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Crimson Peak
Crimson Peak
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Crimson Peak (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Mexikaner Guillermo del Toro ist ist mittlererweile gleich nach dem Neuseeländer Peter Jackson Hollywoods zweiter wichtiger Mann für Fantasyfilme mit einer persönlichen Handschrift. Dabei schwankt sein Output zwischen europäischen Arthousedramen mit fantastischem Einschlag wie "Das Rückgrat des Teufels" und gigantischen Blockbuster-Materialschlachten wie "Pacific Rim" (2013). Am besten ist der mexikanische Filmemacher, wenn er die Welten des Realistischen und des Phantastischen miteinander verquickt wie in seinem Meisterwerk "Pans Labyrinth" (2006). Etwas in der Art wird del Toro wahrscheinlich auch vorgeschwebt haben, als er am Drehbuch zu dem Fantasy-Horror-Drama "Crimson Peak" geschrieben hat. Das Ergebnis überzeugt jedoch nur bedingt.

Wie alle Filme von del Toro, zeichnet sich auch "Crimson Peak" zunächst einmal durch seine sehr stimmige und eigene Atmosphäre aus. Mit sichtbarer Liebe zum Detail wurde hier von der Ausstattung bis zur Farbgebung und Lichtsetzung alles ganz genau durchdacht um das frühe 20.Jahrhundert zu neuem Leben zu erwecken und um zugleich das Gefühl zu vermitteln, dass sich hinter den sichtbaren Dingen noch mehr verbirgt. Was sich dahinter verbirgt, dass sind - wir sehen es gleich zu Beginn - unter anderem Geister. Jene sind - ebenso sichtbar - komplett computergeneriert - und das ziemlich schlecht. Überhaupt wurde in dem Film zu viel zu sichtbar am Computer erschaffen.

Sehr genau gezeichnet, wenn auch ein wenig eindimensional sind wiederum die Charaktere der Geschichte, die zudem mit passenden Schauspielern besetzt sind. Allen voran glänzt Mia Wasikowska in der Rolle der sensiblen verkannten Künstlerin Edith. Die Mittzwanzigerin aus Australien gehört zu den interessantesten jüngeren Schauspielerinnen der Traumfabrik, die zudem ein recht sicheres Händchen für gute und interessante Filme hat. So sah man sie bisher bereits in Werken wie "Lawless" "Stoker" und "Maps to the Stars". Auch Jessica Chastain ("Zero Dark Thierty", "Interstellar") und Tom Hiddleston ("Only Lovers Left Alive", "Thor") gefallen in "Crimson Peak" als schwer durchschaubares Geschwisterpaar. Aber sie alle können nicht verhindern, dass "Crimson Peak" im Verlaufe der Handlung ähnlich auseinanderfällt, wie das namensgebende Gemäuer.

Weitestgehend gelungen ist auch in diesem Film von del Toro die Verknüpfung eines phantastischen Horrors mit einem nur allzu realem Grauen. Allerdings fragt man sich während des Ansehens häufiger, ob dies ein modernes Märchen für Kinder und Jugendliche oder eine Schauergeschichte für Erwachsene sein soll. Für Irritation sorgt beispielsweise, wie unterschiedlich die Themen Sex und Gewalt gehandhabt werden. So ist in aller Deutlichkeit zu sehen, wie einem Mann der Schädel zertrümmert wird. Später erscheint der eingeschlagene Kopf noch einmal sehr lange zur allgemeinen Ansicht auf einem Obduktionstisch. Auf der anderen Seite wird, wenn Edith aus der Badewanne steigt so geschnitten, dass auch ja keine nackte Brust zu sehen ist.

Sehr sichtbar ist hingegen - zumindest in groben Zügen - sehr schnell wohin die Reise gehen wird. Diese starke Vorhersehbarkeit zerstört mindestens ebenso viel von dem Geheimnis der Geschichte, wie die zum Teil lachhaft animierten Geister deren Mystik.

Fazit: "Crimson Peak" ist ein sehr stimmungsvoller, aber nur bedingt stimmiger Fantasy-Horror von dem mexikanischen Filmemacher Guillermo del Toro.





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