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Rico, Oskar und die Tieferschatten
Rico, Oskar und die Tieferschatten
© 20th Century Fox

Kritik: Rico, Oskar und die Tieferschatten (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Kinderfilm "Rico, Oskar und die Tieferschatten" ist Neele Leana Vollmars Regiedebüt und basiert auf dem gleichnamigen Buch von Andreas Steinhöfel, das 2009 den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Kinderbuch erhalten hat. Die Geschichte hat nicht nur zwei kleine Jungen als Hauptdarsteller, sondern schildert die gesamte Welt aus Kindersicht. Als erwachsener Zuschauer fühlt man sich ein Stück weit in seine eigene Kindheit zurückversetzt und erlebt erneut, wie interessant und intensiv damals alles für einen war. Diese überdeutliche Sinneswahrnehmung wird im Film anhand knallbunter Farben und stark überzeichneter Charaktere visualisiert. Hinzu kommt, dass die beiden kleinen Protagonisten Rico und Oskar nicht gerade typische Durchschnittskinder sind. Rico stellt sich Fremden gerne als ein "tiefbegabtes" Kind vor. Diese "Tiefbegabung" ist für Rico auch eine gute Ausrede, um Dinge zu tun, die sich andere Kinder nicht trauen würden. Dazu gehört bei Nachbarn zu Klingeln und sich deren Wohnung anzugucken.

Ricos Freund Oskar hingegen sieht mit seiner Hochbegabung bereits vieles, worüber sich andere Kinder in seinem Alter überhaupt keine Gedanken machen würden und ist deshalb sehr ängstlich. Die beiden ungleichen Freunde bilden gemeinsam ein perfektes Paar, da sich ihre Schwächen und Stärken sehr gut ergänzen. So besitzt Rico den Mut, der Oskar oft fehlt. Dafür sind Oskars Aktionen immer gut durchdacht. Aber auch Rico ist auf seine Art sehr clever und zudem sehr wissbegierig. Stets trägt er sein Diktiergerät mit sich herum und zeichnet alle ihm spontan kommenden Fragen und Erkenntnisse auf. Zusätzlich schreibt er neue Fremdwörter auf Karteikarten, wobei sowohl seine Schreibweise, als auch seine Worterklärungen durchaus kreativ sind. Trotz seiner Einschränkungen verfügt Rico über ein sehr gesundes Selbstvertrauen, welches durch die bedingungslose Liebe seiner Mutter (großartig: Karoline Herfurth) gespeist wird. Im Gegensatz zu ihm wohnt Oskar mit einem Vater zusammen, der kaum Interesse an seinem Sohn zeigt. So können sich die beiden eigensinnigen Jungen auch emotional gut ausgleichen. In jedem Fall fiebert der Zuschauer mit den beiden jungen Originalen mit.

Fazit: "Rico, Oskar und die Tieferschatten" ist eine sehr charmante Kinderbuchverfilmung, die durch ihre sympathischen Darsteller und viel kreativen Witz besticht. Ein beschwingtes Kinovergnügen, nicht nur für kleine Zuschauer.





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