deadpool aus dem gleichen Universum stammt wie die für Toleranz kämpfenden X-Men ist eigentlich kaum vorstellbar: Statt recht sauberer Unterhaltung und moralisch eindeutigen Botschaften bietet das Action-Spektakel "Deadpool" von Tim Miller nämlich absurde Gewaltorgien, nicht immer ganz jugendfreie Sprüche sowie einen Antihelden, der nicht für eine bessere Gesellschaft, sondern einfach nur für sich selbst kämpft.

Damit bietet Millers Film eine willkommene Abwechslung vom Superhelden-Einerlei der letzten Jahre und knüpft teilweise eher an schwarzhumorige Comicfantasien wie "Kick-Ass" oder "Super" an. Aber auch wenn "Deadpool" voller ironischer Brüche ist, zehrt die Produktion im Grunde doch noch immer von den gleichen Klischees und Konventionen wie die große Konkurrenz um die X-Men oder die Avengers. Das wird vor allem bei der wenig aufregenden Story deutlich, die relativ unmotiviert die Ursprünge der Hauptfigur beleuchtet. Zum simplen Plot kommen zudem noch eine ganze Reihe von uninspirierten Nebenfiguren hinzu, allen voran die Bösewichte erweisen sich hierbei als erschreckend uncharismatisch und sind schnell wieder vergessen.

Der Grund, warum sich diese Schwächen verschmerzen lassen, ist in erster Linie Ryan Reynolds, für den die Verkörperung des großmäuligen Söldners schon lange eine Herzensangelegenheit ist. Mit sichtlicher Lust an der Grenzüberschreitung spielt der oftmals unterschätzte Darsteller den Titelhelden und lässt dabei so manches Mal vergessen, dass die Comicverfilmung nicht so clever, abgedreht und actionreich ist, wie sie hätte sein können. Es bleibt zu hoffen, dass Deadpool nun nicht wie schon nach seinem ersten missglückten Auftritt in "X-Men Origins: Wolverine" wieder für einige Jahre in der Versenkung verschwindet, sondern in einem zukünftigen Sequel so richtig aufdrehen kann.

Fazit: Dieses ironisch-absurde Action-Spektakel kann vor allem dank des großartigen Ryan Reynolds in der Hauptrolle überzeugen. Sein Spiel lässt verschmerzen, dass "Deadpool" in Sachen Story, Action und Nebenfiguren teilweise hinter der Erwartungen zurückbleibt.





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